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Oliver Christ ist Direktkandidat der Grünen bei der Landtagswahl

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Prognosen für die Landtagswahl am 28. Oktober sind schwierig. Fest steht aber, dass aus jedem Wahlkreis ein Vertreter direkt ins Hessen-Parlament einziehen wird. Wir stellen für die beiden Main-Taunus-Wahlkreise die Direktkandidaten der im Hessischen Landtag vertretenen Parteien vor. Heute: Oliver Christ (Die Grünen), Wahlkreis 33 – Main-Taunus II.

Zuletzt hatte er bei den Grünen kein Amt mehr. Er kümmerte sich in erster Linie um sein eigenes Geschäft, die „Blaue Truhe“ in Hofheim-Marxheim. Doch nun macht er das, was er bereits vor der Landtagswahl 1991 getan hat: Er bewirbt sich um ein Mandat im Hessischen Parlament. Damals kam Oliver Christ auf 7,7 Prozent der Stimmen, nun wünscht er sich, dass sich das Ergebnis „steigern lässt“.

Es sei nicht Einerlei, an wen die Erststimmen der Wähler gehe. Um den favorisierten CDU-Kandidaten Wintermeyer zu verhindern, Gisela Stang (SPD) zu wählen, weil die anderen Kandidaten ohnehin keine Chance hätten, sei der verkehrte Weg. Er, Christ, stehe jedenfalls für Inhalte, allen voran in der Verkehrspolitik – inklusive Themen wie Fluglärm, Fahrradverkehr und B519.

Aber auch Energie- und Klimapolitik beschäftigen ihn. Zudem der „Rechtspopulismus“. Dieser dürfe nicht, wie in Österreich schon geschehen, in der Mitte der Gesellschaft ankommen. Bei Themen, in denen er kein Fachmann sei, hält sich Oliver Christ mit Aussagen zurück. Das wäre nur „allgemeines Gesülze“.

Seinen Wahlkampf wird Oliver Christ unter anderem mit einem E-Lastenfahrrad, das der Grünen-Kreisverband angeschafft hat, bestreiten. An drei Samstag will er damit unterwegs sein – und sich dann sicherlich wieder über die aus seiner Sicht bestenfalls mittelmäßige Fahrradinfrastruktur im Kreis ärgern. Gerade Hofheim sei da noch Entwicklungsgebiet. Daran sei auch seine Mitbewerberin aus Hofheim schuld. Bürgermeisterin Gisela Stang, die nun ebenfalls in den Landtag will, habe für den Radverkehr viel zu wenig getan.

Lob kommt von Christ für den bisherigen Nahmobilitätsbeauftragten des Kreises, Lukas Berkel, der sich allerdings inzwischen nach Frankfurt verabschiedet hat. Er habe viel erreicht, auch was die Vernetzung von Radwegen im Kreis anbelange.

Im Westen des MTK, gerade in den Kommunen der Main-Schiene, ist Fluglärm ein wichtiges Thema, weiß Oliver Christ. Die Grünen seien aber alleine im Bemühen, den Fluglärm zu begrenzen. Er sieht Hessens grünen Verkehrsminister, Tarek al-Wazir, in einer schwierigen Position. Dieser müsse Dinge korrigieren, die vor der Regierungsbeteiligung der Grünen angelegt wurden. Das sei nicht leicht – und beispielsweise könne Flughafenbetreiber Fraport nicht das Recht genommen werden, die Nord-West-Landebahn zu betreiben.

Tarek al-Wazir kommt auch ins Spiel, wenn Christ über die B519 neu spricht. Er selbst gehörte zu den unzähligen Einwendern gegen die Trassenführung. Dass die Rheingaustraße in Hofheim völlig überlastet ist, weiß auch Christ. Da es bei der geplanten B519 neu seit Jahren nicht voran geht, müssten nun „kleinräumige Lösungen“ gefunden werden. Der Bund sei gefordert, eine gute Lösung für Hofheim zu finden.

Al-Wazir könnte ein „ehrlicher Makler sein, der zwischen Hofheim und Bund vermittelt“, sagt Christ – und kritisiert Bürgermeisterin Stang. Sie müsse auf den grünen Minister zugehen. Das Thema sei im Moment weit hinten, aber noch nicht weg. Bevor es endgültig versandet, müsse „man mal die Kurve kriegen“.

Beim Thema Energie will Christ vor allem die Diskussion über Windenergie versachlichen. Es müsse über die Klimaziele und deren Umsetzung gesprochen werden. Dazu gehöre auch der Disput wegen der Fernleitungen. Es gebe viele Gründe pro und kontra Windräder. Sie müssten abgewogen werden – und wieder gibt es eine Breitseite gegen Gisela Stang. Sie sei beim Thema Windanlagen beim ersten Gegenwind aus Langenhain und Diedenbergen eingeknickt. Sie gehe keine Konflikte ein. Christ will hingegen über das Thema sprechen – „auch wenn ich im Oktober nicht gewählt werde“.

„Das, was die Bundesrepublik seit 1968 geprägt hat, muss verteidigt werden“, sagt Christ wenn er über Rechtspopulismus spricht. Über alle Themen müsse „klar und offen“ gesprochen werden. Aber der öffentliche Diskurs dürfe nicht zu einer AfD-light führen. „

Gegen Rechtspopulismus

müssen wir uns wehren.“

Und wenn er am 28. Oktober nicht in den Landtag gewählt wird? „Dann bin ich ab 29. wieder der Oliver Christ, der sich um sein Geschäft in Marxheim kümmert.“

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