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Kliniken-Chef Martin Menger macht nicht weiter

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Von: Barbara Schmidt

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Martin Menger
Martin Menger © Maik Reuß

Persönliche Gründe: Manager des Krankhaus-Konzerns Frankfurt Main-Taunus entscheidet sich gegen einen weiteren Fünfjahres-Vertrag.

Hofheim/Frankfurt. An der Spitze der Kliniken Frankfurt Main-Taunus (FMT) gibt es einen Wechsel. Martin Menger, seit Februar 2018 Vorsitzender der Geschäftsführung, hatte sich im Juli noch bedeckt gehalten, als es im Interview mit dieser Zeitung um die Frage ging: Wird er seinen Vertrag noch einmal verlängern? Er werde seinen Urlaub nutzen, darüber nachzudenken, kündigte Menger damals an. Nun hat sich der 63-Jährige, der in Niedersachsen zu Hause ist, gegen den vom Aufsichtsrat eigentlich angestrebten weiteren Fünf-Jahres-Vertrag entschieden.

Das geht aus einer aktuellen Stellenanzeige hervor, in der von einem „altersbedingten Ausscheiden des Vorsitzenden der Geschäftsführung“ die Rede ist. Gesucht wird daher „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ ein(e) weitere(r) Geschäftsführer(in) für den Kliniken-Konzern. Diese(r) soll „gemeinsam mit dem neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung“ die Kliniken Frankfurt Main-Taunus künftig leiten.

Martin Menger bestätigte gestern auf Anfrage die aktuell laufende Personalsuche: „Ich habe mich vor geraumer Zeit entschieden, meinen bis Mitte Februar 2023 datierten Geschäftsführer-Vertrag nicht zu verlängern und dies den Gesellschaftern und dem Aufsichtsratsvorsitzenden entsprechend mitgeteilt“, so der Krankenhaus-Manager. Das „intensive Werben der Gesellschafter und des Aufsichtsratsvorsitzenden, mich zu einer Verlängerung zu bewegen, hat mich sehr geehrt“, lässt Menger noch wissen. Die Entscheidung sei ihm daher „nicht leicht gefallen“ und sei „ausschließlich persönlichen Gründen geschuldet.“

Dem Klinikverbund bleibt Menger über den Februar 2023 hinaus in anderer Funktion verbunden. Er werde „auf Wunsch der Gesellschafter“, also der Stadt Frankfurt und des Main-Taunus-Kreises, „im Rahmen seiner Organtätigkeit in der für den Neubau verantwortlichen Zentralen Errichtungsgesellschaft“ (ZEG) deren Bau-Projekte weiter begleiten, heißt es aus den Kliniken. Unter anderem geht es um die Inbetriebnahme und den Umzug in den Neubau in Höchst.

Auch für den zweiten Bauabschnitt mit Errichtung eines Funktionsbaus soll Menger noch zur Verfügung stehen und zudem Projekte im Bereich der Materialwirtschaft und Logistik übernehmen, heißt es. „Mein Ziel ist und bleibt es, den Klinikneubau Frankfurt-Höchst noch während meiner Amtszeit, am liebsten noch in diesem Jahr, ans Netz zu bringen“, sagt Menger. Immer wieder hatte sich die Bauzeit verlängert. In dem eigentlich fertigen Haus laufen aktuell noch betriebstechnische Prüfungen. Der genaue Übergabe- und Umzugstermin soll nach deren Abschluss festgelegt werden.

Dürrer war gestern die Stellungnahme aus dem Kreishaus. Landrat Michael Cyriax, für den Gesellschafter MTK auch Aufsichtsratsmitglied, ließ auf Anfrage wissen, aktuell sei beabsichtigt, die Geschäftsführung weiterhin zweifach zu besetzen. Die Stelle sei ausgeschrieben worden, „da Herr Martin Menger, dem wir unseren Dank für seine bisherige Arbeit aussprechen, seinen Vertrag aus persönlichen Gründen nicht verlängern möchte.“

Menger kam 2018 nach der kurzfristigen Trennung des Aufsichtsrats von Geschäftsführer Dr. Tobias Kaltenbach zu den FMT-Kliniken. Unter seiner Führung machte der bis dahin nicht recht aus den Startlöchern gekommene Zusammenschluss der Kliniken des Main-Taunus-Kreises mit dem Klinikum Frankfurt Höchst erkennbare Fortschritte. Zudem gelang es zunächst, die Defizite bei beiden Klinik-Partnern so weit zu verringern, dass das von den Gesellschaftern im Konsortialvertrag vorgegebene Ziel, ohne finanzielle Unterstützung der Stadt Frankfurt und des Main-Taunus-Kreises auszukommen, zumindest möglich erschien - bis die Pandemie-Folgen erneut für Millionen-Defizite sorgten.

Die Formulierung in der Stellenanzeige, gesucht werde „ein weiterer Geschäftsführer“, der „gemeinsam mit dem neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung“ die Kliniken künftig leiten solle, lässt übrigens durchaus den Schluss zu, dass der bisherige zweite Mann an die Spitze rücken soll. Offiziell hieß es gestern dazu, „über den Vorsitz innerhalb der Geschäftsführung werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden“. Doch Menger hatte in der Vergangenheit schon deutlich gemacht, dass er sich Stefan Schad (40), den er 2018 in die Geschäftsführung geholt hatte, gut als seinen Nachfolger vorstellen kann. Der gebürtige Mainzer hatte zunächst die Geschäftsführung der Main-Taunus-Kliniken übernommen. Nach dem Weggang von Dr. Dorothea Dreizehnter wurde er Ende 2020 zusätzlich auch Geschäftsführer des Klinikums Höchst.

Stefan Schad
Stefan Schad © Knapp

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