Baugenehmigung liegt noch nicht vor

Mobilfunk: Kritik an Standortsuche

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Was passiert eigentlich, wenn sich für den Mobilfunk einfach kein geeigneter Standort für einen Mast finden lässt? Hätten die Marxheimer womöglich darauf verzichten müssen, mit dem Handy zu telefonieren?

Was passiert eigentlich, wenn sich für den Mobilfunk einfach kein geeigneter Standort für einen Mast finden lässt? Hätten die Marxheimer womöglich darauf verzichten müssen, mit dem Handy zu telefonieren? Ein Sturm der Entrüstung aus dem Stadtteil wäre sicher gewesen.

Das ganze Thema war aufgerufen nach der Entscheidung zum Abbruch des Hotels am Rosenberg, den es zwar nicht gab, der aber kommen soll. Dort befinden sich auch Mobilfunkantennen, die dann nicht weiter betrieben werden können. Die Mobilversorgung in Marxheim sei dann nicht mehr gewährleistet, hat die Telekom den Magistrat wissen lassen. Die Eigentümer geeigneter Standorte aber seien nicht bereit gewesen, die notwendigen Flächen zu vermieten. Schließlich wurde ein Standort gefunden, und zwar am Hochbehälter an der verlängerten Breckenheimer Straße. Der Vertrag wurde im vergangenen Jahr unterschrieben.

Das rief zunächst den Ortsbeirat auf den Plan, der monierte, dass er vor Vertragsabschluss überhaupt nicht gefragt worden war. Die Bedenken dort bezogen sich vor allem auf den in der Nachbarschaft stehenden Bauwagen des Waldkindergartens. Gemeldet hat sich dann Bernardus te Molder, ehemaliger Leiter des Hofheimer Gartenbauamtes, der sich um ein Biotop in der Nachbarschaft kümmert, einen sogenannten Himmelsteich. Jetzt greifen auch noch die Hofheimer Linken das Thema auf.

Sie stellen die Vorgehensweise der Stadt als die eines Erfüllungsgehilfen der Mobilfunkbetreiber dar. Man habe dem Vorschlag zugestimmt, ohne andere Kriterien zu prüfen. Man habe auch keinen anderen Standort vorgeschlagen. Man habe vielmehr den Standort akzeptiert, weil andere Plätze zu erheblich höheren Kosten geführt hätten.

Dabei hätte es einen anderen Standort gegeben, wenige hundert Meter in Richtung Sportpark Heide, auf einer Lichtung. Die Kosten wären durchaus vertretbar gewesen, argumentiert Linken-Sprecher Bernd Hausmann – der Mast wäre höher ausgefallen, und es hätten Stromkabel verlegt werden müssen.

Man habe diese und andere Standorte sehr wohl geprüft, so dazu Rathaus-Pressesprecherin Iris Bernardelli gegenüber dem Kreisblatt. Die Deutsche Funkturm GmbH als Bauherr habe höhere Investitionen aber als unverhältnismäßig abgelehnt.

Wenn dieses das einzige Argument gegen einen anderen Standort war, stellt sich schon die Frage, was passiert wäre, wenn der Magistrat auf stur geschaltet hätte. Schon in der Stadtverordnetenversammlung hatte Stadtrat Wolfgang Winckler erklärt, es sei auch darum gegangen, die Mobilfunkversorgung der Marxheimer zu sichern.

Für die Stadt ist das aber nicht nur eine finanzielle Frage. Die Funkturm GmbH beteilige sich an der Aufstellung eines anderen Bauwagens an anderer Stelle, so Bernardelli. Der alte Wagen sei ohnehin recht marode gewesen. An dem Standort am Hochbehälter sollte der Mast keine negativen Auswirkungen haben, heißt es noch. Und „Eine Beeinträchtigung des auf der anderen Seite des Weges gelegenen Teiches können wir nicht erkennen.“

Ganz in trockenen Tüchern ist das Projekt übrigens noch nicht – eine Baugenehmigung für den neuen Mast liegt wohl noch nicht vor. Dabei seien noch andere Aspekte zu prüfen, erklärt die Stadt. Zuständig ist der Kreis.

(bt)

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