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Literatur

Tamara von Werthern und ihr Krimi-Held

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In der Buchhandlung am Alten Rathaus war am Samstagmittag nicht das anbrechende Weihnachtsgeschäft der Hauptgrund für „ein volles Haus“. Vielmehr lockte die Signierstunde, zu der Tamara von Werthern angekündigt war.

In der Buchhandlung am Alten Rathaus war am Samstagmittag nicht das anbrechende Weihnachtsgeschäft der Hauptgrund für „ein volles Haus“. Vielmehr lockte die Signierstunde, zu der Tamara von Werthern angekündigt war. Die in Hofheim aufgewachsene Autorin, die in London lebt, kam direkt vom Flughafen, um ihren zweiten Lokalkrimi, der wieder in der Kreisstadt spielt, vorzustellen. Mit „Ach du liebe Zeit!“ setzt sie die „Philipp-Reihe“ fort. Die hat in Tamaras Vater, Philipp Freiherr von Werthern, ein echtes Vorbild. Der stadtbekannte Hofheimer hatte es sich nicht nehmen lassen, mit Hündin Maschka, einem Golden Retriever, der in den Krimis ebenfalls eine wichtige Rolle spielt, zur Signierstunde dazuzukommen.

Wie es sich anfühlt, plötzlich Held einer Krimireihe zu sein? „Ich bin sowieso der Held“, gab Philipp von Werthern mit einem Schmunzeln und einer Portion Selbstironie zurück.

Er nehme es als Kompliment, dass seine Tochter ihn zum Vorbild für ihren Detektiv gewählt habe, sagt von Werthern. Der erste Krimi war von ihr als persönliches Geschenk zu einem runden Geburtstag des Vaters verfasst worden. Weil er bei den Gästen so gut ankam, dass viele sie zur Veröffentlichung ermutigten, wurde ein Buch daraus, das sich im vergangenen Jahr in Hofheim zum Renner im Weihnachtsgeschäft entwickelt hatte (das Kreisblatt berichtete).

Am Samstag präsentierte Tamara von Werthern bei der Signierstunde und auch bei einer abendlichen Lesung die Fortsetzung, die nicht nur mit Spannung, sondern auch mit einer kräftigen Prise Humor und viel Lokalkolorit arbeitet. Dass sie Hofheim von der Weltstadt London aus in den Blick nimmt, findet von Werthern nicht ungewöhnlich. Sie kenne zum Beispiel Autorenkollegen aus Irland, die ebenfalls in London lebten und nur über ihren irischen Heimatort schrieben. Es in deutsch zu tun, sei für sie „wie nach Hause zu kommen“, denn ihre Theaterstücke wie „The White Bike“, die mittlerweile in England nicht nur gespielt, sondern auch verlegt werden, schreibt sie in englischer Sprache. Weil sie vom Theater herkomme, seien ihr Charaktere besonders wichtig, erklärt von Werthern. Liebevoll und menschlich zeichne sie ihre Gestalten. Dass ihr erster Krimi in Hofheim so gut ankam, hat sie zur Fortsetzung ermutigt, nun suche sie einen richtigen Verlag dafür, sagt die Autorin.

(babs)

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