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Wiedergewählt: Wolfgang Vater (links) geht in seine vierte Legislaturperiode als Stadtverordnetenvorsteher. Die unterlegene Herausforderin Barbara Grassel (Linke) gratuliert.

Vater wiedergewählt

Der Ausgang der Wahl war relativ klar: Mit 36 von 43 Stimmen wurde der Christdemokrat erneut zum Parlamentschef gewählt. Interessant waren allerdings die Stimmen für die Gegenkandidatin in der geheimen Wahl: eine mehr als Stadtverordnete der Linken-Fraktion in der neugewählten Stadtverordnetenversammlung sitzen.

Von MATHIAS GEISS

Alterspräsident Bodo Tadewald (FWG) hatte es in seiner Eröffnungsrede, die traditionell dem ältesten Stadtverordneten vorbehalten ist, thematisiert: Es ging um die politische Streitkultur in Hofheim. Die zähle hier nicht zu den angenehmsten, sagte der Freie Wähler: „Hier gibt es ein deutliches Verbesserungspotenzial.“ Da war aber wohl die Hoffnung Vater des Gedankens. Das zeigte sich auch gestern Abend wieder auf der konstituierenden Sitzung der Stadtverordneten: Wie in anderen Kommunen üblich, dass die größte Fraktion auch den Stadtverordnetenvorsteher stellt, lief es hier wie erwartet auf eine ungleiche Kampfabstimmung hinaus. Dass die Linken Barbara Grassel als Gegenkandidatin aufstellten, begründete die ehemalige Sozialdemokratin damit, dass bei der Wahl zu den stellvertretenden Stadtverordnetenvorstehern nicht alle Fraktionen berücksichtigt würden – drei bleiben außen vor. „Auch das halte ich für schlechten Stil“, sagte die 59-jährige Lorsbacherin. Ihre Kandidatur sei „ein Signal, dass wir das nicht gut finden“. Grasssels Ehemann Bernd Hausmann monierte jedoch im Abschluss noch die Wahlzettel: Denn die Kandidaten standen dort nicht in alphabetischer Reihenfolge. Während CDU-Fraktionschef Alexander Kurz argumentierte, dass die Namen nach Eingang der Kandidatur aufgelistet waren, hatte der Grüne Daniel Philipp eine wenn auch nicht ganz ernstgemeinte pragmatische Lösung parat: Dann solle man doch einfach die Wahlzettel umdrehen: Dann stünde Grassel oben und Vater unten.

Die geheime Wahl brachte dennoch das erwartete Ergebnis: 36 Stimmen gab es für den CDU-Mann, der die Stadtverordnetenversammlung seit 2001 führt; 4 Abgeordnete stimmten für Grassel – eine Stimme mehr als die Linken-Fraktion Sitze hat. Zudem enthielten sich drei Abgeordnete. Wer das war? Schwer einzuschätzen: die neue Wallauer Wählergemeinschaft? Grüne? Oder auch andere Parlamentarier aus SPD, den Freien Wählern oder dem BfH? Wenn’s keiner ausplappert, wird es geheim bleiben.

Der Streit ging jedoch weiter: Bei der Erhöhung der Zahl der Stellvertreter forderte Hausmann eine Änderung der Hauptsatzung, damit alle Fraktionen im Vorstand des Parlaments vertreten sind. Klares Veto von der CDU, das sich klar gegen die Linken richtete. Der Vorwurf: Eine Partei, die nicht mit beiden Beinen auf dem Boden der Verfassung stünde, könne man nicht wählen. Und Kurz untermauerte das mit Zitaten von Linken-Politikern. Johannes Wagenbach (Linke) fand das „absurd und lächerlich“, zumal die Hofheimer Kollegen seiner Fraktion langjährige Erfahrung bei SPD und Grünen vorzuweisen hätten. Das Votum aber auch hier der Erwartung entsprechend: Gewählt wurden Christian Vogt und Andreas Hegeler (beide CDU), Bernhard Köppler (SPD), Madlen Overdick (Grüne), Matthias Hees (FWG) und Werner Steinmann (FDP).

Eine erfreuliche Nachricht gab es jedoch ganz zu Anfang der Sitzung: Für die Christdemokratin Dr. Manuela Hoffmann gab es Glückwünsche zur Geburt ihrer Zwillinge. Jungs sind es, eineiige. Und sie werden später mal auf die Namen Bastian und Sebastian hören.

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