Da noch nicht absehbar ist, wann der Busbahnhof umgebaut wird, soll vorab der Bussteig 5, an dem der Stadtbus hält, barrierefrei umgebaut werden, um das Einsteigen zu erleichtern. FOTO: Knapp
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Da noch nicht absehbar ist, wann der Busbahnhof umgebaut wird, soll vorab der Bussteig 5, an dem der Stadtbus hält, barrierefrei umgebaut werden, um das Einsteigen zu erleichtern.

Verkehr

Provisorische Lösung für Bussteig Nummer 5

  • VonManfred Becht
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Bis der Busbahnhof in Hofheim umgebaut wird, werden noch Jahre vergehen. Vorab soll jedoch der Bussteig für den Stadtbus auf ein barrierefreies Niveau angehoben werden.

Hofheim -Der geplante Umbau des Busbahnhofs an der Alten Bleiche wird noch Jahre auf sich warten lassen. Der Bau- und Verkehrsausschuss stimmte dem Vorschlag des Magistrats zu, zunächst für weite Teile der südlichen Innenstadt einen verkehrsplanerischen Wettbewerb durchzuführen. Allerdings soll der Bussteig für den Stadtbus vorab schon mal provisorisch barrierefrei umgebaut werden. Bekanntlich gibt es bereits Pläne zum Umbau des Busbahnhofs. Diese Planungen seien nicht gescheitert, sondern könnten zu guten Ergebnissen fortentwickelt werden, so der Erste Stadtrat Wolfgang Exner. Der Stopp der Planungen war vom Magistrat vor allem mit finanziellen Problemen begründet worden. Das wird allerdings unterschiedlich eingeschätzt.

So erklärte der FDP-Stadtverordnete Ralf Weber, man müsse von diesen Planungen Abstand nehmen, da das Ziel nicht erreicht werde, die Kapazität des Busbahnhofs zu steigern. Demgegenüber argumentierte der Stadtverordnetenvorsteher Andreas Hegeler, es habe eine große Mehrheit für die Pläne gegeben. "Wir können doch nicht nach vier Jahren wieder alles von vorne diskutieren."

Klar ist aber: In welchem Umfang man die Pläne noch verwenden kann, hängt auch davon ab, wie der Verkehr in der Innenstadt organisiert wird. Schnell geht es mit dem Verkehrswettbewerb aber nicht - im Moment sucht die Stadt ein Büro, das diesen Wettbewerb begleitet. Er hoffe, dass es in einem Jahr Ergebnisse des Wettbewerbs gebe, so Stadtrat Exner.

Eine unerwartete Wendung nahm die Debatte um den Bussteig Nummer 5, an dem zurzeit der Stadtbus hält. Der müsse schnell auf ein barrierefreies Niveau angehoben werden, verlangten zunächst die Linken unter Hinweis darauf, dass nach den gesetzlichen Vorgaben die Bushaltestellen 2022 barrierefrei werden sollen. Der Magistrat lehnte eine Zwischenlösung zunächst ab - dies sei nicht einfach und koste einen hohen fünfstelligen, wenn nicht sogar niedrigen sechsstelligen Betrag, so Exner. Alle Hofheimer Bushaltestellen barrierefrei, bis auf den Busbahnhof - für die Linken-Stadtverordnete Barbara Grassel ist das ein Schildbürgerstreich.

Parteien sind sichtlich erleichtert

Die Verwaltung ließ dann aber wissen, dass andere Kommunen in solchen Fällen mit Behelfsbussteigen aus Holz provisorische Lösungen gefunden haben. Das griffen die Parteien sichtlich erleichtert auf und beauftragten den Magistrat einstimmig, genau diese Lösung umzusetzen. Weder wollen die Parlamentarier Pläne sehen noch Kosten kennen - das zeigt, wie froh sie sind, diesen Streit abgeräumt zu haben.

Viele andere Fragen bleiben offen. Nach den Ausführungen des Magistrats soll in die weiteren Überlegungen auch das Parkdeck am Bahnhof einbezogen werden. Demnach steht es zur Disposition, das Gelände könnte zum Teil auch für öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden. Das erweitert natürlich auch die Spielräume für die Teilnehmer des Wettbewerbs.

Dessen Ergebnisse scheinen ohnehin unkalkulierbar. Für Barbara Grassel ist es beispielsweise denkbar, den gesamten Verteilerkreisel nur noch einspurig zu führen - dann werden die gefährlichen Situationen beim Spurwechsel vermieden und es gebe Platz für einen Radweg. Im Ausschuss war auch die Rede davon, dass es vor dem Bahnhof wieder Autoverkehr in beide Richtungen geben könnte.

Obwohl dies alles offen ist, möchte der Magistrat den Bereich vor dem Bahnhof so umbauen, dass mehr Platz für die dort haltenden Busse ist.

Gefährliche Situationen

Momentan komme es dort häufig zu gefährlichen Situationen, begründete Stadtrat Exner die Eile in dem Punkt. Der Verkehrsausschuss stimmte dem auch zu.

Ansonsten scheut man eher Festlegungen für die zukünftige Verkehrsführung und die Gestaltung des Busbahnhofs. Der Verkehrsausschuss wollte sich auch nicht auf die Forderung der Grünen-Stadtverordneten Marianne Knöss einlassen, die auf dem Busbahnhof stehenden Bäume müssten unbedingt erhalten werden. In der Politik müssten immer Abwägungsentscheidungen getroffen werden, so Stadtrat Exner. Und möglicherweise verlange der Ausbau funktionierender öffentlicher Verkehrsmittel eben einen Verzicht auf die Bäume an dieser Stelle.

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