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Fleißige Helfer werden immer gebraucht: Ortsbeiratsmitglied Karl-Heinz Eyrich (mit rotem Schal) und Wahlkampfmanager und Juso-Chef Aaron Kowacs plakatieren den Hinweis auf Bernhard Köpplers Wahlkampfauftakt an der Kreuzung Hattersheimer Straße/Schmelzweg.

Wahl

Wie der Sozialdemokrat Bernhard Köppler seinen Wahlkampf gestaltet

Zwei Frauen und vier Männer wollen Nachfolger von Hofheims Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) werden, die nach 18 Jahren im Amt nicht wieder antritt. SPD-Chef Bernhard Köppler warf im vergangenen Jahr als zweiter Bewerber seinen Hut in den Ring.

„Ich will einen thematischen Wahlkampf machen“, sagt Bernhard Köppler. Der Kandidat der Sozialdemokraten für das Amt des Bürgermeisters von Hofheim plant daher für die kommenden Wochen bis zum Wahltermin am 24. März einige Veranstaltungen, in denen er mit interessierten Bürgern einzelne Sachfragen beleuchten möchte. Um verschiedene Wohnmodelle etwa solle es dabei gehen, kündigt Köppler an. Für ihn ein wichtiges Zukunftsthema nicht nur mit Blick auf das mögliche große Baugebiet Marxheim II. Genossenschaften könnten helfen, dass Hofheimer sich hier Wohneigentum leisten können, ist der Sozialdemokrat sicher. Auch das Thema Verkehr will Köppler gern mit den Bürgern diskutieren. Für ihn eine Frage: „Brauchen wir den Verkehr in der Oberen Hauptstraße überhaupt?“ Der rette ja scheinbar das Geschäftsleben dort auch nicht. Die Nahversorgung wäre ein weiteres Thema. Orte und Termine für Veranstaltungen dazu stünden aber noch nicht fest, sagt Köppler.

Tour durch die Stadtteile

Eine erste Tour durch alle Stadtteile hat der SPD-Kandidat bereits im vergangenen Herbst absolviert. Seit einigen Wochen stellt er auf seiner Facebook-Seite Ideen vor, wie Hofheim attraktiver werden könnte. Eine Querungsmöglichkeit für Radfahrer und Fußgänger über die Elisabethenstraße in Höhe des Durchgangs am HWB-Gebäude und der Einmündung Richard-Zorn-Weg etwa zählt dazu, ein wieder mit Wasser gefüllter Brandweiher in Marxheim oder ein Weinstand im Graben des Wasserschlosses. Für besonders wichtig halte er die Frage, was aus dem Hof Ehry werde. „Er sollte auch weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich sein“, findet der 53-Jährige.

Neben Facebook nutzt Köppler auch die Bild-Plattform Instagram für seinen Wahlkampf. Wie sein Konkurrent Christian Vogt von der CDU hat sich Köppler bisher aber gegen die Nutzung des Nachrichtendienstes Twitter entschieden. Die eigene Internetseite des SPD-Kandidaten suchten Interessierte zudem bislang vergebens. „Sie ist kurz vor der Scharfschaltung“, klärt Köppler auf, dass die Seite noch in Arbeit sei.

Der Hofheimer SPD-Vorsitzende kann auf die Unterstützung eines kleinen Wahlkampfteams aus seiner Partei rechnen. Einige Jusos und einige erfahrene ältere Genossen seien dabei. Zum Budget für die Wahlwerbung will er keine konkreten Angaben machen. Es sei „überschaubar“, sagt er nur, ermögliche aber doch „ein bisschen Bewegungsfreiheit.“ Und: „Wo wir Geld reinsetzen, muss schon genau überlegt werden.“

Für die nächsten Wochen hat Bernhard Köppler sich beruflich „die Zeitfenster geschaffen, die ich benötige“. Sein Arbeitgeber, die Neue Heimat Projektstadt, ermögliche ihm die nötige Flexibilität bei den Arbeitszeiten, zumal manches auch dank des Internets am heimischen Schreibtisch erledigt werden könne.

Dass Hofheim eine „ganz spannende Stadt ist, die aus ganz vielen Stadtgesellschaften besteht“, ist Köppler durch die vielen Termine, die er seit seiner Kür zum SPD-Kandidaten bereits absolviert hat, noch klarer geworden. Das motiviere ihn für die bevorstehende „heiße Phase“ im Kampf um den Chefposten im Rathaus. Und an der großen Bandbreite merke man die 40 000 Einwohner, die die Kreisstadt habe, sehr deutlich, findet Köppler. Mit der bisherigen Resonanz auf seine Kandidatur und Person sei er „schon sehr zufrieden.“

Dass es mittlerweile sechs sind, die sich um das Bürgermeisteramt bewerben, sieht Köppler gelassen. „Jeder bespielt sein Klientel“, meint der Genosse. Zu Jahresbeginn war mit Willi Schultze noch ein 23-jähriger unabhängiger Kandidat aus Lorsbach aufgetaucht. Das mache die Wahl noch interessanter, „und ich freue mich für jeden, der die Wahlbeteiligung steigert“, sieht der SPD-Konkurrent es positiv.

von BARBARA SCHMIDT

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