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"Nur Geschlossenheit bringt Erfolg"

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Von: Barbara Schmidt

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Der wiedergewählte CDU-Vorsitzende Axel Wintermeyer (2. v. l.) und drei seiner vier Stellvertreter: Susanne Fritsch, Frank Blasch und Eva Söllner (v. l.). Zum Führungs-Quintett der Main-Taunus-CDU gehört noch Marcus Reif, der wegen Krankheit nicht am Parteitag teilnehmen konte.
Der wiedergewählte CDU-Vorsitzende Axel Wintermeyer (2. v. l.) und drei seiner vier Stellvertreter: Susanne Fritsch, Frank Blasch und Eva Söllner (v. l.). Zum Führungs-Quintett der Main-Taunus-CDU gehört noch Marcus Reif, der wegen Krankheit nicht am Parteitag teilnehmen konte. © babs

Hofheim: Axel Wintermeyer bleibt Kreisvorsitzender - Resolution zum Ukraine-Krieg

Hofheim -Business as usual, das geht aktuell in der Politik nicht. Selbst "ein einfacher Kreisparteitag eines einfachen Kreisverbandes", machte CDU-Kreisvorsitzender Axel Wintermeyer am Freitagabend in der Hofheimer Stadthalle deutlich, sei nach der "Zeitenwende", die der Angriff Russlands auf die Ukraine markiere, "nichts Selbstverständliches, sondern eine Demonstration unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung".

So gab es neben Rückblick und Ausblick auf das Wirken der CDU im Main-Taunus an diesem Abend auch eine Resolution des Kreisparteitags, die den Angriffskrieg "des Putin-Regimes" gegen die Ukraine "auf das Schärfste" verurteilt. Auch die Talk-Runde, in der Parteichef Wintermeyer und Frank Blasch als Fraktionsvorsitzender im Kreistag ihre Arbeit beleuchteten, wurde aufgrund der aktuellen Lage ausgeweitet: Hessens früherer Ministerpräsident Roland Koch, Ehrenvorsitzender der CDU Main-Taunus, und der Europaabgeordnete Michael Gahler wurden von Moderator Fabian Beine nach ihrer Einordnung des aktuellen Geschehens und den Folgen gefragt.

"Ich glaube, es verschieben sich gerade Welten", so Roland Koch, der heute Hochschullehrer ist. Es seien Zeiten, "in denen man auch Position beziehen muss." Die CDU müsse dabei "sehen, dass wir vor die Lage kommen". Es gelte, "eine Menge in unseren Köpfen" zu ändern und dafür eine Mehrheit zu bekommen". Die Union müsse "für Freiheit und Stärke eintreten, das ist unser Thema". Wintermeyer hatte schon in der Begrüßung gesagt: "Demokratie muss wieder wehrhaft werden", und klargemacht, dies werde "uns einiges abverlangen". Gahler sprach sich dafür aus, der Ukraine die Tür zur Europäischen Union zu öffnen und das Signal zu geben, wenn "dieser Kreuzweg" bewältigt ist, "lassen wir euch nicht in der Kälte stehen".

Das übliche Geschäft eines Parteitags zu bewältigen, dafür war einer auserkoren, über den gern mal kolportiert wird, er habe gar nicht so den rechten Rückhalt in der eigenen Partei: Landrat Michael Cyriax erhielt die Versammlungsleitung. Nicht das einzige demonstrative Zeichen von Harmonie und Einigkeit in der "CDU-Familie", die Wintermeyer für ihren Zusammenhalt in den vergangenen Wahlkämpfen lobte: "Nur Geschlossenheit bringt Erfolg."

In elf Rathäusern mit Hauptamtlichen dabei

Zum Beleg verwies er auf das Ergebnis der Kommunalwahl, die der CDU im Main-Taunus gegen den Trend sogar Zuwächse gebracht habe, und auf die erfolgreich verteidigten Rathäuser in Liederbach und Sulzbach. In Kelkheim und Schwalbach habe die Union jeweils einen Ersten Stadtrat für die CDU erreichen können, so dass diese nun in elf von zwölf Kommunen im hauptamtlichen Magistrat vertreten sei. Den aktuellen und künftigen Wahlkämpfern Klaus Schindling, der im Mai das Bürgermeisteramt in Hattersheim verteidigen soll, und Michael Cyriax, der 2023 erneut das Landratsamt für die CDU sichern soll, versicherte die Partei ihre volle Unterstützung.

Die hat im großen und ganzen auch ihr Leitwolf: Wintermeyer wurde von 114 der 128 anwesenden Delegierten für weitere zwei Jahre als Kreisvorsitzender bestätigt - und kann damit 2023 die 25 Jahre als Parteichef im MTK voll machen. Der 62 Jahre alte Hofheimer, mittlerweile auch dienstältester Leiter einer Staatskanzlei in der Bundesrepublik, sei "einer der verdienstvollsten Kreisvorsitzenden in Hessen, wenn nicht gar in der ganzen Bundesrepublik", lobte Cyriax. Und wenn von der CDU als Familie gesprochen werde, "dann gibt's einen Familienvater, der hier alles zusammenhält".

Laut kritisierte ein Hofheimer Delegierter allerdings die Hessen-CDU, in der Wintermeyer keine kleine Rolle spielt. Sie habe mit verhindert, dass Friedrich Merz früher CDU-Parteichef geworden sei und damit dazu beigetragen, dass die Bundestagswahl verloren gegangen sei.

Unverändert bleibt die gesamte MTK-Parteispitze. Von den vier Stellvertretern erzielte Frank Blasch, Fraktionschef im Kreistag und Bad Sodener Bürgermeister, mit 98,4 Prozent das beste Wahlergebnis, gefolgt von Eva Söllner (Liederbach) mit 89,8 und Susanne Fritsch (Eschborn) mit 89,1 Prozent. Der Flörsheimer Marcus K. Reif fiel mit 68 Prozent deutlich ab. Schatzmeister Thomas Milkowitsch (Kriftel) erhielt sogar von allen Delegierten das Vertrauen, Schriftführer Klaus Schindling bekam 98,4 Prozent. Fabian Beine (Kelkheim, 83 Prozent) bleibt Mitgliederbeauftragter.

Extra: Mehr Beisitzer - weniger Mitglieder

Die CDU Main-Taunus hat die Zahl der Beisitzer im Vorstand noch einmal auf nun 14 erhöht. Gewählt wurden: Dennis Seeger (Schwalbach), Dirk Antoni (Hochheim), Dirk Büttner (Eppstein), Franziska Törber (Liederbach), Ilona Krowarsch (Flörsheim), Jens Fleck (Hofheim), Martin Brylka (Sulzbach), Sabine Heffter (Kelkheim), Sandra Welz (Hattersheim), Sebastian Brekner (Eschborn), Stefanie Soucek (Hofheim), Svenja Colak (Flörsheim) und Kathrin Mamok (Bad Soden).

Die CDU Main-Taunus hatte Ende 2021 noch 1439 Mitglieder, 19 weniger als Anfang 2020. Der Trend macht der Partei Sorge, nicht zuletzt, weil sich das auch auf die Finanzen auswirkt. Durch aktive Werbung und inhaltliche Profilschärfung möchte die Union wieder zulegen. Das Vermögen der Kreis-CDU ist von rund 87 000 auf rund 40 000 Euro zusammengeschmolzen, im Wahljahr 2021 wurden rund 100 000 Euro ausgegeben. babs

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