+
Dieses Bild bietet sich an der Lorsbacher Straße seit einem Jahr: der unfertige Rohbau des geplanten Mehrfamilienhauses für sechs Parteien.

Firma hat Arbeit niedergelegt

Spekulationen um ruhende Baustelle

  • schließen

Seit einem Jahr tut sich an dem Rohbau des geplanten Mehrfamilienhauses an der Lorsbacher Straße nichts. Das sorgt für Gesprächsstoff.

Bauherren versuchen normalerweise, so schnell wie möglich ihre Vorhaben umzusetzen. Deshalb hat in den zurückliegenden Monaten der geplante Bau eines Mehrfamilienhauses an der Lorsbacher Straße zunehmend für Aufsehen gesorgt, denn schon seit einem Jahr liegt der Rohbau schräg gegenüber von der Seniorenresidenz brach. Die Recherchen des Kreisblatts haben unterschiedliche Gründe zutage gebracht, woran das liegt. Die Kelkheimer Baufirma MGH, deren Banner noch an dem Bauzaun hängt, hatte mit dem Rohbau im Sommer 2017 begonnen. Doch schon wenige Monate später, zum Ende des Jahres, hatte das Unternehmen seine Arbeit eingestellt. Angeblich, weil der Bauherr nicht mehr gezahlt haben soll. Und so ist der Rohbau bis heute unvollendet, es fehlen noch das zweite Stockwerk und das Dachgeschoss. Und in den zurückliegenden zwölf Monaten wurde selten jemand auf der Baustelle gesehen. Inzwischen hat die Witterung bereits sichtbare Spuren an dem Mauerwerk hinterlassen. Offiziell will dazu niemand Stellung nehmen, doch mittlerweile soll sich mit dem Streit zwischen Bauherr und Bauunternehmen ein Gericht befassen. Die Baufirma soll jedoch nicht die einzige sein, die Probleme mit dem Eigentümer hat. Auch die Firma, die den Erdaushub getätigt hat, soll noch auf Geld warten. Der Hofheimer Architekt Roland Partisch war kurze Zeit mit dem Bauvorhaben betraut gewesen. Nun habe er damit nichts mehr zu tun, sagt er dem Kreisblatt, will sich aber „aus Diskretionsgründen“ nicht weiter dazu äußern.

Der Main-Taunus-Kreis als Bauaufsichtsbehörde bestätigte auf Nachfrage, dass der Bauleiter seine Arbeit im Juni 2018 niedergelegt habe. Die Bauaufsicht habe daraufhin die Baueinstellung angeordnet und den Bauherrn auf den Ablauf der Baugenehmigung nach einem Jahr, sprich zum Juni 2019, hingewiesen, teilt die Pressestelle des Landratsamtes mit.

Grundsätzlich verlieren Baugenehmigungen ihre Gültigkeit entweder, wenn drei Jahre nach Erteilung nicht mit den Bauarbeiten begonnen wurde oder wenn die Bauausführung ein Jahr unterbrochen ist. Grundsätzlich ist danach eine neue Baugenehmigung erforderlich. Allerdings besteht die Möglichkeit einer Verlängerung um bis zu zwei Jahre. Voraussetzung hierfür ist ein schriftlicher Antrag des Bauherrn, der innerhalb der ursprünglichen Geltungsdauer gestellt wird.

Doch über das ganze Gerede und Spekulationen kann sich der Eigentümer, ein pakistanischer Geschäftsmann, nach eigenem Bekunden nur wundern. Wie er dem Kreisblatt am Telefon erklärte, soll es im März an dem Bau in der Lorsbacher Straße weitergehen. Inzwischen habe er Investoren gefunden, mit denen er den Bau des Sechs-Parteien-Hauses fortsetzen will. Die Verzögerung erklärt er damit, dass er nur „Schritt für Schritt“ die Aufträge für die einzelnen Gewerke vergeben habe. In Kürze solle es aber weitergehen, dann jedoch mit anderen Firmen.

(ulk)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare