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Der erste Teil-Abriss des Martha-Else-Hauses hat mit der Entkernung der Gebäude an Linden- und Friedensstraße ist bereits im Gange.

Martha-Else-Haus

Kosten klettern auf 17 Millionen

Begehrtes Projekt: Für das betreute Seniorenwohnen, das im zweiten Bauabschnitt am Martha-Else-Haus verwirklicht werden soll, gibt es bereits eine Warteliste.

Im Juni hatte Einrichtungsleiter und Geschäftsführer Axel Urban die Pläne für das neue Martha-Else-Haus vorgestellt. Doch noch gehen die Arbeiten, die dem Neubau in zwei Teilen erfolgen müssen, nur langsam voran. „Gut Ding will doch Weile haben“, kommentiert Urban die Beobachtung mit einem Lächeln. Tatsächlich ist es aber so, dass es noch einmal zu einer größeren Verzögerung gekommen ist, weil die Pläne erneut nachgebessert werden mussten. Grund waren zum einen hohe Auflagen, vor allem was den Brandschutz betrifft. Zum anderen habe er aber auch den Stiftungsvorstand überzeugen können, dass es Sinn ergebe, den neuen Vorschriften der Hessischen Heimmindestbauverordnung zu entsprechen, erläutert Urban. Wie berichtet, hatte das Land 2017 die Vorschriften deutlich ausgeweitet. Breitere Türen, durch die Pflegebetten geschoben werden können, oder mehr Quadratmeter Fläche pro Bewohnerzimmer oder ein Therapieraum als Muss etwa sind neuerdings verlangt. Da mache es keinen Sinn mehr, noch nach den alten Vorschriften zu bauen, selbst wenn dies rechtlich möglich gewesen wäre, meint Urban. Die Vorkalkulation stimmte nach all diesen Änderungen allerdings nicht mehr, wie der Geschäftsführer auch mitteilen muss. „Erheblich teurer“ werde der Neubau nun, statt der 12 Millionen Euro, mit denen noch im Juni gerechnet wurde, sei man mittlerweile bei 16,9 Millionen. Die Stiftung Martha-Else-Haus, die von den Schwestern Else und Martha Heilscher begründet worden war, wird den Ersatzbau für das 1963 als „Evangelisches Feierabendheim“ eröffnete und mehrfach erweiterte Alten- und Pflegeheim finanzieren. Sie habe eine weitere Wirtschaftlichkeitsberechnung aufgrund der neuen Zahlen anstellen lassen, so Urban. Das Ergebnis sei trotz der gestiegenen Baukosten weiter positiv.

Nach der erneuten Verzögerung bei der Planung hofft Urban, dass die Baugenehmigung bald erteilt wird. Der erste Teil-Abriss, der bereits abgesegnet ist, habe mit der Entkernung der Gebäude an Linden- und Friedensstraße begonnen. Als nächstes werde das Dach abgedeckt. Dann soll die Abrissbirne zum Einsatz kommen. Noch vor Weihnachten sollten die betroffenen Gebäudeteile komplett bis auf die Bodenplatte entfernt sein. Geht alles nach Plan, werden im Februar die Rohbauarbeiten für das künftige Pflegeheim mit drei Wohngruppen für je 17 Senioren beginnen. Vor allem für Demenzkranke sind die 51 Heim-Plätze gedacht. Im ersten Bauabschnitt wird auch eine Arztpraxis untergebracht. Derzeit sei man dabei, die Verträge mit einem Allgemeinmediziner auszuarbeiten, sagt Hausleiter Urban. Mit einer Bezugsfertigkeit rechnet Urban frühestens im Herbst 2020.

Danach beginnen Abriss und Neubau an der Staufenstraße. Hier ist betreutes Seniorenwohnen geplant. Er habe mit einer guten Nachfrage gerechnet, dass sie aber derart gut sei, dass man jetzt schon eine Warteliste führe, habe ihn doch überrascht, sagt Axel Urban. Die 13 Miet-Wohnungen, die zwischen 55 bis 85 Quadratmeter groß sein werden, bieten ein oder zwei Bewohnern Platz. Ja nach Bedarf soll es möglich sein, Leistungen des Martha-Else-Hauses vom Putzdienst bis zu ambulanter Pflege „einzukaufen“.

Für das Personal wichtig: Alle, die jetzt noch im Haus beschäftigt seien, würden über die Bauzeit ihre Arbeit behalten, versichert Geschäftsführer Urban. Auch wenn das Haus durch die derzeitige Unterbelegung nicht wirtschaftlich arbeiten könne, wolle man die eigenen guten Kräfte halten.  (babs)

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