+
Sport und Spaß sind auch erlaubt im Hofheimer Bürgermeisterwahlkampf: Christian Vogt gestern in Aktion beim Eisstockschießen auf dem Kellereiplatz. Parteifreunde und Bürger waren mit von der Partie. Foto: Knapp

Bürgermeisterwahl

Christian Vogt (CDU) sucht den Kontakt

  • schließen

Gefühlt ist es schon ein Endlos-Wahlkampf. Anfang Februar 2018, kurz nachdem klar war, dass Gisela Stang (SPD) keine weitere Amtszeit als Bürgermeisterin mehr anstreben würde, hat die CDU als erste politische Kraft in der Kreisstadt ihren Kandidaten für die Nachfolge an der Rathausspitze benannt. Fünf Konkurrenten hat er nach und nach bekommen. Alle arbeiten nun hin auf den 24. März, den Wahltag. Wir haben uns umgesehen, was die sechs Kandidaten sich so alles einfallen lassen, um die Wählergunst zu erringen und starten mit dem, der zuerst losgelegt hat: Christian Vogt.

Mit einer Sommertour durch alle Stadtteile hat der Hoffnungsträger der Christdemokraten seinen Kampf um das Hofheimer Rathaus begonnen. Hingehen, Gesicht zeigen, zuhören – direkt das Gespräch mit dem Bürger zu suchen, statt Reden bei Wahlveranstaltungen zu halten, das sei einfach zeitgemäßer, sagt der 39-Jährige. Auch die Nutzung der sozialen Medien gehört selbstverständlich für den bis vor Kurzem noch jüngsten Bürgermeisterkandidaten dazu. Anders als Donald Trump nutzt Vogt den Nachrichtendienst Twitter bewusst nicht. „Ich verschicke nach dem Aufstehen keine Botschaften, ich koche erst mal Kaffee“, sagt Vogt lächelnd. Er hat aber zwei Facebook-Profile, eine eigene Internet-Seite (www.Christian-Vogt.info/), ein Instagram-Profil und seit Neuestem noch einen WhatsApp-Newsletter. „Wenn Sie mir schreiben, antworte ich selbst, das macht kein Automat“, sagt der CDU-Kandidat. Überhaupt ist offenbar viel Eigeninitiative und viel Fleiß drin in Vogts Wahlkampf. Die Beiträge für die erste Ausgabe einer eigenen Werbe-Zeitung – ganz „oldschool“ auf Papier – hat Vogt während seiner Urlaubsreise im November geschrieben. „Statt ein Buch zu lesen, habe ich halt Texte verfasst“, sagt der Neu-Diedenberger.

Kleines Kernteam

Ein kleines Wahlkampf-Kernteam und viele weitere Helfer aus CDU und Junger Union unterstützen den 39-Jährigen. Die Garage seiner Mutter wird schon mal als Plakat-Depot genutzt und auch Ehefrau Constanze hilft, indem sie Plakate individuell mit Terminen füllt. „Sie hat so eine schöne Handschrift“, sagt ihr Mann. Wie hoch sein Wahlkampf-Budget ist, will Vogt nicht öffentlich machen. So üppig, wie es früher schon mal bei anderen Kandidaten war, soll es aber dem Vernehmen nach nicht sein.

Dass er schon einiges mitgenommen hat aus den vielen Gesprächen, die er bislang geführt hat, verdeutlicht Vogt mittels einer Themen-Zusammenfassung, die sich wie ein wachsendes Wahlprogramm liest. Ein Punkt habe sich ja sogar schon umsetzen lassen, weist der CDU-Kandidat und -Vorsitzende, der zudem Stadtverordneter ist, auf das Umdenken beim Standort für das neue Stadtarchiv hin.

Windkraftanlagen rund um Langenhain und Wildsachsen werde es mit ihm nicht geben, verspricht Vogt. In Sachen Ultranet will er „dafür kämpfen, dass dieses gesundheitsgefährdende Strommonster Langenhain und Wildsachsen nicht verschandelt“. Den barrierefreien Umbau des Bahnhofs in Lorsbach schreibt er sich ebenso auf die Fahnen wie eine zweite Überquerungsmöglichkeit der Bahnstrecke in der Kernstadt und einen Regionalbahn-Haltepunkt an der geplanten „Wallauer Spange“.

Marxheim II

Die stadteigene Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) will Vogt weiter fördern und ausbauen. Was das mögliche Baugebiet Marxheim II betreffe, sei er „nach wie vor vorsichtig“, sagt Vogt. Das Wie bei der Umsetzung müsse geklärt werden. Und eine frühe Bürgerbeteiligung sei wichtig.

Dass er es mittlerweile mit fünf Gegnern zu tun hat, ficht den Christdemokraten nicht an. Die Rolle des Jüngsten hat er gerade abgegeben, an den 23-jährigen parteilosen Willi Schultze. „Das ist alles okay. Ich gehe meinen Weg“, sagt Vogt. Dass andere Kandidaten zum Teil ganz ähnliche Wahlkampfmittel einsetzen, ärgere ihn nicht. „Ich bin immer der erste, der es macht.“ Gerade hat er eine weitere Runde durch die Ortsteile begonnen, diesmal mit „Hofgesprächen“. Das erste in Marxheim hat bereits stattgefunden (siehe Info-Text). Zudem hat Vogt die Vereine zu Runden Tischen eingeladen. Eine Idee, wie sich Veranstaltungen unbürokratischer organisieren ließen, hat er auch schon. Er will eine Vereins- und Ehrenamtsagentur im Rathaus mit einem „Kümmerer“, der eine Lotsenfunktion bei allem übernehmen soll, was Verwaltungsbeteiligung erfordert.

Für die heiße Wahlkampfphase werde er seinen gesamten Jahresurlaub einsetzen und dazu noch sein Lebensarbeitszeit-Konto plündern. „Jetzt wird noch eine Schippe drauf gelegt“, verspricht Vogt. Er sei hochmotiviert, die viele Unterstützung und positive Resonanz gebe ihm zudem Kraft, sagt Vogt, für den in den nächsten Wochen nur eines zählt: „Ich will gewinnen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare