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Beim Richtfest der Kita St. Bonifatius sangen die Kinder gestern das Lied „Schön wird das Fest“.

Richtfest gefeiert

Neubau der Kindertagesstätte St. Bonifatius geht voran - im Sommer sollen die Kinder einziehen können

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Beim Neubau der Kindertagesstätte St. Bonifatius steht der Rohbau. Manche können das Ende der Bauarbeiten kaum abwarten.

Hofheim - Den Kindergartenkindern wird es vorgekommen sein, als hätten sie überhaupt nichts zu sagen – und letztlich ist es ja auch so. Erst wünschten sie sich ein Schwimmbad im Keller – dass daraus nichts wird, liege am Geld, erklärte Bürgermeisterin Gisela Stang. 5,4 Millionen Euro verbaut die Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) am Schlesierweg, mehr aber ist nicht drin. Ein wenig Wasser stehe noch im Keller, berichtete HWB-Geschäftsführer Josef Mayr beim Richtfest. Das hat aber damit zu tun, dass das Dach noch nicht komplett gedeckt ist und Regenwasser eingedrungen ist. „Aber sobald oben alles dicht ist, wird innen getrocknet“, kündigte er an.

Die fünf Zentimeter Wasser in Kellergeschoss richten jedenfalls keinen Schaden an. Und in den Stockwerken darüber ist es in den letzten Tagen schon etwas gemütlicher geworden, da die Fenster rundum eingebaut sind. Kaum waren die Fenster drin, hätten die Kinder schon einziehen wollen, hat sich die Bürgermeisterin sagen lassen. Freilich wurde daraus nichts.

Die Drei- bis Sechsjährigen haben die Baustelle genau im Auge behalten und von der Notunterkunft an der Heiligenstockschule immer wieder mal der Baustelle einen Besuch abgestattet. Aber ihre Geduld wird noch auf eine harte Probe gestellt, denn der Einzug folgt erst im Sommer. HWB-Chef Mayr spricht zwar von einem ambitionierten Zeitplan, aber für kleine Kinder sind ein paar Monate eine schier unübersehbar lange Zeit.

Die Nachbarn sind derweil erst einmal froh, dass das Richtfest erreicht ist. Denn der Rohbau ist das, was die Umgebung am meisten belastet; Architektin Vera Kulla vom Büro Kulla Architekten hat die Zahlen dazu: 2500 Kubikmeter Erde wurden bewegt, 1200 Kubikmeter Beton und 160 Tonnen Stahl verbaut, 380 Kubikmeter Mauerwerk hochgezogen. All das muss transportiert werden, und am Schlesierweg stehen die nächsten Häuser dicht an der Baustelle. Da bleibt kein Lastwagen unbemerkt.

9 Wohnungen im Angebot

Reinhard Drescher von der katholischen Kirchengemeinde sieht dies aus anderem Blickwinkel. Es sei ein Gebot der Zeit, angesichts des Wohnungsmangels die Städte zu verdichten, sagte er. Die Entscheidung, einen Kindergarten abzureißen, sei zwar nicht einfach gewesen, aber doch richtig. Von einer „Win-Win-Situation“ für alle Beteiligten sprach auch Bürgermeisterin Stang. Die Kirchengemeinde kann von der HWB einen nagelneuen Kindergarten mieten, die Wohnungsbaugesellschaft wiederum hat neun weitere Wohnungen im Angebot.

Fünf dieser Wohnungen sind Sozialwohnungen, es handelt sich um zwei Drei- und drei Vierzimmerwohnungen. Da nach Stangs Worten mehr als tausend Namen auf der Warteliste der HWB stehen, kann man davon ausgehen, dass die Wohnungen schnell vergeben sind. „Die Wohnungsnot ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, kommentierte die Rathauschefin. Die vier anderen Wohnungen sind nicht öffentlich gefördert, zwei Wohnungen sind barrierefrei. Auch diese Wohnungen wird die HWB voraussichtlich leicht vermieten können.

Insgesamt entstehen am Schlesierweg 1719 Quadratmeter Nutzfläche, davon bekommt der Kindergarten in zwei Geschossen 919 Quadratmeter. Dort ist dann Platz für 100 Kinder ab drei Jahren in vier Gruppen und 24 Kinder unter drei Jahren in zwei Gruppen. Die Kinder werden derzeit in einem Ausweichquartier an der Heiligenstockschule betreut – was nicht immer so nett ist, weil dort die Heizung schon ausgefallen ist. Da hofft man auf einen baldigen Start in den Frühling . ..

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