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Sein Arbeitsfeld hat Aufregungspotenzial

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Von: Barbara Schmidt

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Der Bad Homburger Philipp Herbold kennt sich aus in der Region. Jetzt ist der 39-Jährige im Hofheimer Rathaus der Fachbereichsleiter für Öffentliche Sicherheit und Ordnung.
Der Bad Homburger Philipp Herbold kennt sich aus in der Region. Jetzt ist der 39-Jährige im Hofheimer Rathaus der Fachbereichsleiter für Öffentliche Sicherheit und Ordnung. © babs

Im Hofheimer Rathaus hat sich zuletzt eine Menge getan. Die Verwaltung der Kreisstadt hat nicht nur eine veränderte Struktur, es gibt auch viele neue Fachbereichsleiter. Wir stellen sie in einer kleinen Sommerserie vor.

Hofheim. Philipp Herbold trägt im Rathaus dort Leitungsverantwortung, wo das "pralle Leben", wie er sagt, spürbar wird. Denn der Fachbereich Öffentliche Sicherheit und Ordnung ist für Demonstrationen genauso zuständig wie für nicht geleerte Mülltonnen oder die Unterbringung von Obdachlosen. Auch das Standesamt und das Friedhofswesen gehören zum Aufgabenbereich, den Herbold als "aufregungsaffin" bezeichnet. Das gehe bei den Einsätzen der Ordnungspolizei los. "Den einen schreiben sie zu wenig, den anderen zu viele Knöllchen", weiß der 39-Jährige, dass es gerade hier kaum jemandem Recht zu machen ist. Dass die Bürger im Frankfurter Speckgürtel viel von ihrer Verwaltung erwarten, hat der Bad Homburger auch schon in seinen früheren Stellen im Eschborner wie im Hochheimer Rathaus mitbekommen, gerade die Hofheimer seien aber anspruchsvoll. Das sei auch in Ordnung so, meint der Jurist, sei das doch nicht zuletzt ein Zeichen dafür, dass hier die Identifikation mit der Stadt besonders hoch sei. Herbold findet es aber gut, sich "ab und zu auch mal bewusst zu machen, wie gut es uns geht".

Herbold ist Liberaler und für die FDP in seiner Heimatstadt an der Partei und Fraktionsspitze aktiv. Dass er politische Tätigkeit und Beruf nicht vermische, darauf lege er großen Wert, betont er. Weil Freiheit bei aller Sympathie für Liberalität eben auch Grenzen hat, muss er im Job sogar eher diese Seite im Auge haben. Wichtig ist ihm aber, dass "unser gemeinsames Leben, die ausgeübte Freiheit, möglichst weit ausgeübt werden kann".

Der Nachfolger von Axel Wilken führt im Fachbereich Öffentliche Sicherheit und Ordnung, der zu den Dezernaten des Ersten Stadtrats Wolfgang Exner (CDU) gehört, insgesamt 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Offene Stellen gibt es auch, unter anderem bei der Stadtpolizei. Die Pandemie war für Herbold, der am 1. September 2020 im Hofheimer Rathaus angefangen hat, seither ein großer Schwerpunkt der Arbeit. Als zweiten nennt er die Aufgabe der Flüchtlingsunterbringung, die ja im Grunde vom Main-Taunus-Kreis gestemmt wird, aber immer dann bei der Stadt landet, wenn Obdachlosigkeit abzuwenden ist. Keine einfache Materie, bei der es auch schon mal gerumpelt hat. Wie "extrem wichtig" hier die Kooperation mit den ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuern sei, das betont Herbold heute. Der Bad Homburger, der nach einer zweisamen Corona-Hochzeit vor dem Standesamt 2020 erst vor kurzem mit seiner Frau das "richtige" Fest mit kirchlicher Trauung im größeren Kreis gefeiert hat, war übrigens nach dem Studium auch mal als Anwalt tätig. Berufserfahrung hat er zudem im Hessischen Landtag als wissenschaftlicher Mitarbeiter gesammelt. Das "pralle Leben", mit dem er es aktuell zu tun hat, dürfte dazu ein echtes Kontrastprogramm sein.

Am Donnerstag lesen Sie,

dass Susanne Schindler, die neue Fachbereichsleiterin Soziales, es mit zahlreichen Herausforderungen zu tun hat. Dabei geht es nicht nur um den aktuellen Personalmangel.

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