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Enttäuscht: Hofheims Noch-Rathauschefin Gisela Stang ist der Weg in den Landtag erst mal versperrt.

Landtagswahl 2018

Hofheims Bürgermeisterin Stang hat’s nicht geschafft

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Sechs Politiker aus dem Main-Taunus-Kreis gehören dem nächsten hessischen Landtag an. Hofheims Bürgermisterin Gisela Stang (SPD) ist nicht dabei. Ihre Partei schnitt zu schlecht ab.

29 Sitze wird die SPD im neuen Hessischen Landtag haben, Hofheims Bürgermeisterin Gisela Stang kandidierte auf Platz 26 der Landesliste. Trotzdem wird sie dem neuen Landtag nicht angehören. Denn die SPD hat zehn Direktmandate gewonnen, sechs dieser Landtagsabgeordneten standen gar nicht auf der Liste oder hinter Stang. Da sie aber alle in den Landtag kommen, rutschen die anderen Kandidaten entsprechend ab, die Hofheimer Rathauschefin auf Platz 32. Das reicht nicht. Und als Direktkandidatin verlor sie mit 21 Prozent klar gegen Axel Wintermeyer (CDU).

Zunächst ist Stang noch Bürgermeisterin, die Amtszeit läuft im September 2019 aus. Realistische Hoffnungen, bis dahin oder später als Nachrückerin in den Landtag zu kommen, kann sich Stang nicht machen. Dazu müssten drei SPD-Abgeordnete vorzeitig aufhören, in der gesamten laufenden Wahlperiode taten das nur zwei. Für den Fall, dass es mit dem Wechsel nicht klappt, hatte Stang angekündigt, in einem Unternehmen oder für eine Organisation arbeiten zu wollen. Vor der Wahl hatte die 48-Jährige erklärt, dass es für sie keine Option sei, notfalls darauf zu warten, als Nachrückerin ins Parlament einzuziehen. Für Stang ist das Wahlergebnis zweifellos eine herbe Enttäuschung.

Ihr Gegenkandidat im Wahlkreis Main-Taunus-West, Axel Wintermeyer (CDU), erreichte 33,6 Prozent und hätte die Absicherung auf der Landesliste (Platz 6) ebenso wenig gebraucht wie Christian Heinz (CDU, Platz 35), der im Ostkreis 35,3 Prozent der Stimmen erreichte. Seine Gegnerin Nancy Faeser kam mit 19,5 Prozent der Stimmen nur auf den dritten Platz im Wahlkreis, zieht aber als Zweitplatzierte auf der Liste der SPD in den Landtag ein.

Dass Wintermeyer, Heinz und Faeser auch dem neuen Landtag angehören, war zu erwarten. Eine Überraschung ist dagegen Lukas Schauder, dem Platz 22 auf der Liste der Grünen ausreicht, um den Wechsel in die hauptamtliche Politik perfekt zu machen. Schauder, der in Kelkheim aufgewachsen ist und jetzt in Bad Soden wohnt, war am Wahlabend im Hofheimer Landratsamt der meist beklatschte Kandidat. Der 21-Jährige studiert derzeit Rechtswissenschaften in Frankfurt und gehört seit 2016 dem Kreistag an.

Im Landtag ist der Main-Taunus-Kreis übrigens überrepräsentiert. Im Kreisgebiet leben 3,8 Prozent der hessischen Bevölkerung, aber von dort werden 4,4 Prozent der Landtagsabgeordneten geschickt. Neben Wintermeyer, Heinz, Faeser und Schauder sind das noch zwei Abgeordnete der AfD.

Heiko Scholz, der an einer Wiesbadener Schule als Lehrer für Mathematik, Physik und Arbeitslehre arbeitet, hat erfolgreich auf Listenplatz sechs kandidiert. Dementsprechend sieht der fünffache Familienvater aus Eppstein die Bildungspolitik als seinen Schwerpunkt an und fordert die Abschaffung der Gesamtschulen in Hessen. „Man könnte meinen, dass nicht mehr das Kindeswohl im Fokus links-grün geprägter Bildungspolitik steht, sondern ein vom Gleichmachungswahn getriebener Bildungsstalinismus“, sagt der 55-Jährige, der fünf Tage vor dem Fall der Mauer aus der DDR in den Westen floh. Scholz ist Sprecher des AfD-Kreisverbandes, gehört als einziger der sechs Main-Taunus-Landtagsabgeordneten, aber nicht dem Kreistag an.

Für den Landtag gereicht hat der elfte Listenplatz für Dirk Gaw aus Eschborn. Der ist Polizeioberkommissar und möchte in der Politik seine Schwerpunkte bei den Gebieten Sicherheit und Soziales setzen. Im Main-Taunus-Kreis arbeitet er im Gesundheits-, Sozial- und Integrationsausschuss mit. Von der politischen Kultur in Deutschland hat er keine gute Meinung, denn als freie Meinung werde nach seiner Überzeugung nur die zugelassen, die der Mehrheitsmeinung entspricht. Dirk Gaw wohnt in Eschborn. Eppstein hat zwei Landtagsabgeordnete, in Wiesbaden vertreten sind außerdem Hofheim, Bad Soden, Eschborn und Schwalbach.

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