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Der neue Kapitän im Hofheimer Finanzamt: Matthias Noak.

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Matthias Noack ist neuer Chef des Hofheimer Finanzamtes

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Matthias Noack ist der neue Chef des Hofheimer Finanzamtes. Dass er Finanzbeamter geworden ist und nicht Richter, das ist einem Zufall zu verdanken.

Matthias Noack hat schon Arbeitsplätze gehabt, die für einen Außenstehenden aufregender sind als sein jetziger Büroschreibtisch. Nachdem er sich für zwei Jahre zur Bundeswehr verpflichtet hatte, tat er Dienst auf einem U-Boot. Dass das schon eine ganz spezielle Sache ist, davon kann man sich bei einer Besichtigung der U9 im Technikmuseum Speyer überzeugen, genau dem U-Boot, auf dem Noack damals gefahren ist. „Das war aber damals schon etwas gemütlicher“, räumt er ein, dass der Eindruck im Museum täuschen kann.

Eine gewisse Vorliebe für außergewöhnliche Fahrzeuge hat er sich erhalten, wenn man so will. Auf die Frage nach Hobbys gibt er an, gerne mit dem Klappfahrrad an Flussläufen entlang zu fahren. Gemütlich soll es zugehen, übermäßiger sportlicher Ehrgeiz ist nicht gefragt. Dass man aus dem Main-Taunus-Kreis heraus gut dem Main flussaufwärts folgen kann, hat er schon herausgefunden.

Natürlich ist Noack, 1961 in Berlin geboren und in Paderborn aufgewachsen, nicht in erster Linie zum Radfahren nach Hofheim gekommen. Sondern um Chef des Finanzamts der Kreisstadt zu werden, zunächst kommissarisch, dann offiziell. Zur Amtseinführung war Hessens Finanzminister Thomas Fischer nach Hofheim gekommen, um die Gäste darüber zu informieren, dass die Finanzverwaltung Wert darauf lege, Führungspersonal mit verschiedenen Stationen beruflicher Erfahrung einzustellen.

In diesem Punkt können mit Noack nicht viele mithalten, er hat im Laufe der Jahre auf drei Positionen bei der Finanzverwaltung Kassel gearbeitet, unter anderem bei der Steuerfahndung. Drei andere Finanzämter hat er schon geleitet, für zwei hessische Ministerien gearbeitet. Komplett ist diese Aufstellung nicht. Aber der Schluss wäre falsch, er könne nur für eine kurze Zeit in Hofheim bleiben. „Ich rechne damit, dass ich das bis zum Ruhestand mache“, sagt er. Und gefallen würde ihm das auch.

Er sei ein „Finanzbeamter mit Leib und Seele“, hieß es bei der Amtseinführung. Dabei ist es eher einem Zufall zu verdanken, dass er diese Laufbahn eingeschlagen hat. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Marburg hat er sich sowohl bei der Finanzverwaltung beworben als auch für ein Richteramt. Die Finanzleute waren damals so schnell, dass er zum Vorstellungsgespräch für die Justizlaufbahn schon gar nicht mehr gegangen ist.

„Ich habe es nie bereut“, sagt er. Als Richter wäre er mehr oder weniger Einzelkämpfer, im Finanzamt werde doch mehr im Team gearbeitet, so Noack. Und das ist ihm entschieden lieber. Gut findet er auch, dass er inzwischen aus dem Kreis der Verwandten und Bekannten nicht mehr mit irgendwelchen Fragen zur Steuererklärung behelligt wird. Über wie viele Jahre schreibe ich das neue Garagentor am Mietshaus ab, und wie viele Familienheimfahrten akzeptiert das Finanzamt als Zusatzaufwand bei doppelter Haushaltsführung? Mit solchen Fragen wendet man sich gerne an den Fachmann – aber in seinem Umfeld hat sich herumgesprochen, dass Noack private Hilfe in Steuerangelegenheiten verboten ist.

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