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Auch in den Buch-Läden in Hofheim und Hattersheim gibt es jetzt den Äppel-Mangosaft. Christian Buch (Edeka Buch), Gerhard Weinrich (Main-Äppel-Haus) und Rhein.Main.Fair-Vorsitzende Gisela Stang (von links) präsentieren das heimisch-exotische Getränk.

Aktion

Hofheims Ex-Bürgermeisterin Gisela Stang: Bin hauptamtlich im Ehrenamt angekommen

  • vonBarbara Schmidt
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Die 50-Jährige engagiert sich vielfältig und hat jetzt ein ganz besonderes Angebot: Der Verein Rhein.Main.Fair bringt Äppel-Mango auf den Markt

Hofheim. -Bei Rhein.Main.Fair e. V. ist der Name Programm. "Die wirtschaftsstärkste und internationalste Metropolregion in Deutschland", so der neue Verein, soll ein faires Miteinander praktizieren. Und das neben der regionalen auch in globaler Hinsicht. Rhein.Main.Fair will dieses Miteinander fördern und unterstützen. Eine erste Aktion macht das plakativ deutlich: Apfelsaft, erzeugt auf den landschaftstypischen Streuobstwiesen im Rhein-Main-Gebiet, geht mit fair gehandelten Mangos von den Philippinen eine Verbindung ein, entstanden ist so der "Äppel-Mangosaft".

"Er ist wirklich lecker", sagt Gisela Stang, die Vorsitzende des im vergangenen Jahr gegründeten Vereins, der seinen Sitz in Hofheim hat. Im April sei auch die Gemeinnützigkeit vom Finanzamt anerkannt worden, so Stang. Befördern will er, was nicht zuletzt Corona der Welt ganz klar gezeigt habe: "Wir werden es nicht alleine schaffen. Es geht nur miteinander."

Die Sozialdemokratin Stang, Hofheimer Bürgermeisterin von 2001 bis 2019, ist ehrenamtliche Botschafterin für kommunale Entwicklungspolitik des von Gerd Müller (CSU) geführten Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Von dort kommen auch die Fördermittel, mit denen der Verein seit kurzem eine Dreiviertel Stelle für eine hauptamtliche Geschäftsführung finanziert. Aufgabe ist die Unterstützung von Kommunen bei der nachhaltigen Beschaffung und in der Transformation zu grundsätzlich nachhaltigem Handeln.

Stangs Stellvertreter im Vorstand sind die Oberbürgermeister von Ingelheim und Aschaffenburg, Ralf Claus und Jürgen Herzing (beide SPD). Schatzmeister Dr. Jörg Boysen ist den Hofheimern durch seine ehrenamtliche Arbeit für den Trägerverein des Montessori-Zentrums und die Lokale Agenda ein Begriff geworden. Gisela Stang bringt sich mit viel Energie in ihre Aufgabe ein, um ein Thema zu befördern, das ihr schon lange am Herzen liegt. "Es füllt mich gerade ziemlich aus", macht sie deutlich, auch ein Jahr nach ihrem Ausscheiden aus dem Bürgermeister-Amt keine anderen beruflichen Ambitionen zu hegen. Sie sei "hauptamtlich im Ehrenamt angekommen", formuliert die 50-Jährige.

Froh ist sie deshalb über das Netzwerk, das sie sich in ihrer Zeit als Bürgermeisterin und stellvertretende SPD-Landesvorsitzende aufgebaut hat. Bei der Äppler-Mangosaft-Aktion sind das ebenfalls gemeinnützige MainÄppelHaus Lohrberg und der Regionalverband Frankfurt-Rhein-Main als Unterstützer dabei. Als Partner für den Vertrieb wurden die Familie Buch mit ihren (Edeka-)Märkten in Hofheim und Hattersheim und Wolfgang Bieger, Inhaber von "Post, Vinum & Genuss" in der Ubierstraße in Hofheim, gewonnen.

"Gerade in der letzten Zeit fragen die Kunden immer mehr, wo genau das Produkt herkommt", weiß Christian Buch. Ihn hat die Kombination aus regionalem und fair gehandeltem Produkt überzeugt, weil sie deutlich mache, dass beides sich nicht ausschließe. Auch Stang betont, es gehe dem Verein nicht darum, die Menschen allein für fair gehandelte Produkte aus Entwicklungsländern zu gewinnen, sie sollten vielmehr insgesamt bewusster konsumieren und sowohl die regionale Landwirtschaft wie den fairen Handel unterstützen.

Der Verein Rhein.Main.Fair hat neben der Äppel-Mangosaft-Aktion noch einiges mehr vor. Im Herbst werde es eine Veranstaltungsreihe geben, in der es um faire Dienstbekleidung gehe, sagt Stang. Ein Termin sei auch in Bad Soden geplant. Bürgermeister Frank Blasch habe sie bereits faire Dienstkleidung überreichen können.

Die Mitgliedschaft der Kommunen bei Rhein.Main.Fair ist erwünscht. Beigetreten aus dem MTK seien bislang Eschborn und Bad Soden, sagt Stang. Alle übrigen zehn Kommunen und der Main-Taunus-Kreis hätten angekündigt: "Wir kommen mit dem nächsten Haushaltsjahr". Aufgrund der Pandemie habe in den vergangenen Monaten der Austausch vor allem virtuell stattfinden müssen. Für die Zusammenarbeit müsse der Verein nun zuerst gute Strukturen schaffen. "Das ist die Grundlage"

Im kommenden Jahr soll laut Stang auch das Projekt Faire Kita für die Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz sowie Bayern vom Verein Rhein.Main.Fair übernommen werden. Dann werde man auch eine zweite Mitarbeiterin haben.

Interesse am Äppel-Mangosaft des Vereins hat übrigens auch schon der Dachverband der Weltläden angemeldet. "Im Moment überfordert uns das", sagt Stang, die aber nicht ausschließt, dass aus der in diesem Jahr noch relativ kleinen Aktion, bei der "alles Handarbeit" gewesen sei bis hin zur Auslieferung der Saftkartons, mehr werden könnte. Das dürfte vor allem dann der Fall sein, wenn der Saft bei den Kunden ankommt. "Sehr fruchtig", lautet Gisela Stangs Urteil, ihr Rat: Probieren Sie's einfach mal!" babs

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