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Rechenzentrum geht später in Betrieb

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Von: Manfred Becht

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Die Südwestansicht des Rechenzentrums; wobei die eingezeichneten Bäume wohl etwas groß ausgefallen sind.
Die Südwestansicht des Rechenzentrums; wobei die eingezeichneten Bäume wohl etwas groß ausgefallen sind. © nn

Süwag plant nun zusammen mit zwei Unternehmen.

Hofheim -Die Vorbereitungen zum Bau eines Rechenzentrums an der Autobahn-Anschlussstelle Hofheim/Weilbach verzögern sich. Wie aus einer gestern verbreiteten Pressemitteilung der drei beteiligten Unternehmen hervorgeht, ist eine Inbetriebnahme im Jahr 2025 vorgesehen. Als das Projekt im Sommer vergangenen Jahres vorgestellt wurde, war von einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren die Rede. Nach der damaligen Darstellung hätte der Betrieb also im Frühjahr 2024 starten sollen.

Gründe für die Verzögerung wurden nicht mitgeteilt. Wie aus der Presseerklärung hervorgeht, wird jetzt mit den Planungen begonnen. Demnach hätte die Süwag als Initiator des Projektes die vergangenen Monate vor allem damit zugebracht, weitere Partner zu suchen. Diese sind gefunden, es handelt sich um die DC-Datacenter-Group und um Noris Network.

Die DC-Datacenter-Group GmbH aus Wallmenroth bei Siegen plant, baut und betreibt derartige Rechenzentren. Das Unternehmen besteht seit 2005, beschäftigt etwa 200 Mitarbeiter und hat nach eigenen Angaben mehr als 2000 Projekte in der Branche realisiert. Die Noris Network AG mit Sitz in Nürnberg wiederum bietet Dienstleistungen von Rechenzentren an. Auch diese Firma baut Rechenzentren in Eigenregie.

Argumente für den Standort

Bei dem Hofheimer Projekt ist offensichtlich die DC-Datacenter-Group für den Bau zuständig, die Noris Network AG für den Betrieb. Die Süwag wiederum hat bereits bei der Vorstellung des Projektes bekundet, in das Geschäft mit den Rechenzentren einsteigen zu wollen. Zu diesem Zweck soll mit den beiden Partnern auch ein gemeinsames Unternehmen gegründet werden.

Dieses Unternehmen soll in Hofheim angesiedelt werden, weshalb die anfallende Gewerbesteuer zunächst komplett in die Kasse der Kreisstadt fließt. Dass davon ein Teil wieder an den Kreis abgegeben werden muss, ist klar - das gilt für Gewerbesteuer generell. Auch wegen der zu erwartenden Einnahmen wird das Vorhaben im Rathaus positiv gesehen. Die Stadtverordnetenversammlung hat bereits im Herbst beschlossen, die notwendige Änderung des Bebauungsplanverfahrens in die Wege zu leiten.

Damals wurde der Standort deshalb als ungeeignet kritisiert, weil es dort keine Verwendung für die entstehende Abwärme gebe. Jetzt heißt es dazu in der Pressemitteilung, die Nutzung der Abwärme für ein Nahwärmenetz sei vorgesehen. Ein Transport der Wärme etwa in das Neubaugebiet Römerwiesen sei technisch machbar, hieß es im vergangenen Jahr. Als ökologisch nachhaltig schätzen die Planer auch die Absicht ein, die Notstromgeneratoren für synthetische Kraftstoffe auszulegen.

Investitionen in Höhe von 90 Millionen Euro

Als weitere Argumente für den Standort wurden sowohl die Nähe der Autobahn als auch die geringe Entfernung zum wichtigsten deutschen Internetknoten in Frankfurt hervorgehoben. Für bestimmte Anwendungen, etwa beim internetgestützten Aktienhandel, komme es auf Sekunden an, hieß es im Vorjahr. Was natürlich eine Rolle spielt: Das Grundstück gehört der Süwag bereits. Es liegt unmittelbar an einem Umspannwerk des Unternehmens.

Auf insgesamt 11 000 Quadratmetern Grundstücksflächen sollen bis zu 90 Millionen Euro investiert werden. Es entsteht ein mehrteiliger Gebäudekomplex, bis zu 18 Metern hoch. Womöglich soll das Gebäude abschnittsweise gebaut werden, je nach Nachfrage. Dass diese in den nächsten Jahren weiter steigt, davon gehen die drei Unternehmen fest aus.

Jedes der drei Unternehmen werde seine Fachkenntnisse bei dem Projekt auch zum Nutzen der beiden anderen Partner einbringen, heißt es. Alle drei sollen auch zu gleichen Teilen an der neu zu gründenden Gesellschaft beteiligt werden.

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