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In der Ostendstraße ist vor allem bei Schulbeginn und am Mittag viel Betrieb. Radfahrer dürfen in beide Richtungen fahren.

Verkehr

Ostendstraße: So geht's nicht

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In der Ostendstraße soll schon in Kürze der Parkstreifen wieder auf die andere Straßenseite verlegt werden. Möglicherweise nicht der letzte Test. Die Bewohner im Ostend wollen insgesamt mehr Verkehrsberuhigung.

Proteste von Anwohnern gab es schon vor Beginn der Testphase im August letzten Jahres. Sie sahen es als wenig glücklich an, dass der frühere Radweg in der stark abschüssigen Ostendstraße, der vor allem von Schülern der nahen Schulen genutzt wurde, zum Parkstreifen umfunktioniert werden sollte. Nun gibt die Stadt bekannt, dass nach der Auswertung einer Umfrage unter Anwohnern und Schülern die Neuordnung der Parkregelung zurückgenommen wird. Ausschlaggebend: Das Ziel, die Sicherheit für Kinder in der Straße zu erhöhen, die für viele Pestalozzischüler und Schüler der Main-Taunus-Schule Teil ihres Schulwegs ist, wurde nach dem Eindruck einer Mehrheit der rund 250 Umfrage-Teilnehmer nicht erreicht. 51 Prozent der Befragten stimmten mit Nein, nur 28 Prozent waren gegenteiliger Ansicht. Die Aussage: „Die alte Regelung war besser“ teilten 60 Prozent. Dass die Neuregelung zu weniger Konflikten zwischen Radfahrern und Fußgängern geführt hat, meinen 40 Prozent. 34 Prozent sahen das nicht so, 26 Prozent konnten keinen Unterschied feststellen.

Durchgeführt wurde die Testphase im Rahmen des Projekts „Soziale Stadt“, genauso wie der schon früher erfolgte Umbau der Kreuzung Ostendstraße/Neugasse. Der hatte dazu geführt, dass der frühere Radweg, der eigens rot gepflastert wurde, um gut kenntlich zu sein, nun an der Kreuzung abrupt vor einer Ausbuchtung des Gehwegs endet. Das wird wohl kaum rückgängig gemacht werden. In der Mitteilung der Stadt heißt es, Radfahrer könnten den rot gepflasterten Weg in Kürze wieder nutzen, aber auch weiter, wie in Tempo-30-Zonen üblich, die Fahrbahn. Die wird allerdings künftig wieder deutlich schmaler werden, wenn Autos, wie vor Beginn der Testphase, unter Nutzung des halben Bürgersteigs auf der in Fahrtrichtung (Richtung Brühlwiesen) rechten Seite parken dürfen. Dass hier, trotz Abschaffung des Radwegs, auch noch ein Radfahren gegen die Einbahnstraße erlaubt wurde, das hatten Anwohner schon vor der Testphase als gefährlich angesehen. Polizei und Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC), die nach der Testphase um eine fachliche Bewertung gebeten worden waren, regen die Einrichtung einer Fahrradstraße an.

Was die Ostendstraße angeht, hat die Stadt erkannt, „die geäußerten Ängste beim Radfahren gegen die Einbahnstraße“ zeigten „wohl auch insgesamt den Wunsch nach mehr Radverkehrsförderung wie sicheren Radwegen – insbesondere bei Schulwegen.“ Mit der Rückkehr zur alten Regelung seien jedenfalls nicht alle Probleme erledigt, so Erster Stadtrat und Verkehrsdezernent Wolfgang Exner (CDU). Deshalb soll es nicht nur weitere Gespräche mit allen Beteiligten geben, mit den Vertretern des Projekts „Soziale Stadt“ sollen auch andere Optionen geprüft werden. Ein Thema ist eine klare Trennung von Radfahrern und Fußgängern.

Insgesamt fordern die Bürger im Ostend schon länger eine Verbesserung der Verkehrssituation. Auch die Umfrage zur Testphase hat wieder gezeigt, dass sich die Anwohner mehr Kontrollen und auch bauliche Maßnahmen gegen zu schnelles Fahren wünschen. Autofahrer, die gegen die Einbahnstraße unterwegs sind, wurden ebenfalls hier schon häufiger beobachtet. Vor der Pestalozzischule wird zudem eine Neuregelung für das Bringen oder Abholen von Kindern mit dem Auto angeregt.

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