Nach der Umstellung

Parktarife in Hofheim: Keiner meckert mehr

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Der Magistrat hat eine positive Bilanz der seit einem Jahr geänderten Parkgebühren in der Altstadt gezogen. Veränderungen sind in der östlichen Altstadt geplant.

Die Anwohner der Bärengasse liegen dem Magistrat schon lange in den Ohren wegen der Parkplätze dort. In der Bärengasse, aber auch in der Pfarrgasse und im Schießberg darf man mit der Parkscheibe drei Stunden parken. Viele Autofahrer kommen rechtzeitig und drehen die Parkscheibe weiter, parken auf diese Weise ganze Tage dort. Der rechtmäßige Gebrauch der Parkscheibe wird nach Auskunft des Magistrats zwar kontrolliert. Aber dies sei nicht so engmaschig möglich, um das Problem zu beheben.

Beschlossene Sache ist daher, dass in diesem Bereich künftig Gebühren erhoben werden. Ein Parkscheinautomat wird vom Parkplatz an der Pfarrgasse in die Bärengasse versetzt, wenn die Bauarbeiten für den Bücherei-Komplex beginnen. Damit entstehen keine Kosten für einen Automaten. Der Verkehrsausschuss des Stadtparlaments hat diesem Vorschlag zugestimmt, enthalten haben sich die Grünen, weil sie in der Fraktion darüber noch nicht beraten haben – und die Linken, weil sie mit der Einbeziehung des Ortsbeirates nicht zufrieden sind. Der hat von den Plänen zwar durch eine Anfrage der CDU erfahren, die Magistratsvorlage aber nicht zu Gesicht bekommen.

Es handele sich um eine Geste für die Altstadtbewohner, so Erster Stadtrat Wolfgang Exner (CDU) im Verkehrsausschuss. Zwölf Parkplätze, die für Anwohnerparken freigegeben sind, fallen weg, wenn die Bücherei gebaut wird, dafür werden 30 Stück geschaffen, rechnete er vor. Wobei die Kritik von Linken-Fraktionschef Bernd Hausmann unwidersprochen blieb, es werde kein Parkplatz neu eingerichtet. Exner zielt darauf ab, dass mehr Parkplätze für das Anwohnerparken frei gegeben werden – alle in der östlichen Altstadt, zwischen Pfarrgasse und Neugasse also. Ob das beklatscht wird, ist die Frage – denn mehr Autofahrer, die mit der Parkscheibe parken wollen, werden ins Ostend drängen, in die Elisabethen- und die Oskar-Meyrer-Straße.

Dagegen fällt die Bilanz ein Jahr nach Umstellung des Parktarifs positiv aus. Bekanntlich konnten die Autofahrer früher nur Tickets für 20 Cent, 1 Euro oder 2,50 Euro buchen. Das führte zu vielen Beschwerden im Rathaus, weil andere Beträge eingeworfen wurden und die Autofahrer an einen Defekt der Geräte glaubten. Seit November 2017 kosten zehn Minuten Parken 10 Cent, 20 Minuten 20 Cent, und so weiter.

Es gebe überhaupt keine Beschwerden mehr, so Erster Stadtrat Exner. Auch die Einnahmen haben sich nicht groß verändert – in den zwölf Monaten vor der Umstellung hat die Stadt 492 000 Euro Parkgebühren eingenommen, in den zwölf Monaten danach waren es 472 000 Euro. Als Gewinn für die Stadtkasse bleibt davon nur ein Teil hängen – 2017 hat die Stadt 275 000 Euro für die Parkplätze ausgegeben. Allerdings wurde das Parkdeck am Bahnhof in Einnahmen und Ausgaben eingerechnet, das mutmaßlich bei den Instandhaltungskosten ordentlich zu Buche schlägt.

Indem mit den Neuerungen mehr Parkplätze für das Anwohnerparken zur Verfügung gestellt werden, stehen den Einkäufern weniger Parkplätze zur Verfügung, wie FWG-Mann Matthias Hees im Verkehrsausschuss einräumte. Der Gewerbeverein werde daher nicht jubeln über die neuen Beschlüsse, vermutet Linken-Fraktionschef Bernd Hausmann. Der kritisiert, dass der Gewerbeverein, die Interessengemeinschaft obere Hauptstraße und die Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt nicht einbezogen worden seien. Maßgeblich sei die Stadtverordnetenversammlung so Erster Stadtrat Exner dazu kurz und bündig. Nach einem Jahr soll wieder Bericht erstattet werden.

Wolfgang Exner räumte auch ein, dass mehr Parkausweise für Anwohner ausgegeben worden seien, als es überhaupt Parkplätze gebe. Dies wird in der Hofheimer Altstadt schon lange vermutet und kritisch gesehen. Nach Exners Worten ist dies aber überall so, wo es solche Systeme gibt. Die Anwohner-Parkausweise schaffen auch kein Vorrecht zur Nutzung eines Parkplatzes, sondern befreien von der Gebühr und von der zeitlichen Begrenzung, sofern ein freier Parkplatz zur Verfügung steht.

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