Live-Schaltung der CDU am Sonntagabend: Alexander Kurz, Christian Vogt und Andreas Hegeler verfolgen die Ergebnisse.
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Live-Schaltung der CDU am Sonntagabend: Alexander Kurz, Christian Vogt und Andreas Hegeler verfolgen die Ergebnisse.

Kommunalwahl

In Hofheim gewinnen CDU und Grüne

  • vonManfred Becht
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Trend-Ergebnisse: Die Sozialdemokraten sind bitter enttäuscht, und die Wählergruppe "Wir für Marxheim" hat keine Chance. Endgültig sind die Stimmen erst morgen ausgezählt.

Hofheim -Die CDU und die Grünen sind die Gewinner der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung in Hofheim. Die Vertreter aller Parteien gehen zwar davon aus, dass sich durch die Auszählung der Stimmzettel, auf denen kumuliert und panaschiert wurde, bis zum Mittwoch noch Verschiebungen ergeben. Aber an Stimmengewinnen für die CDU wird das nichts ändern, und erst recht nicht daran, dass die Grünen enorm zulegen konnten und die SPD überholt haben. Die Sozialdemokraten haben die stärksten Verluste erlitten, die erstmals angetretene Gruppe "Wir für Marxheim" spielt keine Rolle.

Stärkste Partei bleibt die CDU, die sich vorläufig um 3,7 auf 33,2 Prozent verbessern konnte. Fraktionschef Alexander Kurz räumte ein, dass man sich etwas Sorgen gemacht hatte wegen der überregionalen Trends. "Aber man sieht, dass die Leute nach den Hofheimer Verhältnissen gewählt haben", so Kurz. "Es fühlt sich gut an, ein starkes Ergebnis" freut sich auch der Parteivorsitzende der CDU, Bürgermeister Christian Vogt. Die CDU habe im Wahlkampf die richtigen Mittel gefunden und sei durch alle Stadtteile hindurch als Team aufgetreten, analysiert er die Gründe.

"An uns kommt jetzt keiner mehr vorbei"

Daniel Philipp, Fraktionsvorsitzender der Grünen, geht gleich auf die Folgen des Wahlergebnisses ein. "An uns kommt jetzt keiner mehr vorbei", sagt er - und meldet damit auch Ansprüche der Grünen an, in der neuen Wahlperiode in Hofheim mitzubestimmen. Er weist darauf hin, dass die Grünen kreisweit gut abgeschnitten haben - die Politik der Kreis-Koalition hat nach seiner Einschätzung auch in Hofheim geholfen. Die Grünen konnten sich um 9,2 Punkte auf 25,3 Prozent steigern.

Klarer Verlierer der Wahl in Hofheim ist mit einem Minus von 7,8 Prozent - es bleiben jetzt noch 12,6 Prozent der Stimmen - die SPD. Man habe durchaus mit Verlusten gerechnet, weil man nicht mehr die Bürgermeisterin stelle, so Fraktionschef Alexander Tulatz. Das Ergebnis ändere nichts daran, dass die SPD den Willen habe, mitzugestalten, stimmt Tulatz gleich auf kommende Koalitionsverhandlungen ein.

Unter den kleinen Parteien ist die BfH der Gewinner. 7,6 statt bisher 4,2 Prozent der Stimmen, das führt zu einer Verdopplung der Zahl der Sitze auf vier. "Das ist schon sehr gut", sagt Spitzenkandidat Wilhelm Schultze, der auch damit rechnet, dass sich das Ergebnis bei der Auszählung der restlichen Stimmzettel noch verbessern wird. "Darauf kann man aufbauen", kommentiert der junge Lorsbacher - ob das schon ein Signal dafür ist, an irgendwelchen Bündnisgesprächen Interesse anzumelden?

Hoffnung auf die Auszählung

Die anderen kleinen Fraktionen haben Stimmen verloren, hoffen aber ebenso darauf, dass sich das Ergebnis in den nächsten Tagen verbessert. "Die Stimmung auf der Bundesebene schlägt durch", kommentiert Michaela Schwarz, die Spitzenkandidatin der Freidemokraten, den Rückgang von 8,3 auf 7,2 Prozent. Andreas Nickel geht davon aus, dass die Beschränkungen des Wahlkampfes seine Freien Wähler eher etwas stärker getroffen haben als andere. Immerhin haben nur 8,4 Prozent der Wähler für die FWG gestimmt, vor fünf Jahren waren es noch 11,1 Prozent. Sollte es sich im Lauf der nächsten Tage herausstellen, dass es doch bei den bisherigen fünf Sitzen im Parlament bleibt, wäre Nickel einigermaßen zufrieden.

Nach den Erfahrungen der letzten Jahre rechnet auch Barbara Grassel, deren Linke sich mit 5,4 statt 5,9 Prozent aber einigermaßen halten konnten, noch mit einer Verbesserung bis zum Ende der Auszählung. Der neuen Gruppe "Wir für Marxheim" würde auch dies nicht in die Stadtverordnetenversammlung helfen, Spitzenkandidat Helmut Kornmann erklärt allerdings, er sei keineswegs enttäuscht. Und am Ziel, das Baugebiet Römerwiesen zu verhindern, werde festgehalten. "Wir lassen uns nicht entmutigen."

Blickt man auf die Möglichkeiten, ein neues Bündnis im Hofheimer Rathaus zu bilden, hat sich gegenüber der letzten Wahlperiode zweierlei geändert. Eine Koalition aus CDU und Grünen hätte eine Mehrheit, es würde kein weiterer Bündnispartner gebraucht. Und unter den kleineren Fraktionen stünden nicht mehr nur FWG und FDP, sondern BfH mit einem gewichtigen Kontingent an Sitzen zur Verfügung.

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