Im alten Dorfkern von Lorsbach werden neue Wasserleitungen verlegt.
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Im alten Dorfkern von Lorsbach werden neue Wasserleitungen verlegt.

Bauarbeiten

Lorsbach: Vollsperrung nervt Anlieger

  • vonManfred Becht
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Neue Wasserleitungen werden im alten Ortskern verlegt. Deshalb gibt es zwei Monate lang eine Riesenumleitung nach Langenhain.

Lorsbach. Dass es alles nicht so ganz rund läuft mit der Kommunikation, das konnte man schon Mitte August im Lorsbacher Ortsbeirat ahnen. Da berichtete ein Stadtverordneter, der der Betriebskommission der Stadtwerke angehört, von der bevorstehenden Sperrung im Ort. Bis zum Bürgermeister hatte sich das bis zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht herumgesprochen. Auch die Anwohner wurden überrascht. Nicht überall, wo es sinnvoll gewesen wäre, wurden Hinweiszettel in die Briefkästen geworfen. Und wo sie kamen, kamen sie erst kurz vor Beginn der Arbeiten. Von berechtigten Einwänden spricht die Stadt und gelobt Besserung. "Das hätte unsererseits besser laufen müssen", heißt es.

Das gilt wohl auch für die Müllabfuhr. Am Freitag wurden nicht alle Biotonnen geleert, zum Teil standen sie auch am Sonntag noch am Straßenrand. Viele Tonnen blockierten die schmalen Gehwege, schimpft der Lorsbacher Alexander Henschel. "Da hat es ein bisschen geklemmt", räumt Rathaus-Sprecher Jonathan Vorrath ein. Das Entsorgungsunternehmen darf mit seinen großen Fahrzeugen die steile Landstraße nach Langenhain nicht befahren und muss für die Dauer der Bauarbeiten jetzt kleinere Autos einsetzen.

Das ist dann bis Ende Oktober. So lange dauert es nach Auskunft der Stadt, bis die Stadtwerke dort eine neue Trinkwasserleitung verlegt haben. So lange besteht auch noch die Vollsperrung zwischen dem Bahnübergang und dem Zimmerplatz. Die Umleitung führt über Langenhain; versperrt ist auch der Weg über den Bahnübergang am Sportplatz. Nur die Bewohner der Bornstraße erreichen von dort ihre Häuser.

Ohne die Vollsperrung würde es doppelt so lange dauern, sagt Vorrath. Das heißt, erst an Weihnachten wäre die Straße wieder frei. Das habe man den Bürgern nicht zumuten wollen, sagen die Stadtwerke. "Allerdings hätten wohl viele Bewohner eine längere Bauzeit mit geregelter Durchfahrtmöglichkeit bevorzugt", so Anwohner Alexander Henschel.

Warum das eine so große Verzögerung bedeuten würde? Es beginnt damit, dass manche Maschinen nicht eingesetzt werden können, da Mindestabstände zum Straßenverkehr einzuhalten sind. Außerdem fällt Lagerplatz für Baumaterial weg, wenn eine Spur freigehalten werden muss; auch das bringt Verzögerungen. Und es gibt Arbeiten, die verzögern sich, wenn sie in mehrere Abschnitte unterteilt werden müssen. Nicht eingerechnet dabei ist, dass es im Winter zu Minustemperaturen kommen kann, die die Arbeiten im Straßenuntergrund massiv behindern oder unmöglich machen.

Sorgen wegen der Sicherheit brauchen sich die Lorsbacher nicht zu machen, betont die Stadt. Wenn die Feuerwehr in den Südteil des Ortes muss, sorgt der jeweils anwesende Vorarbeiter für freie Durchfahrt, erklärt Vorrath. Zu hören ist, dass bei Alarmierungen der Lorsbacher Wehr zu größeren Einsätzen immer auch die Langenhainer Feuerwehr gerufen wird. Ebenfalls durch die Baustelle gelassen wird der Krankenwagen, der seit einer Weile ja von der neuen Rettungswache der Malteser nach Lorsbach oder Langenhain fährt.

Eine gute Nachricht immerhin hat die Stadt noch: Bislang laufen die Arbeiten planmäßig, von Verzögerungen sei nicht auszugehen. Wobei man im Tiefbau nie sicher sein kann, dass es nicht unvorhergesehene Probleme gibt. bt

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