Ein Spendenkonto für Wildschweine

  • schließen

Kinder gingen immer schon gern zu den Wutzen und Hirschen am Kapellenberg. Das soll auch so bleiben.

Alle Kinder, die in Hofheim und Umgebung aufwachsen, kennen das Wildgehege am Forsthaus auf dem Kapellenberg. Wenn Familien dort am Wochenende spazierengehen, ist der Besuch der Wutzen und Hirsche Pflichtprogramm. Damit das so bliebt, haben sich jetzt etliche Hofheimer zusammengeschossen. „Hofheimer Bürger wollen den Wildpark retten“ haben sie sich auf ihre Fahnen geschrieben. „Wir machen das wegen unserer Kinder“, sagt Tobias Rösmann, einer der Sprecher der Initiative. „Sie lieben das Gehege“, sagt er. Auch seine Frau sei als Kind schon gern hergekommen. In der neuen Initiative sind Spaziergänger, Hundebesitzer, Rentner und vor allem Eltern mit Kindern beteiligt. Sie versuchen zurzeit, wo es geht Geld lockerzumachen.

Geld ist das große Problem, das das Gehege bedroht. Die Stadt Hofheim, Eigentümerin des Wildparks, muss sparen wo sie kann. Vor allem die freiwilligen Leistungen müssen weg, oder wenigstens reduziert werden. Und der Wildpark ist eine freiwillige Leistung. 25 000 Euro hatte die Stadt für Futterkosten und den Unterhalt der Anlage immer veranschlagt, in diesem Jahr ist es noch die Hälfte. Das war ein Kompromiss, weil es teils heftige Proteste und eine Unterschriftensammlung gegen die Abschaffung der Tiere gegeben hatte. Die andere Hälfte des Geldes sollen die Bürger aufbringen.

Außer wütenden Protesten und einer Bürgerversammlung tat sich aber erst einmal nichts. Niemand ergriff die Initiative, „Wenn wir Hofheimer nichts tun, werden die Wildschweine und Damhirsche zum 30. Juni weggeschafft. Danach wird das Gehege geschlossen, wahrscheinlich für immer“, sagt Rösmann, der mit seinen Mitstreitern, weil die Zeit drängt, schnell ganz viel in Bewegung setzen will. 12 000 Euro braucht die Gruppe bis Juni, damit es erstmal bis zum Jahresende weitergehen kann. Die Stadt ist an der Rettungsaktion durch die Bürgerstiftung beteiligt. „Die stellen ihren Namen und ihr Konto für Spenden zur Verfügung. So können die Zuwendungen von der Steuer abgesetzt werden. „Bis wir einen Verein gegründet haben und der als gemeinnützig anerkannt ist, dauert das viel zu lange“, sagt Rösmann. Aber ein eigener Verein bleibt ein Ziel.

Vorrangig ist es jetzt aber erst einmal, Geld aufzutreiben. Da hat die Gruppe etliche Ideen. Natürlich gibt es einen Spendenaufruf. Wer helfen will, das Tiergehege zu erhalten kann auf das Konto der Bürgerstiftung IBAN: DE70512500000001000888 bei der Taunus-Sparkasse. Dabei die Angabe des Verwendungszwecks „Wildpark-Retter“ nicht vergessen, sonst geht das Geld allgemein an die Bürgerstiftung. Die Wildpark-Retter denken aber auch an Patenschaften, sie wollen Firmen als Sponsoren gewinnen, die sich dann mit Plaketten am Gehege verewigen dürfen, und sie wollen Aktionen am Wildpark organisieren von Kinderspielen bis zum Kuchenverkauf. Hauptsache es kommt genügend Geld rein.

Das Wild – zurzeit gibt es sechs Wildschweine (eine Mutter mit nicht mehr allzu jungem Nachwuchs) und einen Damhirsch mit drei Hirschkühen – muss aber vom Förster betreut werden. Laien haben da keinen Zugang. Der neue Förster Sebastian Weller hat eine entsprechende Ausbildung und würde das auch gern machen, abgerechnet werden muss aber mit dem Forstamt und dem schaut das Land auf die Finger.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare