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Amine Aimut ist seit November Energieberater im Kreishaus. Thermostate, wie das in seiner Hand, sollten auf 20 Grad Raumtemperatur fixiert sein, so der Experte.

Leiter des Energiekompetenzzentrums

Amine Aimut will mit viel Fachwissen das ökologische Bewusstsein der Ratsuchenden schulen

Das Thema Energiesparen sollte jeden angehen. Der neue Leiter des Energiekompetenzzentrums im Kreishaus, Amine Aimut, weiß, wie’s geht. Ökologisches Bewusstsein hilft der Umwelt, den künftigen Generationen und kann nebenbei den Geldbeutel schonen.

Viele Jahre leitete Alfred Strüder das Energieberatungszentrum, das in Vereinsstruktur in Hattersheim gegründet wurde. Dort hat sich das Thema Energiesparen etabliert. Zuletzt ist das Zentrum ins Kreishaus nach Hofheim umgezogen und heißt nun Energiekompetenzzentrum. Dort gibt es für Privatleute wie für Gewerbetreibende umfangreiche Informationen, die den Klimaschutz vorantreiben sollen.

Noch vor einigen Jahren nutzte der Mensch Energie schonungslos. Kaum einer machte sich Gedanken, wie oft die Waschmaschine läuft, wie lange der Trockner braucht oder warum vor der Stoßlüftung die Heizung runtergedreht werden sollte. Hauptsache, das Ziel war erreicht: Also die Wäsche sauber, trocken und der Gestank aus dem Fenster. Waschmittel wurde großzügig eingesetzt, damit der Duft nach „Ozeanbrise“ möglichst lange anhält. Und wenn den ganzen Tag das Licht brannte, kümmerte es kaum jemanden.

Glücklicherweise haben sich diese Einstellungen geändert. Das Thema Klimaschutz und Energiesparen ist dank umfangreicher Aufklärung – auch bedingt durch Pioniere wie Alfred Strüder – in den Köpfen der Verbraucher angekommen.

Das merkt auch Amine Aimut. Er ist seit November Energieberater im Energiekompetenzzentrum des Main-Taunus-Kreises und hat die Tipps seines Vorgängers Strüder, der seit kurzem im wohlverdienten Ruhestand ist, gerne entgegengenommen.

Der 48-jährige Aimut sagt: „Mich interessiert das Thema einfach sehr.“ Der vierfache Familienvater mit eritreischen Wurzeln hat in Gießen Energie- und Wärmetechnik studiert und 16 Jahre in der Energieberatung eines Energieversorgers in Offenbach gearbeitet.

„Unser Landkreis entwickelt sich stetig weiter. Die Einwohnerzahlen steigen, zukunftsweisende Entscheidungen werden getroffen. Eine besondere Herausforderung stellt dabei der Schutz unserer Umwelt dar“, so Madlen Overdick, Umweltdezernentin des Main-Taunus-Kreises. Daher habe der Kreis 2015 ein Klimaschutzkonzept erstellt und sei nun froh, dass Aimut als Energieberater mit viel Kompetenz und Fachwissen aufwarte.

Das Konzept schlägt Maßnahmen vor, die in den Bereichen Haushalt, Gewerbe, Verkehr und öffentliche Verwaltung umgesetzt werden sollen. Das Energiekompetenzzentrum soll Antworten geben und die Verbraucher sensibilisieren.

Welche Temperatur ist in welchem Raum sinnvoll? Empfiehlt sich die Kipplüftung oder die Stoßlüftung? Welche Energieeffizienzklasse sollte mein Kühlschrank haben? Fragen wie diese beantwortet der Energieberater fast täglich. „Es gibt aber auch Profis, die schon viel Detailwissen besitzen und ganz konkrete Sachen ansprechen“, so Amine Aimut.

Damit er am Zahn der Zeit bleibt, bildet sich Aimut permanent weiter. Der Kreis möchte das Thema auf allen Ebenen und in alle Bereiche einbinden. Auf der gleichen Etage wie Amine Aimut sitzt daher nicht nur Klimaschutzmanager Daniel Philipp.

Ein paar Türen weiter ist das Amt für Bauen und Umwelt. „Das heißt, der Bauherr kann sich, nachdem er dort war, auch gleich bei uns Tipps holen“, so Aimut. Der Energieexperte plant einen Energie-Ratgeber für Bauherren. Für sie gibt es nicht zu unterschätzende Fördermittel. Die, die sparen möchten oder müssen, wenden sich gerne an Amine Aimut. Nach einer ersten Aufnahme der Energiegepflogenheiten „findet man Möglichkeiten, wie und wo man Geld einsparen kann“.

von ESTHER FUCHS

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