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Kreisbeigeordneter Johannes Baron (links) und Uwe Becker (hinten) lassen sich von einem Mitarbeiter des Schlaflabors die Überwachungs-Technik erklären.

60 Millionen-Projekts wurde fristgerecht fertig

Hofheims Klinik ist eröffnet

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Ein starkes Zeichen: Es ist der erste Neubau, den der Klinikverbund Frankfurt/Main-Taunus gemeinsam in Betrieb nimmt.

Sie sind die absoluten Hingucker im neuen Entrée des Hofheimer Krankenhauses. In der großzügigen, von strengen Linien bestimmten, hellen Eingangshalle der Klinik sorgen sie für eine gewisse Leichtigkeit. „Cloud“ heißen die Designer-Lampen, die der amerikanisch-kanadische Architekt Frank O. Gehry mal entworfen hat. Federleicht, wie Schäfchenwolken vor einem Sommerhimmel schweben die 17 Papierlampen vor der Freitreppe mit den hohen Wänden, die hinaufführt bis in den dritten Stock. Klar, dass alle, die gestern Morgen den nun vollständigen Klinikneubau zu seiner offiziellen Eröffnung betraten, erst einmal einen bewundernden Blick durch die Halle schweifen ließen.

„Bin ich hier tatsächlich in einem Krankenhaus?“, habe schon mancher beim Hereinkommen gefragt, griff denn auch passend der Geschäftsführer der Frankfurt-Main-Taunus-Kliniken, Dr. Tobias Kaltenbach, genau dieses Erleben auf. Vergleiche mit einem Hotel, einem Kaufhaus oder gar dem Bundeskanzleramt seien da schon geäußert worden. Aber Kaltenbach konnte versichern: „Nein, Sie sind hier ganz richtig angekommen, Sie sind im Krankenhaus Hofheim.“

Viele geladene Gäste hatten den Weg gefunden, besonders geehrt zeigten sich aber die Redner aus dem Main-Taunus, dass die Frankfurter Partner hochrangig vertreten waren. Bürgermeister Uwe Becker (CDU) und der zuständige Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) zeigten mit ihrem Kommen: „Wir gehören zusammen“, freute sich Main-Taunus-Landrat Michael Cyriax (CDU), dass die beiden Politiker-Kollegen es sich nicht nehmen ließen, die neue Immobilie „in ihrem Unternehmen, das uns auch zu 50 Prozent gehört“ mitzueröffnen.

Der (größere) erste Bauabschnitt war bereits vor zwei Jahren in Betrieb genommen worden, der vierte Pavillon und das Foyer vervollständigen nun das Haus mit seinen insgesamt 173 stationären Betten. Neu einziehen wird in den kommenden Wochen die Psychiatrische Klinik von Chefarzt Professor Stephan Volk, die bislang in der Kurhausstraße untergebracht war. Das Schlaflabor ist ebenfalls schon startklar, wie der leitende Arzt Uwe Fremder den interessierten Eröffnungsgästen zeigen konnte. Neun Betten stehen im neuen Haus zur Verfügung, eine Erweiterung ist denkbar, denn die Nachfrage, so Fremder, sei groß. Ein zweiter Teil der Intensivstation, die Eingangshalle mit Cafeteria und die Kapelle entstanden ebenfalls im zweiten Bauabschnitt.

Nur der neue, vierte Pavillon verfügt auch über ein drittes Stockwerk. Wo ursprünglich einmal die Cafeteria einen Blick bis nach Frankfurt oder zur Bergstraße bieten sollte, werden künftig die Privatpatienten der Psychosomatik behandelt. Die Belegung soll im Laufe des November erfolgen. Von Landrat Cyriax gab’s für die „Optimierung“ der eigentlich schon fertigen Krankenhaus-Planung (die nicht nur in diesem Punkt erfolgte) ein Extra-Lob für Kaltenbach und seinen Geschäftsführungs-Kollegen Helmut Krechel. „Ohne ihren großartigen Einsatz wäre es jetzt nicht das, was wir hier haben.“

Die Vertreter der Stadt Frankfurt zeigten sich angetan. Der Neubau in Hofheim sei „ein weiterer wichtiger

Meilenstein

in der Sicherung der medizinischen und gesundheitlichen Versorgung in der Region“, so Bürgermeister Uwe Becker, der wie Cyriax ein „starkes Signal“ darin erkennt, dass die Repräsentanten der Stadt Frankfurt und des Main-Taunus-Kreises wie schon beim Spatenstich für das neue Klinik-Gebäude in Höchst nun auch hier gemeinsam auftraten. „Im Interesse der Menschen“ wolle man gemeinsam alle Energie hineingeben, um die kommunale Trägerschaft der Kliniken im gemeinsamen Konzern zu erhalten und Strukturen zu schaffen, die sowohl die gesundheitliche Versorgung wie auch die Arbeitsplätze dauerhaft sicherten. „Einen wirklich guten Tag“ für den neuen Klinik-Verbund sah auch Frankfurts Gesundheitsdezernent Stefan Majer.

Staatsminister Axel Wintermeyer (CDU) nannte den 60 Millionen Euro schweren Neubau, der vom Land Hessen mit 30 Millionen Euro bezuschusst worden war, „ein ganz tolles Projekt“, das den „Gesundheitsstandort Main-Taunus-Kreis und Hofheim stärke. Der Chef der Hessischen Staatskanzlei, der gleich um die Ecke zu Hause ist, nannte es „toll, dass Frankfurter hier Grußworte halten“ und „uns als Partner anerkennen.“ Die frühere Oberbürgermeisterin Petra Roth habe noch von den „kleinen, westlich von Frankfurt gelegenen Gebietskörperschaften“ gesprochen, erinnerte Wintermeyer, dass sich da etwas sehr verändert hat.

„Es werden am Ende die Menschen sein, die dieses Gebäude zum Erfolg führen“, lenkte Hofheims Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) den Blick, wie zuvor schon Cyriax, auch auf die Mitarbeiter. Dass es ihnen gelingen möge, hier den Menschen-Bezug zu leben, der Patienten vermittle, keine Nummer zu sein, sei sein Wunsch für die Zukunft“, so der Landrat. Ein Wunsch, den auf andere Art auch die beiden Klinikseelsorger Susanne Ebeling und Pfarrer Peter Gergel zum Ausdruck brachten, die gemeinsam dem neuen Haus Gottes Segen zusprachen.

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