Roboterbauer trifft auf Banker

Das Innovationszentrum der Kreisstadt feierte seinen 10. Gründungstag

Das Hofheimer Innovationszentrums (HIZ) an der Feldstraße feierte sein 10-jähriges Bestehen. Da trafen ganz unterschiedliche Berufszweige aufeinander.

Wenn Krümelmonster seinen Keks sucht, dann ist auf jeden Fall gute Laune angesagt. Und wenn sich hinter den Suchenden ausnahmslos gestandene Unternehmer, örtliche Polit-Größen und Verbandsvertreter befinden, wird eine ehrwürdige Geburtstagsfeier zum munteren Stelldichein. So geschehen am Dienstag in den Räumen des Hofheimer Innovationszentrums (HIZ) in der Feldstraße. Dort stand der inzwischen 13. Unternehmerabend ganz im Zeichen des 10-Jährigen Bestehens des ehemaligen Gründerzentrums, das seit dem 1. November 2008 jungen, kleinen und mittleren Dienstleistungsunternehmen in zentraler Lage der Kreisstadt die Möglichkeit bietet, innovative Geschäftsideen in bezahlbaren Büroräumen zu realisieren.

Wobei die Suche nach Krümelmonster, die „Hausherrin“ Tanja Klein ausbaldowert hatte, sicher dienlich war, um per Zufallsentscheid Menschen zusammenzubringen, die sich vielleicht sonst nicht begegnet wären. An Gesprächsbereitschaft fehlte es nicht. Auch nicht an Themen. Schließlich hatte sich nicht nur Mischa Towfighi, der mit seinem Start Up Unternehmen „adlatus Interim Management“ einst erster Mieter im HIZ war, unter die mehr als 100 Gäste gemischt und gab gerne Auskunft über die Anfänge. An den Wänden gab es Zeit(ungs)-Dokumente aus der Vergangenheit, die Gelegenheit boten, sich zu erinnern.

Bemerkenswert: Das Unternehmertum macht längst keine Anstalten mehr, sich männlich durchdrungen hinter Nadelstreifen zu verstecken. Beim Unternehmerabend in Hofheim trifft der nur auf den ersten Blick „nerdige“ Roboterbauer auf den Banker, die modische Khaki-Hose auf das zeitlos-graue Sakko. Überall werden Ideen angerissen, Chancen ausgelotet und Möglichkeiten verifiziert. „Auf Anhieb ein Erfolg“, hängt es in dicken Lettern an der Wand und diese Schlagzeile trifft offenkundig für beides zu. Die Einrichtung des Innovationszentrums, in dem inzwischen neben den Dienstleistungsangeboten Gesundheitsthemen auf dem Vormarsch sind, und die der Unternehmerabende, mit denen die Stadt seit 2006 eine Plattform zum Dialog zwischen Gewerbetreibenden, Partnern aus der Wirtschaft und Kommunalpolitikern schafft.

Da dürfte sich an diesem Abend die scheidende Bürgermeisterin pudelwohl gefühlt haben. Gisela Stang (SPD) betritt auf Landesebene auch politisches Neuland. Anders ausgedrückt: „Ich werde 50 und habe mich entschieden, noch mal die Komfortzone hinter mir zu lassen.“

In ihrer Begrüßung erinnerte sie kurz an die Anfänge – “ es war schon ein Sprung ins kalte Wasser, schließlich gab es zunächst nur einen Mieter . . .“ – und stellte heraus, dass viele ehemalige Gründer Hofheim auch nach ihrer Zeit im HIZ erhalten geblieben sind oder zumindest an der Geschäftsadresse festgehalten haben. „Das freut uns, denn so geben sie der Stadt und ihren Bürgern auch etwas zurück“, erinnerte Stang an die hohe Stabilität der Gewerbesteuereinnahmen in der Kreisstadt. „Im vergangenen Jahr waren es 28 Millionen Euro, für dieses Jahr liegt der Ansatz bei 26 Millionen Euro, wobei 24 Millionen Euro bereits eingenommen sind.“

Überhaupt: „Es läuft noch immer gut in Hofheim. Aktuell sind knapp 4000 Unternehmen in der Stadt gewerblich gemeldet. Davon 80 Prozent Dienstleister. Das bedeutet auch, dass im vergangenen Jahr 14 510 Menschen ihren Arbeitsplatz in der Stadt hatten. Ein Plus von 22,5 Prozent im Vergleich zum Jahr 2011. Damit liegen wir 8,3 Prozent über der Entwicklung im Main-Taunus-Kreis“, hatte die Rathauschefin ein paar interessante Zahlen parat.

Dazu zählte auch die Kaufkraftkennziffer, die in Hofheim bei 137,3 und damit weit überm Durchschnitt liege, und die Einzelhandelszentralität von 125,9 Prozent (Kelkheim: 54,2 %, Hattersheim: 94,7 %, Flörsheim: 76,5 %, Kriftel: 115,7 %), die das Verhältnis aus dem Einzelhandels-Umsatz zur jeweils vorhandenen Kaufkraft bezeichnet. Werte über 100% weisen auf eine Anziehungskraft der Stadt hin.

Derzeit einziges Problem in Hofheim seien fehlende Gewerbeflächen. Stang: „Hofheim ist attraktiv für ansiedlungswillige Unternehmen. Wir wollen jetzt prüfen, an welcher Stelle wir Flächen erweitern können.“

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