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An der Abholung des Sperrmülls soll sich erstmal nichts ändern, es bleibt dabei, einmal pro Quartal wird abgeholt, was vor der Haustür steht.

Abfall

Lkw-Maut lässt Müllgebühren steigen

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Der Hausmüll wird teurer, beim Sperrmüll ändert sich vorerst nichts. Der Abfall bleibt aber auch künftig ein Thema in Hofheim.

Dass man es bei der Organisation zum Beispiel des Sperrmülls nicht allen recht machen kann, hat gerade die Stadt Eppstein gemerkt. Die hatte von festen Abholterminen für alle auf Abholung nach telefonischer Bestellung umgestellt, auch in der Hoffnung, den Verkehr einzudämmen, den die Sperrmüllsammler mit den weißen Lieferwagen verursachen. Nach einer zweijährigen Testphase hat die Stadt die Bürger gefragt – und stellt wieder auf das frühere System um.

In Hofheim wird es dies vorerst nicht geben, auch wenn in verschiedenen Ortsbeiräten und jetzt auch in der Stadtverordnetenversammlung entsprechende Wünsche laut werden. Das jetzige System mit einer Abholung zu festgelegten Terminen pro Quartal sei mehrheitlich beschlossen und im Vertrag mit der Entsorgungsfirma festgeschrieben, so Erster Stadtrat Wolfgang Exner im Umweltausschuss. Erst im Jahre 2021, vor der Neuausschreibung der Leistungen, könne über Änderungen beraten werden.

Gelbe Säcke auch teurer?

Ein Thema bleibt der Müll in Hofheim trotzdem. Erstens wird das so sein wegen der gelben Säcke – durch gesetzliche Änderungen kämen schwierige Verhandlungen auf die Stadt zu, so Exner. Und zweitens möchte die Verwaltung eine Arbeitsgruppe einrichten, in der es um das Thema des einfach so auf die Straße oder in die Landschaft geworfenen Mülls geht. Linken-Fraktionschef Bernd Hausmann hatte im Umweltausschuss gleich einen Lösungsvorschlag parat – er glaubt, dass das Problem mit drastischen Geldstrafen in den Griff zu bekommen ist.

Bei der beschlossenen Erhöhung der Müllgebühren zum kommenden Jahreswechsel ist er sich mit der Mehrheit im Parlament nicht einig. Beschlossen wurde eine deutliche Erhöhung der Müllgebühren – die 120-Liter-Tonne kostet jährlich 222 statt bisher 186 Euro, die 240-Liter-Tonne 367 statt 317 Euro. Die Linke moniert, dass die Erhöhung um so deutlicher ausfällt, je kleiner die Tonne ist, dadurch der Preisabstand zwischen den Tonnen geringer wird und die Hofheimer dann dazu neigen, eine größere Tonne zu bestellen. Dies laufe aber dem Ziel der Müllvermeidung zuwider.

SPD-Mann Werner Wittchen glaubt an diesen Mechanismus nicht. Man bestelle die Mülltonne nach Bedarf, nicht nach dem Preis, ist er überzeugt. Schaffe man große Anreize zur Nutzung kleiner Tonnen, führe dies zur wilden Abfallentsorgung in Wald und Feld. Erster Stadtrat Wolfgang Exner zeigte sich ganz zufrieden mit dem System in Hofheim: „Wir haben das komfortabelste Müllsystem im ganzen Kreis, und das bei vergleichsweise niedrigen Gebühren.“ Grünen-Sprecher Daniel Philipp hält aus ganz anderen Gründen von der ganze Debatte nichts: „Wir sollten lieber über Müllvermeidung diskutieren als über Müllbeseitigung.“

Erhöht werden müssen die Gebühren übrigens, weil in den vergangenen Jahren die Kosten der Müllbeseitigung höher waren als die Einnahmen. Dies war auch so beabsichtigt, um eine zuvor angehäufte Rücklage wieder abzubauen. Diese Reserve ist nun weg, außerdem sind verschiedene Kosten angestiegen. Unter anderem wird sich die Lkw-Maut auf die Müllgebühren auswirken, und in Hofheim sollen auch unterirdische Glascontainer, die in die Jahre gekommen sind, ausgetauscht werden. Auch die Entsorgung der Gelben Säcke könnte in absehbarer Zeit teurer werden.

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