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Links und rechts stehen in der Hauptstraße Autos. Aber die Zahl der Parkplätze in Hofheims Mitte reicht nicht aus.

Einkaufs-Problematik

Parkplatz-Not in der Hofheimer Innenstadt hält Kunden fern

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Das Parken in der Hofheimer Mitte bleibt ein andauerndes Experimentierfeld – auch weil es sehr unterschiedliche Interessen gibt. Einen Fortschritt wird es demnächst für die Anwohner geben.

Es kämen weniger Leute zum Einkaufen als früher, das hat sich Kernstadt-Ortsvorsteherin Elli Wagner (CDU) von Geschäftsleuten aus der Innenstadt sagen lassen. Auch nicht bei allen Gastronomen sei die Stimmung besonders gut, selbst wenn die Lokale zumeist recht voll aussehen. Wagner ist davon überzeugt, dass manch einem, der gerne in der Altstadt einen Kaffee trinken möchte, das Vergnügen zu teuer wird, wenn dazu noch eine Parkgebühr kommt.

Der Unmut wächst

Kaum jemand fordert eine Abschaffung der Gebühren. Denn dann werden viele Parkplätze derer blockiert, die in der Innenstadt arbeiten. Der Magistrat ist der Meinung, dass sich das Problem mit Parkscheiben nicht lösen lässt. Denn viele Autofahrer kommen nach drei Stunden und drehen die Scheibe weiter. Und genug Mitarbeiter, damit dies durch Kontrollen verhindert werden könne, hat die Ordnungspolizei auch nicht.

Das ist auch einer der Gründe dafür, dass die Parkscheibenregelung in der Bärengasse und der Pfarrgasse jetzt abgeschafft wird. Dort müssen künftig Parkscheine gelöst werden, ein Automat wird vom Parkplatz an der Pfarrgasse in die Bärengasse versetzt. Beschlossen wurde in der Stadtverordnetenversammlung auch, dass die Parkplätze in der oberen Hauptstraße künftig mit dem Parkausweis für Anwohner genutzt werden können. Auch damit wird vor allem auf Beschwerden aus der Bärengasse reagiert.

Wie Erster Stadtrat Wolfgang Exner (CDU) auf Anfrage des Kreisblatts erklärte, soll dieser Beschluss baldmöglichst umgesetzt werden. Auf keinen Fall werde die Stadt damit bis zum Baubeginn der Bücherei warten. Dies hatten die Linken vermutet und daher gefordert, den Ortsbeirat Kernstadt vor einem Parlamentsbeschluss mit der Angelegenheit zu befassen. Die große Mehrheit hielt dies allerdings für überflüssig. Der Ortsbeirat sei über die Änderungen informiert worden, sie seien dort auf ein breites Wohlwollen gestoßen, so der FWG-Fraktionsvorsitzende Andreas Nickel.

Ortsvorsteherin Wagner sieht das allerdings etwas anders. Der Ortsbeirat sei im Rahmen einer Mitteilung informiert worden, räumte sie ein. Diese Mitteilungen kommen für den Ortsbeirat aber unvermutet. „Es ist etwas anderes, wenn man vorher eine schriftliche Vorlage bekommt und sich darauf vorbereiten kann“, so Wagner.

Zu gerne hätte sie beispielsweise darauf hingewiesen, dass der Unmut in den Wohnstraßen rund um die Altstadt wächst. Viele, die in der Innenstadt arbeiten oder dort länger zu tun haben, stellen am Hochfeld ihr Auto ab, in der Nähe des Krankenhauses, im Ostend, in der unteren Breckenheimer Straße. So wird es auch dort immer enger. Platz für zusätzliche Parkplätze in der Innenstadt gibt es allerdings kaum. Die Rede war gelegentlich von einem Neubau des Parkdecks am Bahnhof, aber dies müsste höher ausfallen, damit mehr Autos dort abgestellt werden können. Diese Debatte befindet sich erst am Anfang. Und es nutzt auch kein Parkhaus etwas, wenn die Plätze für viele zu teuer sind. Das kann man im Chinon-Center gut besichtigen.

Erfahrungen auswerten

Auf der Tagesordnung bleibt das Thema ohnehin, nicht nur, weil der Ortsbeirat sich darum kümmert. Beschlossen wurde auch, nach einem Jahr Erfahrungsberichte zu den jetzt gefassten Änderungen einzuholen. Gefragt werden sollen der Gewerbeverein, die Interessengemeinschaft Obere Hauptstraße und die Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt. Die Geschäftsleute werden von den jetzigen Veränderungen nicht begeistert sein; denn jedes Anwohnerauto, das dort steht, blockiert einen Platz, auf dem auch Kunden ihr Auto abstellen könnten. Der Gewerbeverein IHH hat sich allerdings nicht in der Lage gesehen, dem Kreisblatt spontan eine Stellungnahme abzugeben.

Keine kritischen Stimmen sind bislang zur Änderung der Parkgebühren laut geworden, die vor einigen Monaten beschlossen wurden. 10 Minuten kosten 10 Cent, so lautet das Prinzip. Wer länger stehen will, zahlt entsprechend mehr. Vorher war das System nicht so flexibel. Zur Freude der Verwaltung gibt es keine Klagen über vermeintlich defekte Automaten mehr.

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