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Freies W-Lan gibt es seit etwa einem Jahr in der Hofheimer Innenstadt, hier auf dem Chinonplatz.

Internetzugänge

W-Lan bald auch in Stadtteilen

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Seit dem vergangenen Herbst gibt es kostenlose öffentliche Internetzugänge in der Hofheimer Innenstadt. Die Ortsteile sollen in absehbarer Zeit folgen.

Es ist teurer geworden als ursprünglich gedacht. 20 000 Euro hatte die Stadt in den Haushalt eingestellt, davon jeweils die Hälfte für die Kernstadt und Stadtteile. Es habe sich um eine große Schätzung gehandelt, keineswegs um ein Angebot, betont Iris Bernardelli, Pressesprecherin der Stadtverwaltung. Und so sind es dann auch für die Innenstadt knapp 25 000 Euro geworden. Im Türmchen am Parkplatz am Untertor und im alten Rathaus mussten die Antennen unsichtbar innerhalb der Gebäude untergebracht werden, darauf bestand der Denkmalschutz und das hat die Kosten in die Höhe getrieben. Aber auch die Elektrik war teurer als gedacht, alleine die drei großen Antennen auf dem Chinon-Center waren in der Form nicht vorgesehen.

Große Diskussionen dürfte die Kostensteigerung nicht auslösen. Die W-Lan-Zugänge gelten gemeinhin als wichtiges Mittel, um die Innenstädte zu beleben, und das ist ein Anliegen, das in Hofheim eigentlich alle Parteien vertreten. Und das Angebot wird auch durchaus genutzt. Dies ergibt sich jedenfalls aus einer Mitteilung des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung.

Demnach gab es in der ersten Hälfte des Jahres 2018 genau 15 747 Anmeldungen. Die meisten davon, rund 5500, wurden in dem Gebiet rund um das alte Rathaus registriert, 4900 auf dem Kellereiplatz, 3100 auf und am Parkplatz am Untertor und 2200 in der Fußgängerzone zwischen der Kurhausstraße und dem Untertor. Warum die Verteilung so ist, darüber kann man nur spekulieren. Auffällig ist, dass am Kellereiplatz, der ja nicht viel mehr ist als ein Parkplatz, doppelt so viele Anmeldungen registriert wurden wie in der Fußgängerzone.

Aber wie sind diese Zahlen nun einzuschätzen? „Nach den Erfahrungswerten des Betreiberunternehmens IT-Interebner ist die Zahl der Anmeldungen in Hofheim überdurchschnittlich hoch und stelle somit ein ausgezeichnetes Ergebnis dar“, heißt es in der Magistratsvorlage. Allerdings finanziert das österreichische Unternehmen die Anlagen über Werbung, hat also allen Anlass, sein Angebot als erfolgreich darzustellen. Aus anderen Kommunen liegen nur wenige Zahlen vor, und sie sind nicht immer vergleichbar. Immerhin: Im schwäbischen Ostfildern, etwa so groß wie Hofheim, wurden an drei sogenannten Hotspots von der gleichen Betreiberfirma in den ersten vier Monaten täglich mehr als 300 Neuanmeldungen registriert. Das Modell scheint das gleiche zu sein, übertrifft die Hofheimer Zahlen aber deutlich.

Eine Ausweitung soll es in Hofheim in absehbarer Zeit in den Stadtteilen geben. Wie Rathaus-Sprecherin Bernardelli berichtete, wurden die von den Ortsbeiräten vorgeschlagenen Standorte geprüft und für tauglich befunden. In Lorsbach soll der W-Lan-Hotspot zum Gemeindezentrum, in Langenhain zum Jagdhaus, in Wildsachsen vor die Bücherei, in Wallau zum Rezepturhof, in Marxheim zum Café Garten Eden und in Diedenbergen zum alten Rathaus.

Verzögert hat sich das Projekt dadurch, dass es sowohl von der Europäischen Union als auch vom Land Hessen Geld geben kann. Ein Antrag in Wiesbaden ist gestellt. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir in Kürze eine positive Nachricht erhalten“, so Bernardelli. Die Stadt erhofft sich 6000 Euro und hat noch weitere 10 000 Euro im Haushaltsplan dafür. Dann erübrigt sich auch das Warten auf den Projektstart bei der EU – von dort und aus Wiesbaden einen Zuschuss zu bekommen, das geht nach den jeweiligen Richtlinien nicht.

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