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Das gesellige Picknicken lockt viele Menschen in Hofheims Mitte.

Riesenpicknick

Kreisstadtsommer feiert Geburtstag mit einer bunten Tafel

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An insgesamt 44 Biertischen miteinander essen und reden – das war jetzt mitten in Hofheim möglich. Vielleicht gibt’s nächstes Jahr eine Wiederholung.

Große Augen machte, wer am Sonntag durch Hofheims Einkaufsstraße flanierte oder sich in einem der schmucken Cafés niedergelassen hatte. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Kreisstadtsommers hatte die Stadt nämlich zu einem Riesenpicknick mit Volksfeststimmung geladen. Vom Alten Rathaus bis zur Burggrabenstraße zog sich die Mammuttafel aus 44 Biertischen und doppelt so vielen Bänken, die im Vorfeld von Vereinen und Privatpersonen reserviert werden konnten – die Gebühr dafür war für die Hatters- und Hofheimer Tafel bestimmt.

Gleich vier Tische hatten die Tenkodogofreunde mittendrin reserviert und mit bunt bedruckten, afrikanischen Tüchern und Holzfiguren dekoriert. „Bei uns gibt es leckeren Rosé aus Chinon“, verrät ein Mitglied. Hübsch dekoriert ist auch der Tisch der Karnevalsgesellschaft 1900. Blumen und Kerzen sorgen für festliches Ambiente. Inmitten von Schalen mit geschnippelter Rohkost und schmackhaften Häppchen thront das Wahrzeichen des Vereins, die Ambet.

Neben der langen Tafel hat sich Leierkastenmann Gerardo postiert. Der Hofheimer Entertainer ist begeistert von der Stimmung auf der Gass. „Südländisches Flair, die Leute treffen sich draußen, so etwas sollte es häufiger geben“, schwärmt er. „Das findet auch findet Lydia Dörr (81), die sich mit dem Singkreis der Nachbarschaftshilfe ein paar Tische reserviert hat. Neben Kuchen und Salaten haben die Senioren Liedblätter und ein Akkordeon mitgebracht. „Wir lassen uns das Singen nicht verbieten!“, schmettern sie laut und fröhlich durch die Straße. Das sei ihr Donnerstagslied, verraten sie. Jeden Donnerstag nämlich treffe man sich zum gemeinsamen Singen, die älteste Sängerin sei 99 Jahre alt.

„Für alte Leute ist es wichtig, einen festen Termin zu haben, an dem man rausgehen muss“, so Dörr. Und dieser an der langen Tafel gefalle ihnen besonders gut. „Nächstens nur am besten um 15 Uhr zur Kaffeezeit“, schmunzeln sie. Außerdem könne die Stadt durchaus eine höhere Gebühr für eine Tisch verlangen. „Ist ja für einen guten Zweck, und wir haben unseren Spaß.“

Alt und jung sitzen gemischt beieinander. Die einen kennen sich über einen Verein, andere haben für das Event Freunde zusammengetrommelt. „Wir sind mit acht Familien hier“, sagt Sabrina Sallicuti, während sie mit einer Bekannten italienische und spanische Speisen fürs Riesen-Familienpicknick auf die Tische deckt.Die meisten von ihnen Ex-Kindergartenfreundschaften, die geblieben sind. „Das ist wirklich eine tolle Idee.“

Nebenan wird derweil eine Riesenwurstplatte aufgefahren, anderswo sind es süße Genüsse. „Wenn das so gut ankommt, machen wir das bestimmt nochmal“, verspricht Elli Wagner am Tisch der CDU-Fraktion. Auch die Kollegen von der SPD sind mit einer Truppe vor Ort. Ihren Tisch haben sie mit roter Lack-Tischdecke und roten Servietten passend dekoriert. Stadtrat Wulf Baltruschat zaubert am Nachbartisch mit Freunden sogar ein bisschen Oktoberfest- Stimmung auf die Hofheimer Gass. Stilecht nicht nur die Kleidung in Dirndl und Lederhosen, sondern auch die weiß-blau-gewürfelte Deko. Dazu gibt es Brezen, Obatzter und natürlich die Maß Bier.

Feines Geschirr mit Blumenmuster haben die Mitarbeiter des nahen Familienzentrums nach draußen getragen. „Wir hatten gar keinen Tisch reserviert, weil wir dachten, es kämen nicht genug Leute zusammen“, verrät Martina Gunkel-Hochstadt. Nun sind sie doch zu viert und haben die lange Tafel einfach um einen eigenen, kleinen Tisch am Kopfende erweitert, an dem sie nun selbst gebackenen Kuchen speisen. Das Picknick sei wirklich eine schöne Idee, finden sie.

Eine positive Bilanz ziehen auch die Verantwortlichen der Stadt Hofheim. „Es war ordentlich ’was los!“, so Pressesprecher Jonathan Vorrath. Ob nächstes Jahr erneut an langer Tafel gepicknickt wird, werde sich bei der Plaunung des Kreisstadtsommers 2019 zeigen. „Ausgeschlossen ist nichts.“

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