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Hofheims imposante Kunst-Schau

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Von: Juliane Schneider

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Museumsleitern Dr. Inga Remmers (li.) und Christine Lennartz vom Kunstverein Hofheim an einem der Ausstellungsorte, der Haindl-Scheune in der Bärengasse. Im Hintergrund sind zwei Werke der Künstlerin Ann Besier zu sehen.
Museumsleitern Dr. Inga Remmers (li.) und Christine Lennartz vom Kunstverein Hofheim an einem der Ausstellungsorte, der Haindl-Scheune in der Bärengasse. Im Hintergrund sind zwei Werke der Künstlerin Ann Besier zu sehen. © Stadt Hofheim

Taunus Triennale eröffnet: 29 Teilnehmerinnen und Teilnehmer präsentieren ihre Werke

Hofheim. Heroisch steht die rostrote Frauenfigur mitten im Raum. Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass ihr imposanter Reifrock aus eingefärbten OP-Masken besteht. Auch die überdimensionale Erdkugel hat Künstlerin Marlies Pufahl aus Masken geformt. „Maskenball“ heißt der Titel der gerade eröffneten Taunus Kunst Triennale, die zum zweiten Mal im Hofheimer Stadtmuseum stattfindet. Sie wurde diesmal erweitert um zwei nahe gelegene Dependancen: Den Hof Ehry direkt gegenüber in der Burgstraße und das Haindl-Atelier in der Bärengasse, das der Sohn des verstorbenen Hofheimer Künstlers für die Triennale zur Verfügung gestellt hat. Dort haben unter anderem die märchenhaften Motive von Kathrin Lieske ein passendes Ambiente gefunden..

80 Künstlerinnen und Künstler hatten sich beworben, drei bis fünf Kunstwerke mussten eingereicht werden, dazu ein bis zu zehn Seiten langes Dossier. Voraussetzung war, dass sie professionell arbeiten und einen Bezug zum Main-Taunus, diesmal auch zum benachbarten Rheingau-Taunus- und Hochtaunuskreis haben. 29 von ihnen hat eine Fachjury ausgewählt, die Altersspanne reiche von 28 bis 80, sagt Museumsleiterin Dr. Inga Remmers bei der Vorstellung der Veranstaltung, die von der Stadt Hofheim, dem Stadtmuseum und dem Hofheimer Kunstverein ausgerichtet wird. Den Titel „Maskenball“ habe man in Anlehnung an die Corona-Zeit ausgewählt. „Masken waren ja während dieser Zeit überall präsent, haben das Straßenbild geprägt.“

Ein Foto des leeren Parkhauses

Verónica Aguilera Carrasco hat aus unglasiertem, weißen Ton Sprühflaschen in unterschiedlicher Form hergestellt: Reinigungs- und Desinfektionsmittel als Sinnbild der letzten Jahre. Mit der Isolation von Kindern beschäftigt sich Jörg Strobel. Auch die Einsamkeit von Erwachsenen verarbeitet der Maler und Grafiker in dem imposanten Werk „Behind the screen“. Hand und Gesicht drücken sich hier gegen eine Glasscheibe, aus der sie keinen Ausweg zu finden scheinen. Das ungewohnt leere Parkhaus des Chinon-Centers während des Lockdowns wiederum hat Christian Paulsen zu einem Foto inspiriert.

Ein zweiter Themenblock der Kunst-Schau beschäftigt sich mit aktuellen Themen wie Krieg und Klimawandel. Den langen Tisch von Putin hat Angela Preijs in den Mittelpunkt einer ihrer Arbeiten gestellt, die immer neuen und letztendlich gescheiterten Gesprächsversuche stellt sie in mehreren Tischen dar, auf einem Blech mit Einkerbungen, die Einschusslöcher darstellen.

Neben der bemerkenswerten Ausstellung bieten die Organisatoren ein umfangreiches Begleitprogramm. So finden an drei Wochenenden Workshops statt, der erste schon am 3. Dezember von 10 bis 14 Uhr. In der Erfinderwerkstatt „Der neue da Vinci“ von Künstler Kai Wolf lernen Acht- bis Zwölfjährige die verschiedenen Möglichkeiten elektromechanischer Bewegung kennen und entwerfen eine eigene Maschine. Zudem finden Künstlergespräche, Vorträge, Konzerte und Performances statt, für Jugendliche ab 12 Jahren ein Jugend-Kunst-Klub, der die Triennale überdauern soll.

Das vollständige Programm kann auf der Internetseite der Stadt Hofheim www.hofheim.de eingesehen werden und in einem Programmheft, das im Museum ausliegt. Hier ist auch ein Katalog zur Ausstellung erhältlich.

EXTRA: Öffnungszeiten

Bis zum 19. Februar findet die Taunus Kunst Triennale 2 statt. Haupt-Ausstellungsort ist das Stadtmuseum Hofheim, Burgstraße 11. Hier können die Kunstwerke dienstags von 10 bis 13 Uhr, dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr besichtigt werden.

In den beiden „Off Spaces“, dem Hof Ehry, Burgstraße 26, sowie der Scheune in der Bärengasse 6b (Atelier Haindl) freitags 14 bis 17 Uhr und samstags 11 bis 18 Uhr. Dazu kommt das Freiland-Grafitti „Maskenball“ von Helge Steinmann („Bomber“), Hattersheimer Straße 8.

Tickets sind im Museum erhältlich und kosten 8 Euro (ermäßigt 5 Euro), 6- bis 14-jährige Kinder und Jugendliche zahlen einen Euro, für Kinder bis 6 Jahre ist der Eintritt kostenfrei, Familienkarte: 24 Euro. Schulklassen zahlen ein Euro pro Person, individuelle Führungen sind auf Anfrage möglich. Für eine öffentliche Führung sonntags mit Kunsthistorikerin Monika Öchsner, an fünf Sonntagen, 11.15 Uhr, sind neun Euro, für die Lunch-Break-Führung, viermal mittwochs um 12.30 Uhr, mit Museumsleiterin Dr. Inga Remmers 3 Euro zu entrichten. Anmelden können sich Interessierte im Stadtmuseum unter Telefon 0 61 92/202540 oder per Mail an stadtmuseum@hofheim.de. Karten für die Begleitveranstaltungen sind im Vorverkauf über www.kunstvereinhofheim.de erhältlich oder 14 Tage vor der Veranstaltung in den Buchhandlungen am Alten Rathaus und Tolksdorf, beide in der Hauptstraße. juwi

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