Schüler umringen Horst Vogt, der ein Junges in der Hand hält.
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Schüler umringen Horst Vogt, der ein Junges in der Hand hält.

Hofheim

In der Marxheimer Schule nisten wieder Schleiereulen

  • Ulrike Kleinekoenen
    VonUlrike Kleinekoenen
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Mitglieder das Nabu setzen "Federbälle" zurück ins Nest

Marxheim -Viele Jahre gab es im Giebel der Marxheimer Schule Schleiereulen, die dort nisteten. Doch dann wurden sie vermutlich von Turmfalken dort verdrängt. Und so blieb der Nistkästen eine Weile ungenutzt "und wir hatten die Hoffnung schon aufgegeben, dass die Schleiereulen vielleicht noch mal zurückkehren würden", sagt Schulleiterin Heidi Renker.

Umso größer war die Freude, als sich am Freitag herausstellte, dass die Eulen wieder zurückgekehrt sind. Viertklässler waren in die Verwaltung gekommen und erzählten von einem "großen Vogel", den sie auf dem Schulhof entdeckt hatten. Doch von dort konnte zunächst nur ein Federball erkannt werden, der sich panisch von außen gegen eine Glasscheibe presste. Um das verängstigte Tier nicht noch zu erschrecken, dass es vielleicht den Halt verlieren könnte, spähte die Schulleiterin vom Arztzimmer aus, in dem die kleinen Verletzungen der Grundschüler behandelt werden, vorsichtig durch die geschlossene Jalousie. Und tatsächlich konnte ein Schleiereulenjunges erkannt werden. Schulsekretärin Barbara Leicher sah auf dem Dachboden nach und entdeckte im Nistkasten drei weitere Schleiereulen.

"Jetzt konnten wir uns das Geschehen zusammenreimen: Ein Schleiereulenjunges hatte erste Flugversuche gemacht und war auf der Fensterbank vor dem Arztzimmer gelandet und wusste jetzt nicht mehr weiter", schreibt Heidi Renker auf der Homepage der Schule.

Die Sekretärin informierte die ehrenamtlichen Mitglieder der Diedenbergener Ortsgruppe des Nabu. Bis diese kamen, mussten alle Kinder im Gebäude bleiben, um das Eulenjunge nicht durch Geschrei noch mehr zu verängstigen. Der Vogelexperte kletterte dann auf einer Leiter von außen bis zum Fenster des Arztzimmers, ergriff mit beherztem Griff das Junge und brachte es erst nach unten und dann auf den Dachboden zum Nistkasten.

Montagmorgen saß vor der Tür des Schulgebäudes erneut eine Schleiereule - "eine ganz kleine", sagt Barbara Leicher. Diesmal kam Roland Weckbecker-Reiter von der Nabu-Ortsgruppe Marxheim gemeinsam mit Horst Vogt zur Marxheimer Schule. Sie setzten den kleinen Ausreißer auch wieder zurück in das Nest. Dort saßen nur noch zwei kleine Schleiereulen, daneben zwei tote Mäuse, mit denen die Eltern ihre Jungen gefüttert haben.

Nicht nur bei Roland Weckbecher-Reiter, sondern bei allen seinen Nabu-Kollegen ist die Freude groß darüber, dass wieder Schleiereulen an die Schule zurückgekehrt sind. Der Bestand sei nicht nur im MTK, sondern in der gesamten Region stark zurückgegangen, da die Eulen sehr empfindlich sind und hier nicht genug Brutstätten finden, erklärt Weckbecker-Reiter auf Nachfrage. Der Nabu hatte bereits befürchtet, dass sie vielleicht ganz aussterben würden. In Main-Taunus- und Hochtaunus-Kreis gäbe es nur noch drei bis vier Brutstätten.

Für die Grundschüler ist es spannend, hautnah die Eulen zu erleben. In den Klassen werden bereits eifrig Namensvorschläge gesammelt, um die Jungvögel zu benennen, die vermutlich nicht mehr lange in ihrem Nest an der Schule bleiben. Wenn sie groß sind, werden sie ausfliegen, wie die Schüler auch . . . ulk

Horst Vogt vom Nabu mit einem Schleiereulen-Jungen.

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