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Die Frauen hatten bei der Schrubbersitzung sichtlich viel Spaß.

20. Schrubbersitzung

Lauter nette Frauen

Auch zur 20. Schrubbersitzung wurden die Männer verbannt – von ein paar Ausnahmen mal abgesehen.

„Vor 20 Jahren fing es an, endlich waren die Frauen dran. Weg vom Herd aus der Küch’, hörte man der Männer Flüch’. Ne Damensitzung musste sein, Frauen unter sich allein. Party-Stimmung, Freude pur, so was können Frauen nur. Schrubbersitzung war geboren, die Männerdomäne verloren“, brachte es Frontsänger „Schumi“ alias Dieter Schumann von der Band „Spitze(n)Bube“ auf den Punkt. Das Ständchen brachte er am Donnerstag zum 20. Geburtstag der Schrubbersitzung in der Stadthalle.

Bei der Sitzung von und für Frauen wurde selbst das männliche Gefolge der amtierenden 28. Hofheimer Ambett, Marina Müncheberg, gleich zu Beginn des Abends symbolisch in die Keglerklause im Keller verbannt. Geduldet wurden am Donnerstagabend neben Erhard Blatt, dem Vorsitzenden der KG 1900, nur die Kellner und die „Spitze(n) Buben“ im Saal, die seit 19 Jahren die Saal-Band bilden, wie Sitzungspräsidentin Petra Feist unter großem Applaus der 700 Närrinnen betonte. Diese hatten am 11.11. um 11.11 Uhr wieder den Kartenvorverkauf gestürmt, so dass wie in jedem Jahr der Server der KG 1900 innerhalb von Minuten zusammengebrochen war, wie Monika Beßmann dem Kreisblatt gegenüber stolz berichtete.

Denn die Schrubbersitzung, die Frauen aus der ganzen Region anzieht und sogar eine waschechte Kölnerin aus ihrer angestammten Fastnachtshochburg am Rhein Jahr für Jahr in die Kreisstadt des Main-Taunus-Kreises lockt, hat schon längst

Kultstatus

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Beßmann gehörte 1996 zu der Gruppe von sechs Frauen um Petra Feist, die den männlichen Narren in der Karnevalsgesellschaft Paroli bieten wollten, indem sie in Hofheim eine Frauensitzung auf die Beine stellten. Neben ihr und Feist sind bis heute Cornelia Theisen-Niederastroth, Christiane Herzog sowie die beiden Schwestern Diana und Irmtraud Schneller im Elferrat aktiv und sorgen so für die nötige Kontinuität. Anlässlich des Jubiläums haben die Närrinnen sogar einen extra Fastnachtsorden produzieren lassen mit der Aufschrift „20 Jahre Regentschaft der Schrubber“.

„Die Stimmung, die Vorträge und vor allem das Männerballett – eigentlich das ganze Programm – sind hier einfach super“, betonte Christine Loeper, die zusammen mit ihren Freundinnen aus Diedenbergen seit fünf Jahren zu den Stammgästen gehört. „Ich würde aber auch alleine kommen, denn hier lernt man jede Menge netter Frauen kennen“, unterstrich die 49-Jährige, die natürlich auch mit der obligatorischen Kittelschürze kostümiert war. Wie die anderen im Saal stand die Diedenbergerin mit ihren Freundinnen zusammen immer wieder auf den Stühlen und belohnte die einzelnen Programmpunkte mit großem Applaus.

Nach dem Einzug der Ambett und ihres Gefolges folgte ein Höhepunkt dem anderen – angefangen bei der 1. Hofheimer Streetband bis hin zu anderen KG-Eigengewächsen wie der Topolino-Garde, der Zigeunergruppe, der Showtanzgruppe „Cascadas“ oder den Hofheimer Bürgern, die seit vielen Jahren das Publikum mit ihrem Musikprogramm begeistern.

Nicht fehlen durfte die Show-Formation der Flotten Feger, die sich mit ihrem Auftritt allerdings von der Bühne verabschiedeten. Denn auch wenn die Altersspanne der Mitglieder bei 18 Jahren anfängt, haben viele doch schon ihr 80. Wiegenfest erreicht. Bereichert wurde das abendfüllende Programm durch Vollblutfastnachter mit Rang und Namen; zum Beispiel Corinna Kuhn, die wieder die „Dolle“ in der Bütt gab.

(lux)

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