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Horst Völker hat gerade das Bundesverdienstkreuz ans Revers gesteckt bekommen. Er und seine Ehefrau Kathi freuen sich darüber.

Horst Völker

Langjähriger Ortsvorsteher von Langenhain erhält das Bundesverdienstkreuz

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Horst Völker hat schon viele Auszeichnungen für sein ehrenamtliches Engagement erhalten. Nun bekam er das Bundesverdienstkreuz – und ein Ständchen dazu.

Die Kreisverwaltung hat nicht herausfinden können, ob jemand in Hessen länger als 27 Jahre lang Ortsvorsteher war. Horst Völker hat für sein Engagement im Ortsteil Langenhain schon im vergangenen Jahr die goldene Ehrennadel der Stadt Hofheim bekommen – und zuvor schon alle anderen, welche die Kreisstadt zu vergeben hat. 30 Jahre arbeitete er im Ortsgericht mit, mehr als 20 Jahre war er Vorsitzender des Gesangsvereins 1844.

Dies und noch einige andere Aktivitäten wären jede für sich alleine bereits für eine Auszeichnung gut. Landrat Michael Cyriax fasst einfach alles zusammen, geehrt wurde Horst Völker für sein Lebenswerk. Bürgermeisterin Gisela Stang und Landrat Cyriax machten es in unterschiedlichen Worten deutlich, meinten aber das gleiche: An den unterschiedlichen Stellen bedeutete der Einsatz immer, etwas für die Menschen in Langenhain zu tun und den Zusammenhalt der Gemeinschaft.

Das muss nicht immer die anfängliche Motivation sein. In den Gesangverein geht man, wenn man

Spaß am Singen

hat. Einen Vorstandsposten in einem solchen Verein aber übernimmt man, wenn sich dem Verein und den Sängern verpflichtet fühlt. Spaß am Gesang hat Völker immer noch. „Ton in Ton“, heißt der heutige Chor des Gesangsverein, aus dem ein Quintett zur Überraschung Völkers im Landratsamt auftauchte und ein paar Kostproben gab, das Spektrum reicht von Mozart bis Abba.

Zu hören gab es auch eine hessische Version des Winterlieds „Schneelflöckchen, Weißröckchen.“ Der Text stammt von Horst Völker, und der kann als Autor dreier Bücher zum örtlichen Dialekt da durchaus als Experte gelten – als gebürtiger Langenhainer sowieso. Völker weiß, dass die Kinder in Langenhain zum Schmutz „Bäägs“ sagen, dass der Nachttopf seit der Zeit der französischen Besatzung auch „Bottschoarmberche“ heißt, und dass man als Kind, wenn man einen solchen umwarf, ganz gerne einmal „die Feng“ bekam, also ein paar kräftige Ohrfeigen.

Der heute 87-jährige Völker begann sein Engagement beim Gesangverein, trat auch der TGS Langenhain bei, dem Akkordeonorchester und der Kerbegesellschaft bei. Da wird man mit der Zeit bekannt im Ort, und irgendwann kommt dann die Anfrage, ob man bereit sei, sich kommunalpolitisch zu engagieren. „Man rutscht da so rein“, hat Völker einmal zu dieser Zeitung gesagt. Mit anderen Worten: Man drängt sich danach nicht unbedingt. Aber man macht es auch nicht ungern, sonst hätte man es schnell wieder bleiben lassen.

Landrat Ciriax stellte heraus, dass dies auch mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden ist. Als Ortsvorsteher leite man nicht nur alle paar Wochen eine Sitzung, weiß Cyriax. Es wird erwartet, dass man sich bei öffentlichen Veranstaltungen blicken lässt, und dass man als Ansprechpartner für die Bürger zur Verfügung steht. Die Ehrung schloss daher den Dank an Ehefrau Kathi mit ein – eine Partnerin muss mit einem solchen Engagement einverstanden sein.

Bürgermeisterin Stang hob hervor, dass Völker in Langenhain nie Stimmung gemacht hat gegen die Stadt Hofheim – nicht jeder Ortspolitiker konnte in den turbulenten 1970er Jahren dieser Versuchung widerstehen.

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