Grundstücks-Bebauung

Klingenborn muss warten

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Die zahlreichen Zuhörer, die wegen der Bebauung des Grundstücks „Am Klingenborn“ in den Bau- und Planungsausschuss kamen, werden sich danach sicher gefragt haben, warum sie überhaupt da waren.

Die zahlreichen Zuhörer, die wegen der Bebauung des Grundstücks „Am Klingenborn“ in den Bau- und Planungsausschuss kamen, werden sich danach sicher gefragt haben, warum sie überhaupt da waren. Nicht nur, weil die betreffenden Tagesordnungspunkte erst zu später Abendstunde behandelt wurden, es wurde auch fast nichts entschieden. Zwei der drei Punkte wurden von der Tagesordnung genommen, lediglich der Durchführungsvertrag zwischen der Stadt und der Hofheimer Wohnungsbau (HWB) wurde beschlossen.

Stadtrat Wolfgang Winckler (SPD) begründete das damit, dass „die Diskussion mit dem Nachlassverwalter zu Ende geführt werden soll“. Der Stadtrat weiter: „Wir versuchen, die notwendige Klarheit zügig herbeizuführen, wir brauchen ausreichend tragfähige Grundlagen“. Um was es genau geht, ließ er im Ausschuss offen. Nur so viel: In der Vergangenheit war man der Meinung, die Testamentsvollstreckung sei erloschen, jetzt aber, so Winckler, hätte der „Testamentsvollstrecker eine andere Meinung“. Des Stadtrats Einschätzung: Das führt zu einer Verzögerung des Projekts.

Auf Nachfrage berichtete Rathaus-Sprecher Jonathan Vorrath, dass es bei den Gesprächen unter anderem darum geht, ob das Vorhaben dem im Schenkungsvertrag festgelegten Zweck entspricht. Das Ergebnis sei zwar „noch offen“, berichtete Vorrath. Man sei bei der Stadt aber „guter Dinge“. Man wollte im Ausschuss keine vollendeten Tatsachen schaffen, deshalb seien die Punkte von der Tagesordnung genommen worden.

Der Linke Bernd Hausmann hat jedoch seine Zweifel, dass die Verhandlungen so einfach verlaufen. Zum einen sieht er einen „Skandal“, weil die Stadt das Areal nach seiner Einschätzung überteuert an die HWB verkauft. Denn gemäß der sozialen Zweckbestimmung im Schenkungsvertrag an die Stadt, sei es kein Villengrundstück, sondern vielmehr eine Sozialimmobilie und somit sei das Areal „bestenfalls 200 Euro pro Quadratmeter wert“. Da die HWB, die dort unter anderem ein Generationen-Projekt verwirklichen will (wir berichteten), einen Quadratmeter-Preis von 500 Euro zahlt, kritisiert Hausmann, dass damit die „Haushaltslöcher der Stadt gestopft werden“ Und das sei nicht Sinn der Schenkung gewesen. Zur Erinnerung: Josefine Schultze-Kahleyß hatte der Stadt 1973 das parkähnliche Grundstück überlassen – für die medizinische Versorgung von alten Menschen dürfe es bebaut werden.

Hausmann hat jetzt einen umfangreichen Fragenkatalog an den Magistrat formuliert – in der Hoffnung, dass er schon in der Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch, 3. Februar, beantwortet wird. Unter anderem möchte der Linke wissen, ob die Stadt das Grundstück überhaupt an die HWB weiterverkaufen dürfe, ob im Schenkungsvertrag geregelt ist, wie und in welcher Höhe das Grundstück bebaut werden darf und ob das generationsübergreifende Wohnprojekt überhaupt der Zweckbestimmung der Schenkung entspricht. Für Hausmann wäre das Wohnen dort „nichts anderes, als in einem stinknormalen Mehrfamilienhaus“.

(mg)

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