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So war der Orientierungslauf rund um den Bahaitempel

Olympia-Feeling im Main-Taunus: 900 Läufer aller Altersklassen starteten am Samstag zur deutschen Langstreckenmeisterschaft im Einzellauf in Langenhain. Trainingscamps aus allen Bundesländern bevölkerten die Wiesen um den Bahai--Tempel.

Wo man hinschaut, sind Läufer unterwegs. Sie bevölkern die Wiesen um den Langenhainer Bahai-Tempel. Von Freitag bis Sonntag stand in Eppstein und Langenhain alles im Zeichen der vom olympischen Komitee anerkannten Disziplin Orientierungslauf.

Läufer verschiedener Altersklassen müssen dabei querfeldein, bevorzugt durch den Wald, vorgegebene Streckenposten in gegebener Reihenfolge ablaufen und danach möglich schnell ins Ziel kommen.

Nachdem am Freitag bereits in und um Eppstein der Burgstadtsprint dem Warm-up der Läufer galt, sind sie am Samstag auf der Jagd nach dem Deutschen Meistertitel im Einzelrennen. Der Sonntag bildet den Abschluss mit dem Deutschlandcup-Staffellauf.

An der Anmeldung kommt man am Samstag mit der Registrierung der Teilnehmer kaum nach. „Wir haben etwa 900 Läufer. Für die Elite-Läufer sind die Anmeldungen bereits seit einigen Wochen geschlossen. Heute kann man sich nur noch zur Teilnahme melden“, erklärt Kerstin Dresen aus dem Organisationsteam der Orientierungslauffreunde, OLF Mainz.

Seit Jahren findet der Orientierungslauf wieder einmal in den Wäldern Langenhains statt. „Ich kann mich erinnern, dass ich in meinen Anfängen schon einmal hier unterwegs war“, sagt Ingo Horst, der in der Herren Elite Altersklasse 40+ mitläuft und in der Jugend Leichtathletik gegen Orientierungslauf tauschte. „Das ist spannender. Ich habe zwar mit Leichtathletik begonnen, bin aber heute überzeugter Orientierungsläufer“, so Ingo Horst.

Ähnlich geht es auch Silvia Kempin, die durch ihren Mann zum Orientierungslauf kam. Einst Deutsche Meisterin in Leichtathletik, ist sie seit Anfang der neunziger Jahre neben ihrem Mann Orientierungsläuferin. Die Tochter läuft ebenso und ist für die Deutschen Damen Altersklasse 19+ am Start der Deutschen Meisterschaft.

Orientierungslauf ist Leistungssport. Die Organisatoren erkunden bereits Monate im Voraus das Gelände, suchen geeignete Streckenposten, erstellen aufwendige Laufkarten mit Höhenlinien und Sperrgebieten. Für die Teilnehmer ist der Lauf körperliche und geistige Herausforderung zugleich. In einer unbekannten Umgebung müssen sie sich ausschließlich mit Karte und Kompass zurechtfinden. Damit alles nach Vorgabe abläuft, tragen alle Läufer am Mittelfinger einen elektronischen Chip, den sie an den Streckenposten per Chipleser registrieren. Das Laufkomitee bekommt die Laufzeiten übermittelt und erstellt die Ranglisten.

Unter den Läufern der Altersklasse 14+ sind für die Damen Klara Holzhaus und für die Herren Anton Tatzel gestartet. „Das waren bei mir 49,9 Minuten“ schnauft die völlig erschöpfte Klara. Im Moment bin ich auf Platz 7. Aber es kommen ja noch mehr Läuferinnen. Gestartet werde im Biathlonverfahren, also zeitversetzt. „Damit man sich nicht in die Quere kommt“, erklärt Wettkampfleiter Frank Czioska. Deshalb mache es auch nichts, „wenn sich ein Läufer mal an die Fersen des Vordermanns hängt. Der, der vorneweg läuft hat immer mindestens drei Minuten Vorsprung, bedingt durch die Starttechnik“, sagt der Wettkampfleiter.

Nora Schüßler durchquert wie ein Blitz die Ziellinie und hat die letzten Meter fast spielend genommen. Sie wird von ihrem Vater umarmt, der im gleichen Trainingstrikot gekleidet ist. Nora hat ihre bisherige Bestzeit übertroffen und liegt jetzt mit 31,2 Minuten bei den Damen 14+ auf Platz Eins. Vater Thomas ist stolz und hofft, „dass es bei mir auch gut läuft.“ Im Trainingslager werden die Wettkampfläufer euphorisch begrüßt. Jetzt heißt es Daumen drücken, dass die Platzierungen bis zur Siegerehrung halten.

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