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Herzlich willkommen! Mit einem Schnäpschen aus seiner Westerwälder Heimat begrüßte Pfarrer Helmut Gros seine Gäste, die sich im neuen Pfarrhaus in St. Bonifatius umschauen durften.

Kirche

Hofheims Pfarrhaus steht nun in Marxheim

  • vonBarbara Schmidt
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260 Jahre lang war das Pfarrhaus in der Pfarrgasse 2 der Wohnsitz der Hofheimer Pfarrer. Jetzt wird es für 1,1 Millionen Euro zum zentralen Pfarrbüro umgebaut.

Marxheim/Hofheim -Die Pfarrei neuen Typs, zu der sich die rund 17 000 Katholiken in Hofheim, Kriftel und Eppstein zusammenschließen müssen, bringt Veränderung. Eine gemeinsame Pfarr-Patronin ist mit der heiligen Elisabeth bereits gefunden. Nun wird das künftige Pfarrhaus bezugsfertig. Pfarrer Helmut Gros, leitender Priester des Pastoralen Raums Main-Taunus-Mitte, in dem die künftigen Partner jetzt schon gemeinsam agieren, zieht aus der Kernstadt um nach Marxheim. Dort ist ein ursprünglich einmal als Hausmeisterdienstsitz errichtetes Gebäude, das zum Ensemble von St. Bonifatius an der Hermann-Löns-Straße gehört, für seine neue Nutzung als Pfarrhaus komplett saniert worden. Neben Pfarrer Helmut Gros wird auch Kaplan Johannes Funk hier für den Rest seiner dreijährigen Hofheimer Ausbildungszeit eine Dienstwohnung haben.

Am Sonntag hatten die beiden Priester alle Interessierten zur Besichtigung der fast fertiggestellten Wohnungen eingeladen. Zünftig begrüßte Pfarrer Gros dabei die Besucher mit einem Willkommens-Trunk und schenkte vor der Haustür Corona-gerecht Schnäpschen aus seiner Westerwälder Heimat aus. Das bisherige Pfarrhaus soll auf Beschluss der synodalen Gremien als zentrales Pfarrbüro dienen. Ihm sei aber wichtig gewesen, seinen Nachfolgern ein Pfarrhaus in Hofheim zu hinterlassen, betonte Gros, "einen Ort, an dem man sich zurückziehen kann". Nach einigem Suchen fiel die Wahl auf das Haus in der Hermann-Löns-Straße 26 a.

"Es ist schön geworden. Ich gratuliere ihnen", hörte Helmut Gros von einer Frau nach der Besichtigung der beiden Wohnungen im Erd- und Dachgeschoss. Eine Stimme für viele, die sich überzeugen konnten, dass hier zweckmäßig und solide aber keineswegs verschwenderisch investiert worden ist. Immerhin ist das Bistum Limburg seit dem 31 Millionen Euro teuren, völlig unangemessenen Bischofs-Haus-Bau in der Domstadt gebranntes Kind und seither auf Transparenz bei Bauvorhaben und beim Geldausgeben bedacht.

Gut 400 000 Euro hat die Sanierung gekostet; 90 Prozent trägt das Bistum, den Rest muss die Pfarrei beisteuern. Für das neue Pfarrhaus musste vor allem deshalb tiefer als zu Anfang gedacht in die Tasche gegriffen werden, weil es starke Schäden durch Schimmelbefall gab. Das Haus, das schon länger nicht mehr seiner ursprünglichen Zweckbestimmung diente, war zuletzt von der Ökumenischen Wohnhilfe vermietet worden.

Da auf Zukunft geplant wurde, hat Architekt Helmut Mohr unter anderem darauf geachtet, dass das Haus nicht länger zum Versorgungssystem des Gesamt-Gebäudeensembles aus den 1960er Jahren gehört. Die Kirche St. Bonifatius, das Gemeindehaus und das frühere Pfarrhaus, in dem das Ehepaar Adler-Machill aus dem Pastoralteam lebt, gehören zu den Immobilien, die auf Dauer zur Disposition stehen werden, wenn es dabei bleibt, dass die Kirchen weiter Mitglieder verlieren.

Wenn, wie geplant, in der nächsten Woche der Umzugswagen kommt und Pfarrer und Kaplan das denkmalgeschützte Pfarrhaus in der Pfarrgasse 2 verlassen, sollen - sobald es eine Baugenehmigung gibt - hier die Handwerker anrücken. Denn in dem barocken Gebäude aus dem 18. Jahrhundert soll das "Zentrale Pfarrbüro" der künftigen Pfarrei St. Elisabeth entstehen. 16 bis 17 Arbeitsplätze für das Pastoralteam und die Sekretärinnen sind geplant. In Marxheim, Kriftel und Eppstein wird es aber weiter kleine Außenstellen geben. Besonders schwierig sei das Brandschutzkonzept gewesen, berichtet der zuständige ehrenamtliche Verwaltungsrat Manfred Messer, der auch die Pfarrhaus-Baustelle in Marxheim in ungezählten Stunden betreut hat. Nun fehle noch die Zustimmung der Denkmalschützer. Architekt Mohr rechne im März mit einem möglichen Baubeginn.

Der Umbau des Hofheimer Pfarrhauses, in dem es zuletzt, nach der Umgestaltung 1995/96 für die Priestergemeinschaft "Maranatha", vier Apartments im ersten Stock und im Dach gab, sowie Küche und gemeinsames Esszimmer im Erdgeschoss, soll rund 1,1 Millionen Euro kosten. Den Löwenanteil trägt auch hier das Bistum. Die Stellplätze stehen auf dem Gelände hinter der Kirche zur Verfügung, der Vertrag mit der Stadt über eine Nutzung als öffentlicher Parkplatz wurde daher schon im vergangenen Jahr beendet. babs

Das alte Pfarrhaus in der Hofheimer Pfarrgasse.

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