Ob am Einstieg an der Burkardsmühle in Hofheim oder am Ende der Talstraße in Lorsbach - nach Regengüssen ist der Heinrichsweg, der parallel zum Schwarzbach durch den Wald führt, eine Zumutung für Radfahrer, die nicht im Matsch-Anzug unterwegs sein möchten.
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Ob am Einstieg an der Burkardsmühle in Hofheim oder am Ende der Talstraße in Lorsbach - nach Regengüssen ist der Heinrichsweg, der parallel zum Schwarzbach durch den Wald führt, eine Zumutung für Radfahrer, die nicht im Matsch-Anzug unterwegs sein möchten.

Verkehr

Hofheims ewige Schlammpiste

  • VonManfred Becht
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Der lang ersehnte Radweg entlang der L 3011 nach Lorsbach wird nicht vor 2024 gebaut. Und das geplante Provisorium durch den Wald kommt auch nicht voran.

Hofheim -Wenn die Landesstraßenbehörde Hessen Mobil involviert ist, dann dauert es zumeist sehr lange. Die Kommunen treten gegenüber der Behörde praktisch in der Regel als Bittsteller auf, denn sie wünschen sich die Realisierung von Projekten, für die das Land zuständig ist. Im Hofheimer Rathaus geht man davon aus, dass Vorsicht geboten ist - bloß nicht irgendein wichtiges Projekt durch besondere Wünsche verzögern.

Das wichtige Projekt ist in dem Fall der seit Jahrzehnten gewünschte Radweg entlang der L 3011 von Hofheim nach Lorsbach. Nach der letzten veröffentlichten Information aus Wiesbaden soll es im Jahr 2024 die Baugenehmigung geben. Vor allem Lorsbacher Radfahrer und auch der Ortsbeirat wünschen sich, dass angesichts solcher Zeitfenster der bestehende Heinrichsweg provisorisch besser als Radweg befestigt wird. Denn dass der neue Radweg tatsächlich 2024 gebaut wird, darauf wettet keiner.

Einzige Verbindung für Fahrradfahrer

Deshalb wurde in Hofheim bereits Ende 2019 der Beschluss gefasst, zumindest die Abschnitte am Anfang und am Ende des Weges zu befestigen. In Hofheim bei der Burkardsmühle und in Lorsbach am Ende der Talstraße ist der Weg tatsächlich bei feuchtem Wetter in einem sehr schlechten Zustand. "Nach zwei Tagen Dauerregen ist der Heinrichsweg in Höhe der Burkardsmühle wieder zu einer Schlammpiste geworden", schrieb die Kreisblatt-Lesern Kornelia Lederer vor einiger Zeit an Bürgermeister Christian Vogt (CDU).

Die beiden stehen wegen des Weges schon eine ganze Weile in Kontakt miteinander. Es handele sich um die einzige Verbindung für Radfahrer, drängelt Lederer. Die Landesstraße gilt inzwischen als extrem gefährlich. Und jetzt nagelt sie Vogt auf seine Ankündigung fest, er sei zuversichtlich, dass im ersten oder zweiten Quartal 2021 gebaut werden könne.

Das war im Dezember, gebaut wurde offensichtlich nicht. Im Januar erkundigten sich im Ortsbeirat die Linken nach dem Stand der Dinge. Die Stadt habe sicherstellen wollen, mit der Befestigung des Heinrichsweges nicht den eigentlichen Radweg zu gefährden, hieß es damals. Es seien Gespräche geführt worden.

Material-Frage nicht entschieden

Mündlich ergänzte Bürgermeister Vogt ausweislich des Protokolls: Hessen Mobil habe zugestimmt, es sei noch nicht entschieden, mit welchem Material der Weg befestigt werde. In der Stadtverordnetenversammlung hatten die Linken Asphalt beantragt, die Mehrheit wollte sich auf ein Material aber nicht festlegen.

Offensichtlich ist die Entscheidung immer noch nicht gefallen. Es gebe keinen neuen Stand der Dinge, so Rathaus-Sprecherin Iris Bernardelli auf Anfrage dieser Zeitung. Öffentlich sichtbar hat sich also seit einem Jahr nichts bewegt. Dabei lautete der letzte Satz der Magistratsauskunft im Januar: "Sobald die Zusage vorliegt, kann mit der Maßnahme begonnen werden." Die Lorsbacher Radfahrerin Lederer hat inzwischen jedes Zutrauen zur Hofheimer Politik verloren. Es gehe um eine 300 Meter lange Asphaltdecke, und die bekomme die Stadt einfach nicht hin. "In Hofheim haben weder die Stadtteile eine Lobby, noch die Radfahrer", schimpft sie. Auch die Parteien kommen bei ihr nicht gut weg: "Die werden nur wach, wenn es darum geht, die Straße zwischen Hofheim und Lorsbach für den Autoverkehr zu sperren, dann können die sogar Unterschriften dagegen sammeln."

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