Selbsttest an der Pestalozzischule in Hofheim. Luka hatte schon beim Probelauf keine Probleme.
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Selbsttest an der Pestalozzischule in Hofheim. Luka hatte schon beim Probelauf keine Probleme.

Hofheim

Pestalozzischule in Hofheim: "Die Praxis zeigt: Wir schaffen das!"

  • vonStephanie Kreuzer
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Die morgendlichen Corona-Tests laufen reibungslos

Hofheim -Einigen Aufruhr hatte die Testpflicht, die seit dem Ende der Osterferien an den hessischen Schulen gilt, auch an Hofheimer Bildungsstätten verursacht. Die Regelung besagt, dass alle Schüler einen negativen Corona-Test vorweisen müssen, um am Präsenzunterricht teilnehmen zu dürfen. Dafür können sie entweder den Nachweis über einen negativen Test aus den vergangenen 72 Stunden vorlegen oder sich direkt in der Schule testen; dafür stehen zwei Selbsttests pro Woche zur Verfügung.

So ist es beispielsweise an der Pestalozzischule so geregelt, dass jeweils die Hälfte der rund 240 Schüler abwechselnd Präsenz- und Distanzunterricht hat und entsprechend jeweils montags und mittwochs beziehungsweise dienstags und donnerstags getestet wird. Schulleiterin Annika Sieper war es von vornherein wichtig, dass möglichst alle Eltern der Grundschüler diesem Verfahren zustimmen, um den Schulbetrieb mit normalem Umfang und in Präsenz aufrechterhalten zu können.

Rumgesprochen, "dass wir es hier gut machen"

Nach drei Wochen der Testpflicht zieht die 38-Jährige eine zufriedene Bilanz: "Anfangs waren es zehn Kinder, die mit einem Bürgertest kamen, da deren Eltern nicht wollten, dass sie an dem Test in der Schule teilnehmen. Das hat sich jetzt reduziert auf sechs Kinder, denn es hat sich einfach rumgesprochen, dass wir das hier sehr gut machen." Auch seien inzwischen nur noch sieben statt zehn Kinder vom Unterricht komplett abgemeldet. "Den Rest konnten wir überzeugen, dass ihre Kinder in die Schule kommen dürfen, denn vermutlich wird sich bis zu den Sommerferien an dieser Regelung nichts ändern."

Generell ist Sieper den Eltern sehr dankbar: "Die sind alle sehr bedacht und lassen ihre Kinder bei kleinsten Anzeichen von Schnupfen zu Hause und machen direkt einen Schnelltest. Damit stellen sie ja auch sicher, dass die anderen Kinder herkommen können und es keine Infektionsherde gibt. Wirklich toll, dass die Elternschaft so sensibel ist und da so mitzieht!"

Super Unterstützung vom Gesundheitsamt

Bisher wurden an der Pestalozzischule rund 1440 Tests bei den Kindern durchgeführt - und gut 200 bei den Lehrkräften. Von insgesamt 1700 Tests fiel nur ein einziger positiv aus, doch der stellte sich beim PCR-Nachtest als Irrtum heraus. Betroffen war ein sechsjähriges Mädchen aus der ersten Klasse, die sehr unaufgeregt mit ihrem Testergebnis umging. "Die ganze Klasse hat super reagiert, niemand ist panisch geworden", lobt die Schulleiterin, "auch nicht nachdem ich die Eltern über den positiven Test informiert hatte."

Vom Gesundheitsamt fühlt sie sich super unterstützt: "Wir hatten dort sofort angerufen und bekamen den weiteren Ablauf erklärt, so dass wir uns im Umgang damit sehr sicher fühlten."

Gut funktioniert hat auch das Konzept, das betroffene Kind ins Direktionsbüro zu bringen, um gemeinsam auf die Abholung durch die Eltern zu warten und möglichst positive Erlebnisse zu schaffen. "Das Mädchen hat hier gesessen, gemalt und eine Tapferkeitsurkunde bekommen, also wirklich keinen psychischen Schaden genommen", betont Sieper. "Die Praxis jetzt hat gezeigt, dass wir es wirklich schaffen, die Kinder gut durch diesen Prozess zu begleiten."

Sie würde sich allerdings wünschen, dass die Testkapazitäten erhöht werden, damit die Kinder, die dreimal pro Woche in Präsenz da sind, auch wirklich dreimal getestet werden können: "Das dauert zehn Minuten, und dann ist man für den Rest des Tages sicher." Bewährt hat sich in diesem Zusammenhang auch das Konzept der halben Gruppen, daher plant die Schule damit bis zu den Sommerferien weiter: "Daran haben sich alle Kinder nun gut gewöhnt, und es bringt den weiteren Vorteil mit sich, dass wir sogar unsere Projektwoche und die Bundesjugendspiele stattfinden lassen können. Im nächsten Schuljahr starten wir dann hoffentlich wieder mit allen Kindern an Ort und Stelle durch. Hoffentlich!"

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