Spatenstich für den Neubau der Tierklinik Hofheim. Die Klinik-Gründer Martin Kessler (ganz links) und Hans-Ulrich Kosfeld (daneben) packten mit an.
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Spatenstich für den Neubau der Tierklinik Hofheim. Die Klinik-Gründer Martin Kessler (ganz links) und Hans-Ulrich Kosfeld (daneben) packten mit an.

Neue Tierklinik entsteht

Start auf dem „Traum-Bauplatz“

  • VonBarbara Schmidt
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Vor 18 Jahren wurde die Klinik für Kleintiere gegründet, längst sind die alten Räume Im Langgewann zu klein. Gestern war Spatenstich für einen Neubau – ein Millionenprojekt.

Das Kreisblatt hatte bereits 2012 von den Plänen der Tierklinik Hofheim berichtet, sich zu vergrößern und auch, dass bei den Bauherren die Katharina-Kemmler-Straße als Favorit galt, war damals schon klar. Doch wie so oft bei Bauprojekten: Vom Wunsch bis zur Wirklichkeit ist der Weg dann doch ein wenig länger. „Viele Hürden wurden überwunden, Kraft, Zeit und Können eingesetzt“, erinnerte Dr. Hans-Ulrich Kosfeld als Sprecher der Tierklinik-Eigentümer an die lange Vorgeschichte des gestrigen Spatenstichs, mit dem der offizielle Startschuss für Hofheims nächste Großbaustelle fiel. Die Kreisstadt, die die Klinik nicht zuletzt als großen Arbeitgeber und Steuerzahler gern halten wollte, tat ihrerseits einiges dazu, dass „die Vision nun auf unserem absoluten Traum-Bauplatz Wirklichkeit wird“, wie Kosfeld formulierte. Der Verkauf eines städtischen Grundstücks an die Bauwilligen gehörte dazu, aber auch die notwendige Änderung des Bebauungsplanes. Dafür dankte Kosfeld der versammelten Verwaltungsspitze, Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Vater und den anwesenden Stadtverordneten und Ortsbeiratsmitgliedern gestern ausdrücklich.

„Schön und qualitätsvoll“

Bürgermeisterin Gisela Stang drückte stellvertretend die Freude der Stadt aus, dass „eine der größten tiermedizinischen Institutionen in Deutschland mit 130 Mitarbeitern, davon 45 Tierärzten“ ein „so starkes Bekenntnis zum Standort Hofheim“ gebe und den Namen der Stadt weit über die Grenzen Deutschlands hinaus trage. Froh sei die Stadt zudem, dass den Bauherren die Außenwirkung des Neubaus nicht egal sei, dieser im Gegenteil sich „schön und qualitätsvoll“ auch nach außen präsentieren werde. Für die Kreisstadt bedeute das künftig „ein wunderbares Entrée“ an dieser Stelle.

Auf rund 7500 Quadratmetern entsteht auf dem Eckgrundstück Katharina-Kemmler-Straße/Zeilsheimer Straße eine Kleintier-Klinik, die 3750 Quadratmeter Nutzfläche bieten wird. In dem zweistöckigen Gebäude wird es im Grunde all das auch geben, was in einem Krankenhaus für den Menschen nicht fehlen darf. Das reicht von Wartezonen über Behandlungsräume und Operationstrakt samt Intensivstation bis hin zu allem, was es für die bildgebende Diagnostik heute an Geräten so gibt. Im ersten Stock sollen die Büros und Aufenthaltsräume, Umkleiden und andere Bereiche für das Personal Raum finden.

180 Patienten täglich

Den gibt’s derzeit Im Langgewann/Ecke Bienerstraße, wo täglich rund 150 ambulante und 30 stationäre Behandlungen, überwiegend an Hunden und Katzen, durchgeführt werden, viel zu wenig. Wie schnell sich die erst 1997 von Dr. Martin Kessler, Dr. Markus Tassani-Prell und Dr. Hans-Ulrich Kosfeld gegründete Tierklinik, die sieben Tage die Woche 24 Stunden für ihre Patienten da ist, zu einem Unternehmen dieser Größenordnung entwickelt hat, ist für die heute sieben Eigentümer im Rückblick noch immer ein wenig unwirklich. Noch mit den eigenen Händen habe man damals das aus einer Insolvenzmasse gekaufte Gebäude für seine neue Bestimmung hergerichtet, erinnert sich Martin Kessler gestern. Weil vieles teurer wurde als geplant, sei man am ersten Praxistag „im Grunde pleite“ gewesen und habe gleich schwarze Zahlen schreiben müssen. Doch genau das gelang und die drei Klinikgründer bereuten die Entscheidung für das Rhein-Main-Gebiet, die der aus Kronberg stammende Kosfeld abgegeben hatte, nicht einen Tag. Doch wegen des großen Erfolgs wurde der heutige Standort eben schnell zu klein, eine Erweiterung dort auch aus Gründen der Parkplatznot kam letztlich nicht in Frage.

Welche Summe die sieben Eigentümer, die zur Umsetzung des Bauprojekts eine Immobiliengesellschaft gegründet haben, investieren, darüber gab’s auch gestern keine Auskunft. „Es ist teuer“, war alles, was sich Kosfeld dazu entlocken ließ. Geht alles glatt, soll der Neubau im Sommer 2016 bezogen werden.

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