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Stadtmuseum Hofheim Direktorin Dr. Eva Scheid

Leitung

Seit 25 Jahren gibt es das Stadtmuseum, das die Handschrift seiner Chefin trägt

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Fünf Jahre wollte Eva Scheid ursprünglich nur bleiben. Dass sie den Plan verworfen hat, ist für Hofheim ein Glück, denn das Stadtmuseum hat sich in den 25 Jahren unter ihrer Leitung bestens etabliert.

100 Jahre alt wäre Hanna Bekker vom Rath 1993 geworden. Und die Kunstmäzenin, Galeristin und Malerin, deren „Blaues Haus“ Hofheim in der Kunstwelt zum Begriff gemacht hat, hätte sicher ganz besonders begrüßt, dass just in diesem Jahr der Traum von einem Stadtmuseum wahr wurde. „Der Eröffnungstermin war der 3. November“, weiß Dr. Eva Scheid, die seit der ersten Stunde die Museumsleitung inne hat.

1991 hat die Stadt Hofheim die Wahl-Frankfurterin verpflichtet, zu ihren ersten Aufgaben gehörte, das Grobkonzept, das nach dem Hessentag für ein Museum gestrickt worden war, weiterzuentwickeln und auf das Raumangebot des entstehenden Hauses abzustimmen. Mit dem Gebäude in der Burgstraße, das historische und moderne Bauteile zu einem Ensemble vereint, als wollte es auch in seiner Architektur auf seinen Daseinszweck verweisen, ist Eva Scheid nach wie vor glücklich. Auch nach 25 Jahren wirke es dank guten Designs nicht alt. Im Innern hat eine Auffrischung, was die Präsentation der Dauerausstellungen angeht, schon vor einigen Jahren für einen wieder zeitgemäßeren Auftritt gesorgt. Längst sind Museen ja nicht mehr nur Orte, an denen Dinge in Vitrinen oder an der Wand betrachtet werden. Interaktion, Medieneinsatz, Museumspädagogik sind nur einige Stichworte für den Wandel, der auch in diesem Bereich in den vergangenen Jahrzehnten stattgefunden hat.

Längst ist das Museum Veranstaltungsort weit über Vernissagen und Workshops hinaus. Vom „Freitagabend im Museum“, der Reihe des Kunstvereins, über Länderabende von Caritasverband und katholischem Bezirk bis hin zu Ehrungen oder privaten Geburtstagsfeiern reicht das Spektrum. Einige Jahre waren hier auf Wunsch auch standesamtliche Trauungen möglich. Für Eva Scheid der schöne Nebeneffekt: Dass so viele Menschen mal ihren Fuß über die Schwelle des Stadtmuseums gesetzt haben, die ohne solch einen Anlass nie hinein gekommen wären. Nicht zuletzt die alljährlichen Museumstage zählt Scheid zu den Veranstaltungen, die schon Kinder entdecken lassen, wie spannend es sein kann, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. „Da kann man etwas an Interesse bei jungen Menschen bestärken – das ist auch Kulturarbeit“, sagt die Museumsleiterin.

Mehr als 120 Ausstellungen hat das Stadtmuseum in seinem ersten Vierteljahrhundert präsentiert. Dabei zieht sich der Name Hanna Bekker vom Rath wie ein roter Faden durch die Jahre. Auch die Ausstellung zum Jubiläum hat wieder nicht unwesentlich mit ihrem Wirken zu tun. Was die Besucher erwartet, wird in dieser Woche noch ausführlicher vorgestellt.

Das Stadtmuseum hat sich zudem mit seinen Beiträgen, die dem Werk der Fotografin Marta Hoepffner zu deutlich mehr Aufmerksamkeit verholfen haben, einen Namen weit über den Main-Taunus hinaus gemacht. Auch ein Grund, warum sich Eva Scheid heute nicht mehr, wie anfangs noch, von Kollegen in großen Häusern auf die Bitte nach Leihgaben fragen lassen muss: „Wer sind Sie denn überhaupt?“ Das Netzwerk, das sie für das Haus gesponnen hat, reicht weit. „Kooperationen sind für mich immer ein Highlight“, sagt die Museums-Chefin, die auch im Vorstand des Hessischen Museumsverbands sitzt. Im Team mit anderen ergäben sich einfach mehr Ideen und andere Ansätze, man erreiche mehr, „und manchmal gibt es auch Geld.“

Von Anfang an ein klares Konzept gehabt und dies auch durchgehalten zu haben, habe sich bewährt. sagt Scheid. Als Herausforderung für die Zukunft nennt sie die Aufarbeitung gesellschaftlicher Themen und die Digitalisierung all dessen, was das Museum so hütet.

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