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Keine fremden Autos mehr in Hofheims Altstadt

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Von: Barbara Schmidt

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Spielt eine Schlüsselrolle im Konzept der Altstadtbürger: Die Kreuzung Hauptstraße/Neugasse/Oskar-Meyrer-Straße: Hier sollen die Autofahrer, die von unten aus der Hauptstraße kommen, künftig nach rechts in die Neugasse abbiegen müssen. Für sie ginge es dann weder weiter hoch zur Zeilsheimer Straße, noch über die Meyrer-Straße in Richtung Kapellenberg.
Spielt eine Schlüsselrolle im Konzept der Altstadtbürger: Die Kreuzung Hauptstraße/Neugasse/Oskar-Meyrer-Straße: Hier sollen die Autofahrer, die von unten aus der Hauptstraße kommen, künftig nach rechts in die Neugasse abbiegen müssen. Für sie ginge es dann weder weiter hoch zur Zeilsheimer Straße, noch über die Meyrer-Straße in Richtung Kapellenberg. © kajo

Die Bürgervereinigung macht Vorschläge zur Verkehrsberuhigung in der Innenstadt. Eine vielbefahrene Kreuzung soll eine Barriere bekommen.

Hofheim. „Der fremde Verkehr muss raus aus der Altstadt“, so umreißt Ralf Weber vom Vorstand der Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt das Ziel, das hinter allen Maßnahmen steht, die bei einem Verkehrsworkshop des Vereins im November mit rund 30 Interessierten aufgelistet wurden. Bürgermeister Christian Vogt (CDU) bedankte sich bei der kleinen Delegation des Vereins bei der offiziellen Überreichung des Papiers für eine „wunderbare Vorarbeit. Da kann man schon recht viel drauf aufbauen“. Stadtrat Bernhard Köppler (SPD) nannte es „erst mal wichtig, dass wir uns mit dem Thema auseinandersetzen“. Der Verkehrsexperte im Rathaus, Erster Stadtrat Wolfgang Exner (CDU), will sich Anfang Februar mit den Vertretern der Bürgervereinigung zu einem intensiveren Gespräch treffen.

Klar machten die drei Vertreter der Bürgervereinigung - neben Weber waren der Vorsitzende Andreas Friedrich und Renate Hofmann mit im Rathaus -, dass sie kein generelles Verbot von Autos in der Altstadt anstreben. Allerdings soll dem Schleichverkehr in Richtung Hofheimer Norden/Kapellenberg genauso das Durchfahren verleidet werden wie denen, die hier kreisen, um einen der wenigen kostenfreien Parkplätze zu ergattern.

Eine Maßnahme hält die Bürgervereinigung dabei für ganz besonders wichtig: An der Kreuzung Hauptstraße/Neugasse/Oskar-Meyrer-Straße soll eine diagonale Kreuzungsbarriere eingerichtet werden. Autofahrer von der südlichen Hauptstraße her hätten dann nur noch die Möglichkeit, rechts in die Neugasse einzubiegen. Die Poller, die hier eine Weiterfahrt in Richtung Elisabethenstraße bislang verhindern, sollen verschwinden. Wenn man nicht mehr oben bis zur Turnhallen-Kreuzung und auch nicht mehr nach links Richtung Kapellenberg gelangen könne, werde es für Autofahrer mit diesen Zielen unattraktiv, durch die Altstadt zu fahren, erläuterte Friedrich. Eine Einfahrt in das oberste Stück Hauptstraße von Norden soll möglich bleiben. Von dort könnte man dann aber nur noch in die Oskar-Meyrer-Straße fahren. Radfahrer, die in der Altstadt weiter überall willkommen bleiben sollen, müssten die Barriere umkurven.

Köppler erinnerte daran, dass jede Einzelmaßnahme immer auch Folgewirkungen auf andere Straßen habe, die mitzubedenken seien und fragte, ob ein Kreuzen der Elisabethenstraße bei einer solchen Regelung erlaubt sein sollte. Auch Vogt machte deutlich, dass gerade solcher Wechselwirkungen wegen bei allen Gesprächen auch die Initiative lebenswertes Ostend (ILO) einbezogen werden müsse.

Der Zehn-Punkte-Katalog der Bürgervereinigung sieht unter anderem noch vor, den gesamten Altstadt-Bereich zwischen Am Untertor, Elisabethenstraße, Neugasse, Oskar-Meyrer-Straße und Am Alten Bach bis An der Obermühle als verkehrsberuhigte Zone oder als Fußgängerzone auszuweisen. Anlieferfahrzeugen soll das Halten nur noch in vier Ladezonen erlaubt sein.

Dass bereits geltende Regeln laufend ignoriert werden, haben die Altstadtbürger immer wieder beobachtet. Für sie eine Erklärung: Viele Navigationsgeräte führten Autofahrer in die Irre. Daher wurde die Stadt noch gebeten, alle Navi-Anbieterfirmen auf die bestehende Verkehrsregelung schriftlich hinzuweisen und eine Anpassung zu verlangen. Dies sicherte Vogt zu.

Ob ein spezieller „Altstadt-Ausweis“ kommt, wie ihn die Bürgervereinigung möchte, um die Parkberechtigung zu regeln, gehört zu den weiteren Themen, mit denen sich alle zuständigen Gremien demnächst beschäftigen sollen. Dass es auch viele Bedenken und manche Widerstände geben dürfte, ist aus der langjährigen Diskussion um diese Fragen erwartbar. Doch die Einsicht, dass Innenstädte, um attraktiv zu sein, Entlastung vom motorisierten Verkehr brauchen, setzt sich in Europa immer stärker durch. Vieles ist auch eine Frage von Bequemlichkeit und Bewusstsein, glaubt Renate Hofmann, die betont: „Die Wege von allen umliegenden Parkmöglichkeiten in die Altstadt sind kurz.“

Erster Stadtrat Wolfgang Exner, Stadtrat Bernhard Köppler, Ralf Weber, Bürgermeister Christian Vogt, Renate Hofmann und Andreas Friedrich (von links) bei der Übergabe der Vorschläge im Rathaus.
Erster Stadtrat Wolfgang Exner, Stadtrat Bernhard Köppler, Ralf Weber, Bürgermeister Christian Vogt, Renate Hofmann und Andreas Friedrich (von links) bei der Übergabe der Vorschläge im Rathaus. © privat

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