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Der neue Polizeichef im Main-Taunus-Kreis, Urban Egert, hat seinen Schreibtisch in der Direktion an der Zeilsheimer Straße.

Urban Egert

Das ist der neue Polizeichef im Main-Taunus-Kreis

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Urban Egert ist der neue Chef der Polizei im Main-Taunus-Kreis. Den lernt er gerade richtig kennen, sonst ist er viel herumgekommen bei der Polizei.

Urban Egert hat bei der Bereitschaftspolizei, die sich gleich an die Ausbildung in der Polizeischule anschließt, einige wichtige Auseinandersetzungen der 1980er Jahre miterlebt. Aber er hat auch bei der Autobahnpolizei gearbeitet, hat sich im Landeskriminalamt um Prävention gekümmert und federführend um das Verbot der Rockergruppe Hells Angels. Auch der Staatsschutz war schon sein Thema, und es stehen mehrere kriminalpolizeiliche Stationen in seinem Lebenslauf. Komplett ist diese Liste nicht – es dürfte nur wenige Bereiche der Polizeiarbeit geben, mit denen Egert noch nicht befasst war.

Der häufige Wechsel der Dienststellen hat sich ergeben, war also nicht geplant. Und jetzt ist er Leiter der Polizeidirektion Main-Taunus mit Sitz in Hofheim, Chef von etwa 260 Polizisten und anderen Mitarbeitern der Ordnungshüter. 57 Jahre ist er alt, in den Ruhestand geht man bei der Polizei mit 61 Jahren. Egert geht davon aus, dass er seine letzten vier Berufsjahre an der Zeilsheimer Straße in Hofheim verbringt. Allerdings ist er selbst das beste Beispiel dafür, dass man eine Laufbahn bei der Polizei nicht komplett durchplanen kann.

Berufswunsch Förster

Erste Wahl war dies ursprünglich ohnehin nicht. Förster hatte Egert werden wollen, der im Rheingau aufgewachsen ist und in Wiesbaden-Schierstein lebt. Aber wer Förster werden will, braucht das Abitur, und auf Schule hatte der damals 16-Jährige nach dem Realschulabschluss wirklich keine Lust mehr. In der Situation kam er in der Gaststätte seiner Eltern mit einem Einstellungsberater der Polizei ins Gespräch. Also ging Egert zur Polizei, aber weil er gerne im Wald ist, betreibt er die Jägerei noch als Hobby.

Geschossen wird dabei mehr als bei der Polizei. Dienstlich war er ein einziges mal kurz davor; nämlich als ein Straftäter einen Polizeikollegen mit der Waffe bedrohte. Egert verzichtete darauf, selbst zu schießen, weil er erkannte, dass die Waffe des Straftäters klemmte, ein Schuss also gar nicht hätte abgegeben werden können.

Startbahn West

Natürlich sind das Ereignisse in einem Polizistenleben, die man nicht vergisst. Seine Entscheidung für diese Laufbahn hat das nicht in Frage gestellt, eher schon das, was sich in der Auseinandersetzung um die

Startbahn West

abgespielt hat. „Ich war fassungslos über das Ausmaß an Gewalt“, sagt Egert.

Im Vergleich dazu geht es im Main-Taunus-Kreis heute viel beschaulicher zu. Den lernt er gerade kennen, stellt sich bei den verschiedenen Revieren vor, außerdem in den Rathäusern und verschiedenen Einrichtungen, mit denen er es zu tun bekommt. Natürlich gibt es den einen oder anderen Brennpunkt, zuletzt ist Schwalbach etwas in die Schlagzeilen geraten. „Wir haben viele Kollegen, die schon lange da sind“, so Egert – auf deren Sachkenntnisse werde er zurückgreifen.

Zu denen, mit denen er in Zukunft immer wieder Kontakt haben wird, gehören die Kommunalpolitiker im Main-Taunus-Kreis. Die können allerdings darauf hoffen, dass der neue Polizeichef ein gewisses Verständnis aufbringt für die Zwänge und die Abläufe der örtlichen Politik. Denn Egert ist selbst seit 2010 Ortsvorsteher in Schierstein und gehört für die SPD der Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung an.

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