Symbolbild: Die Agentur für Arbeit hat die Zahlen für den Monat September vorgelegt.
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Symbolbild: Die Agentur für Arbeit hat die Zahlen für den Monat September vorgelegt.

Wirtschaft

Main-Taunus: Keine Erholung auf dem Arbeitsmarkt

  • vonManfred Becht
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Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist im MTK geringer als im Bundesdurchschnitt.

Main-Taunus -6336 Einwohner des Main-Taunus-Kreises haben im September nach einem neuen Arbeitsplatz gesucht. Das sind 213 weniger als im August, ein Rückgang um 3,3 Prozent. Dieser ist damit leicht unterdurchschnittlich ausgefallen, denn für Hessen wie auch für Deutschland insgesamt hat die Arbeitsagentur einen Rückgang um 3,7 Prozent gemeldet. Die Arbeitslosenquote ist im Main-Taunus-Kreis um 0,1 Prozentpunkte auf nun 4,9 Prozent gefallen.

Das bedeutet aber keineswegs, dass sich der Arbeitsmarkt von den Folgen der Corona-Pandemie schon wieder erholt. Matthias Oppel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Bad Homburg, spricht vom "üblichen Trend einer Herbstbelebung." Und tatsächlich war auch im September des vergangenen Jahres die Zahl der Arbeitslosen gefallen, und zwar um 5,2 Prozent. Die Herbstbelebung ist also geringer ausgefallen als im Vorjahr.

Die meisten zusätzlichen Arbeitslosen hat die Pandemie im Main-Taunus-Kreis der Transportbranche beschert. Dort suchten im September 1723 Arbeitslose einen neuen Job, 594 mehr als vor einem Jahr. Im Einzelhandel einschließlich Gastronomie und Tourismus suchen 403 Kreis-Bewohner mehr als im Vorjahr einen neuen Job, in der Produktion 318, bei den Büroberufen von der Verwaltung bis zur Buchhaltung sind es 307, im Bereich Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung schließlich 212.

Genauer, nach einzelnen Berufen etwa, werden die Daten nicht aufgeschlüsselt, bedauert Berit Grautmann, Pressesprecherin der Arbeitsagentur Bad Homburg. Aus den Zahlen ergibt sich auch, dass der Arbeitsplatzabbau in der Logistikbranche auch im September noch angehalten hat, während sowohl im Gesundheits- und Bildungswesen als auch bei den Büroberufen wieder Personal eingestellt wurde.

Mehr ältere Menschen sind ohne Arbeit

Differenziert ist die Situation nicht nur mit Blick auf die einzelnen Branchen zu betrachten. Profitieren konnten von der Herbstbelebung vor allem junge Menschen, während die Zahl der Langzeitarbeitslosen weiter zunimmt - zwar langsam, aber stetig. Tatsächlich hat im Kreis die Zahl der Arbeitslosen bis 25 Jahren um 59 gegenüber dem Vormonat abgenommen, während die Zahl der Menschen ab 55 Jahren, die einen neuen Job suchten, um 8 angestiegen ist.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im September von 1734 auf 1787 angestiegen; vor einem Jahr waren 1328. 2458 Ausländer, und damit 84 weniger als im August, waren im September arbeitslos, allerdings sind das 799 mehr als im September 2019.

Erheblich zurückgegangen sind die Anmeldungen von Kurzarbeit. 2579 Unternehmen meldeten sich deswegen seit April bei der Arbeitsagentur, davon im September gerade noch 22. Insgesamt betraf dies mehr als 34 000 Beschäftigte. Nach Einschätzung der Arbeitsagentur hat die Kurzarbeit ein "bodenloses Abstürzen" des Arbeitsmarktes verhindert. Es bleibe wichtig, auf diese Weise Beschäftigung statt Arbeitslosigkeit zu finanzieren. Aber das Instrument der Kurzarbeit sei endlich, betont Agenturchef Oppel. Sein Rat: "Die Weiterbildung der Beschäftigten im Betrieb wird mehr an Bedeutung gewinnen und sollte in der Zeit der Kurzarbeit bereits genutzt werden, um mit Einsetzen der wirtschaftlichen Erholung alle Potenziale ausschöpfen zu können."

Beim Blick auf die Städte und Gemeinden zeigt sich, dass der Rückgang der Arbeitslosigkeit alle Kommunen betrifft. Wie üblich, ändern sich in den größten Städten Hofheim und Kelkheim die Zahlen am meisten. Dagegen fällt der Rückgang in Hattersheim als drittgrößter Kommune im Kreisgebiet deutlich geringer aus. Die Zahlen für die Städte und Gemeinden im Einzelnen: Bad Soden 529 (Veränderung gegenüber August: -16), Eppstein 300 (-8), Eschborn 634 (-14), Flörsheim 697 (-33), Hattersheim 1109 (-16), Hochheim 418 (-1), Hofheim 938 (-41), Kelkheim 588 (-41), Kriftel 242 (-13), Liederbach 217 (-11), Schwalbach 480 (-2), Sulzbach 184 (-16). Manfred Becht

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