Beschwingt, wenn auch in schwierigen Zeiten, geht Katharina Döring ihre neuen Aufgaben als Kita-Koordinatorin der katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul an. Foto: Matthias Knapp
+
Beschwingt, wenn auch in schwierigen Zeiten, geht Katharina Döring ihre neuen Aufgaben als Kita-Koordinatorin der katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul an. Foto: Matthias Knapp

Kindertagesstätten

Neue Kita-Koordinatorin startet unter erschwerten Bedingungen

  • vonBarbara Schmidt
    schließen

Kurz vor der Corona-Krise hat Katharina Döring ihre neue Stelle angetreten. Als Kita-Koordinatorin ist die 30-Jährige für die katholischen Betreuungseinrichtungen in Hofheim, Kriftel und Eppstein zuständig.

Hofheim/Kriftel/Eppstein -Es war ein Start unter sehr erschwerten äußeren Bedingungen. "Ja", räumt Katharina Döring mit einem Lächeln ein, "ausgerechnet jetzt", das habe sie schon gedacht, als kurz nach ihrem Stellenwechsel alle Kitas in Hessen aufgrund der Corona-Pandemie schließen mussten. Zum 1. März hatte die 30-Jährige, die zuvor Referentin für den katholischen Jugendverband KJG beim Bistum Limburg war, die Aufgabe als Kita-Koordinatorin für die katholischen Betreuungs-Einrichtungen in Hofheim, Kriftel und Eppstein übernommen.

Ihre größte Herausforderung

Immerhin acht sind es an der Zahl, das entspricht locker der Größe eines mittelständischen Unternehmens, wenn man allein schon die weit über 100 Mitarbeiter sieht. Wie viele genau es sind, auf diese Frage muss Katharina Döring zurzeit noch spontan passen. Denn an eine normale Einarbeitung in ihr neues Aufgabengebiet war in den vergangenen Wochen gar nicht zu denken. Unter den verschiedenen Herausforderungen, die ihr Arbeitsplatz bereithält, sei die Corona-Krise derzeit die größte, stellt sie fest. Sehr viele Gespräche mit Erzieherinnen hat sie deswegen schon geführt. Vielfach seien Bedenken mit Blick auf eine weitere Öffnung der Kitas das Thema. "Ich sehe eure Ängste, wir schauen da gemeinsam drauf", nennt sie die Botschaft, die ihr wichtig ist.

Einen guten Informationsfluss hält sie zudem für entscheidend und ist froh, dass sie den Eindruck hat, dass alle drei Kommunen, mit denen sie in engem Kontakt steht, das genauso handhabten. Das Warten auf neue Verordnungen vom Land bestimmt für die studierte Pädagogin derzeit genauso den Alltag wie Hygienepläne und Check-Listen. Vieles machten die Einrichtungen selbst, sagt Döring, "ich unterstütze in dem Bereich, damit wir eine gute Basis für alle Einrichtungen haben."

Es gehe darum, Wege zu finden, die "Schutz für alle ermöglichen." Weil Abstand in der Arbeit mit Kleinkindern nicht wirklich möglich sei, sei das aber insgesamt natürlich sehr viel schwieriger. Doch, wie es ihrer Grundhaltung entspricht, denkt die frühere Wickerer Weinkönigin, die heute mit ihrer Familie in Nordenstadt wohnt, auch in diesen Dingen positiv. "Wir kriegen das hin!", sagt sie mit zuversichtlichem Lächeln.

Dass viele Eltern mittlerweile eine Öffnung der Kitas herbeisehnen, kann Katharina Döring zugleich gut verstehen. Schließlich ist sie selbst Mutter eines dreijährigen Sohnes. Sie habe das Glück, Großeltern für die Betreuung zu haben, sagt sie, weiß aber, dass es gerade im Rhein-Main-Gebiet viele Familien gibt, die diese Möglichkeit nicht haben. "Die Eltern waren sehr lange einsichtig, die Belastung ist nach mehr als zehn Wochen jetzt aber für viele schon sehr groß", sagt Döring.

Auch wenn die Corona-Pandemie sie derzeit besonders fordert, gibt es für sie weitere wichtige "Baustellen". Eine ist das sogar im wahrsten Sinne des Wortes: Die Kita St. Vitus soll voraussichtlich zum 22. Juni in den mittlerweile fast fertigen Neubau umziehen. "Im Bereich Bauen habe ich die wenigsten Erfahrungen", räumt die neue Kita-Koordinatorin unumwunden ein und ist dankbar, in Rainer Weil vom ehrenamtlichen Verwaltungsrat der Pfarrei St. Peter und Paul einen versierten Mitstreiter zu haben.

Einige offene Erzieher-Stellen

Noch größer ist die Herausforderung, die offenen Erzieher-Stellen zu besetzen. In St. Bonifatius in Marxheim konnten die beiden Krippen-Gruppen aufgrund fehlenden Personals noch nicht in Betrieb gehen. Und auch für die Kita St. Vitus werde für die neuen Krabbelgruppen noch nach Erzieherinnen oder Erziehern gesucht, sagt Döring. Alle Stellen seien ausgeschrieben. Auch die Einstellungsgespräche, auf die sie nun hofft, gehören zu ihren neuen Aufgaben. Diese schätzt sie nicht zuletzt als Möglichkeit der eigenen beruflichen Weiterentwicklung. "Ich wollte etwas machen, wo ich mich selbst noch einmal herausfordern kann", sagt die junge Frau.

Als Kita-Koordinatorin ist Katharina Döring übrigens nach wie vor beim Bistum Limburg angestellt, Dienstgeber ist die Pfarrei St. Peter und Paul. Mit der Strukturveränderung hin zu den deutlich größeren "Pfarreien neuen Typs" war es notwendig geworden, die ehrenamtlich arbeitenden Verwaltungsräte und auch die Pfarrer in diesem Bereich zu entlasten. babs

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare