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Die Stimmung war an allen Abenden riesig: Vor der großen Show-Bühne auf dem Kellereiplatz wurde gefeiert und getanzt.

Zum 29. Mal Party pur

Kreisstadtsommer-Eröffnungsfest weckt Erinnerungen an den Hessentag 1988

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Mit dem Eröffnungsfest beginnt seit 29 Jahren der Kreisstadtsommer. Geboren wurde er aus der Idee, etwas vom Hessentags-Flair alle Jahre wieder aufleben zu lassen. Auch in diesem Jahr ist das wieder gelungen.

Es hat schon eine ganz eigene Faszination. Zum 29. Mal hat die Kreisstadt ihren Kreisstadtsommer von Freitag an mit einem dreitägigen Fest eröffnet und damit einmal mehr ein wenig von der Hessentags-Atmosphäre des Jahres 1988 zurückgeholt. Klar, in deutlich kleineren Dimensionen als damals. Aber die Grund-Mischung ist noch immer dieselbe. Denn sie stimmt offenbar. Musik und Kultur kostenfrei, eine reiche Auswahl an Ess- und Trinkbarem, viel Platz für Begegnung, ein buntes Programm für die Kinder, viel Atmosphäre vor schöner, historischer Kulisse und natürlich – wie könnte es in Hofheim anders sein – viel Sonnenschein.

Voll war’s folgerichtig. Vor allem an den beiden lauen Sommerabenden am Freitag und Samstag strömten die Besucher vor die Bühnen vor und hinter dem Kellereigebäude und hatten vor allem eines: Spaß. Party pur hatte das Team Stadtkultur versprochen, die engagierten Bands trafen auf ein feier- und tanzfreudiges Publikum und hatten es entsprechend leicht, mit Hits wie „Highway to Hell“, „Verdamp lang her“ (so Back Home am Freitag) oder „Und die Chöre singen für dich“ (Die Wüazbuam am Samstag) die Stimmung hoch zu kochen. Unterschiedlich kam an, was die Nachwuchsbands auf dem Ludwig-Meidner-Platz brachten. „Who’s Mary“ gehörte hier zu den Favoriten. „Einfach großartig“, so das Urteil eines Zuhörers.

„Ein bisschen leiser wäre noch schöner“, hieß es zwar am Weinstand nebendran, aber diese Klagen gehören ebenfalls fast seit 30 Jahren dazu. „Das ist ein Party-Event, und wir versprechen auch nichts anderes“, sagt Anja Seeharsch vom Team Stadtkultur. Wer sich unterhalten mochte, fand weiter hinten Richtung Chinon-Center ruhigere Zonen. Viel Kundschaft hatte dort die lustige Truppe aus Chinon, wo besonders der Rosé-Wein gut gekühlt und heiß begehrt war.

Gut an kam gestern Morgen auch der Frühschoppen. Vom Start weg waren die Tische vor der Bühne voll besetzt. Helene-Fischer Double Lena Berg, in knallrotem, paillettenbesetzten Outfit, brachte das Publikum mühelos zum Mitsingen. 14 Hofheimer Vereine füllten zudem die Hauptbühne, so dass auch tagsüber immer etwas los war.

Immer noch so schön wie beim Hessentag und einfach unverzichtbar sind die „Walking acts“ der Straßenkünstler. „Das dürfen wir nicht weglassen, sonst gäb’s richtig Ärger“, sind sich Anja Seeharsch und Britta Schley als Programm-Macherinnen einig. Die übergroßen Schmetterlinge oder der Drache mit dem magischen Magen sorgten nicht nur bei den Kindern für große Augen und wurden zum bevorzugten Handy-Foto-Motiv.

Genauso unverzichtbar und ebenfalls zum 30. Mal dabei: Die Rollenrutsche. Selbst die allerkleinsten, wie das 13 Monate alte Mädel mit rosa gepunktetem Hütchen, das kaum über den Kistenrand gucken konnte, hatten beim Rutschen schon ihren Spaß. Die Schwestern Nina (8), Enie (6) und Maja (5) begeisterten sich für die Idee der Hofheimer Kulturwerkstatt, an deren Stand 100 von Ikea gespendete Hocker bemalt werden durften. „Ich mal einen Froschkönig“, hatte sich Enie vorgenommen, einem Modell von Künstlerin Heidi Werkmann nachzueifern.

Dass der Kreisstadtsommer immer noch bereichert werden kann, zeigt der Flohmarkt des TV 1860 Hofheim vor Rathaus und Stadthalle. „Mit 130 Ständen haben wir dieses Jahr einen neuen Rekord“, war Mitorganisator Thomas Betzel mit dem Zuspruch bei der 4. Auflage total zufrieden. Dabei sind immer auch die Geschäftsleute mit einem verkaufsoffenen Sonntag und einigen Rabatt-Aktionen. Gekostet hat das Auftaktfest 59 400 Euro, 28 000 Euro aus Steuergeldern, den Rest decken Sponsoring und Standgebühren.

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