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Zahl der Covid-Patienten in den Kliniken steigt

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Von: Barbara Schmidt

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Fachgespräch vor der Intensivstation: Anästhesist Norbert Harbolla stimmt sich mit Oberärztin Jutta Kolata ab.
Fachgespräch vor der Intensivstation: Anästhesist Norbert Harbolla stimmt sich mit Oberärztin Jutta Kolata ab. © Knapp

Die Corona-Lage spitzt sich auch in den Kliniken im Main-Taunus-Kreis zu. Auch beim Personal gibt es mehr Krankheitsfälle durch Infektionen im häuslichen Umfeld.

Hofheim - Über das Wochenende ist im Rhein-Main-Gebiet die Zahl von Covid-Patienten, die eine Krankenhausbehandlung benötigen, "etwas hochgeschwappt", wie der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Dr. Thomas Müller, im Gespräch mit unserer Redaktion berichtete. Enger sei es in den Zentren Frankfurt, Darmstadt und Offenbach geworden. Nach wie vor steuert das Uniklinikum in Frankfurt die Verteilung der Covid-Patienten. Im Hofheimer Krankenhaus, in dem die Klinik von Dr. Müller auf Lungenerkrankungen spezialisiert ist, wurden gestern auf der Intensiv-Station vier Patienten mit Corona oder dem Verdacht darauf behandelt. "Das ist nicht dramatisch", bestätigt Müller.

Entspannt ist die Lage aber nicht, denn mit dem Wechsel auf die Omikron-Variante sind nun mehr Patienten auf der Covid-Normalstation zu behandeln. Gestern mussten insgesamt 18 Menschen auf diesem Level versorgt werden. Das Durchschnittsalter liege wieder etwas höher, "eher zehn Jahre älter als noch vor einigen Monaten" seien die Betroffenen.

Corona-Infektionen im Main-Taunus-Kreis: Höhere Personalausfälle in den Kliniken

Zugleich falle mehr Personal aus, als es sonst in den Wintermonaten normal sei, berichtet der Chefarzt, der auch Ärztlicher Direktor der Varisano-Kliniken im Main-Taunus ist. Auch bei den Beschäftigten ist Omikron die Ursache für ihr Fehlen, zumeist aufgrund von Infektionen im häuslichen Umfeld. "Oft sind es Kinder, die das Virus mit nach Hause bringen", sieht Müller vor allem Eltern unter seinen Kollegen und beim Pflegepersonal betroffen. Wer geboostert sei, habe in der Regel nur milde Symptome. Wer ganz beschwerdefrei sei, dürfe sogar zur Arbeit kommen, sagt Müller. Auch die Verkürzung der Quarantänezeit helfe im Klinikalltag.

Während es immer wieder Berichte gibt, dass sich Pflegepersonal aufgrund der hohen Anforderungen ganz aus dem Beruf verabschiedet, kann Müller das für die Main-Taunus-Kliniken nicht bestätigen. Doch nach fast zwei Jahren Pandemie sei zwar "die Moral noch da" in seinem Team, die hohe Belastung hätten die meisten aber "schon dicke", räumt der Chefarzt ein. "Noch ist die Stimmung so gut, dass jemand einspringt", wenn jemand ausfalle, macht Müller deutlich.

Finanzielle Folgen der Corona-Pandemie für Kliniken schwer abzusehen

Unbesetzte Stellen in der Pflege gebe es auch in den Main-Taunus-Kliniken, "aber nicht in größerem Maß als in den umliegenden Krankenhäusern. Das trifft alle gleich", sagt der Ärztliche Direktor. Der Hessische Rundfunk hatte zuletzt von 68 Prozent mehr offenen Pflegestellen berichtet. Die Impfpflicht, die zum 15. März für Klinik-Personal greift, könnte die Personalsituation weiter verschärfen. Nach dem Beschluss der Impfpflicht für medizinisches Personal hätten sich von den 30 ungeimpften Mitarbeitern noch rund die Hälfte impfen lassen, so Müller. "Wie das Gesundheitsamt mit den anderen umgeht, muss man sehen."

Welche finanziellen Folgen die Pandemie für die Krankenhäuser in Deutschland haben wird, werde sich wohl im Laufe des Jahres deutlicher zeigen, vermutet Chefarzt Müller. Ob die Ausgleichszahlungen, die es jetzt wieder für Kliniken gebe, die Covid-Patienten behandeln, ausreichten, "wird man sehen. Sonst hat man ein ganz großes Krankenhaussterben", fürchtet der Ärztliche Direktor. Sein Tipp auch gegen eine Omikron-Infektion: "FFP2-Maske tragen - und auf private Treffen etwa zum Skat besser noch mal zwei bis drei Monate verzichten." (Barbara Schmidt)

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