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Wer wird Chef im Hofheimer Rathaus? Für Christian Vogt und Bernhard Köppler geht der Wahlkampf weiter.

Stichwahl

Wahlkampf: Beide Kandidaten wollen auch an der Haustür um Stimmen werben

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Christian Vogt (CDU) und Bernhard Köppler (SPD) gehen in die Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters in Hofheim. Noch ist nicht klar, ob es Unterstützung von anderen Parteien gibt.

Hofheim - Christian Vogt (CDU) geht mit einem Ergebnis von 39,8 Prozent und somit den Zahlen nach als deutlicher Favorit in die Stichwahl am 7. April. Mit 19,8 Prozent liegt SPD-Mann Bernhard Köppler deutlich dahinter, der Abstand beträgt genau 3114 Stimmen. „Es steht Null zu Null“ sagt Köppler trotzdem. Daher ist es auch von Interesse, ob andere Parteien oder ausgeschiedene Kandidaten ihren Wählern einen der beiden empfehlen.

Mitgliederbefragung zur Wahlempfehlung

Bis gestern ließ sich dazu kein umfassendes Bild ermitteln. Denn Linke und Grüne wollen über die Frage einer Wahlempfehlung jeweils die Mitglieder befragen. Bei den Grünen war die Versammlung für den gestrigen Abend angesetzt, ein Ergebnis lag bis Redaktionsschluss nicht vor. Die Linke will darüber am kommenden Freitag entscheiden. Dabei fallen die beiden Parteien unterschiedlich stark ins Gewicht – die Grünen-Kandidatin Bianca Strauss war immerhin auf 2526 Stimmen gekommen, Barbara Grassel für die Linken lediglich auf 463.

Dazwischen liegen Wilhelm Schultze (parteilos) mit 1920 und Andreas Nickel (FWG) mit 1261 Stimmen. Von beiden wird es keine Empfehlung geben. „Ich habe das schon vor sechs oder sieben Monaten angekündigt“, erinnert Nickel. Er glaubt, dass die Wähler eine Wahlempfehlung seinerseits als unseriös empfinden würden. Denn im Vertrag des Rathausbündnisses steht, dass die FWG die Stelle eines hauptamtlichen Stadtrates bekommt, wenn die SPD den Bürgermeister stellt. Nickel wird als FWG-Fraktionschef für diesen Posten gehandelt. Eine Empfehlung zu Gunsten Köpplers könnte daher als Versuch verstanden werden, sich selbst den Weg ins Rathaus zu ebnen.

Für Schultze kommt eine Wahlempfehlung ebenfalls nicht in Frage. Er wolle da keine Vorgaben machen, sondern es gehe ihm darum, dass die Hofheimer überhaupt zur Wahl gingen. Und deshalb wolle er die Bürger weiter über die Kommunalpolitik informieren, auch wenn für ihn der Wahlkampf vorbei ist. Dabei werde er streng auf Neutralität achten und sich noch genau überlegen, wie er dies am besten sicherstellen könne.

Vogt und Köppler kündigten gegenüber dieser Zeitung an, mit den anderen Parteien und Kandidaten Gespräche führen zu wollen. Nach den gestrigen Stellungnahmen sah es freilich nicht danach aus, als sei auf diesem Wege viel zu gewinnen. Anders wäre die Situation, sollten die Grünen doch noch nicht zu einem Beschluss gekommen sein.

Sollten die beiden planen, neue Akzente im Wahlkampf zu setzen, so wollten sie davon gestern im Gespräch mit dieser Zeitung noch nichts verraten. „Ich bin weiter mit dem Espressomobil unterwegs“, so CDU-Kandidat Vogt. Im Zeichen seines Wahlkampfes wird auch der Frühjahrsempfang der Hofheimer CDU am kommenden Sonntag ab 18 Uhr in der Stadthalle stehen, zu dem der ehemalige Ministerpräsident Roland Koch erwartet wird.

Wahl in Hofheim: Kandidaten machen Haustürwahlkampf

Beide Kandidaten wollen Haustürwahlkampf machen und dabei auch schauen, wo noch die meisten Stimmen zu holen sind. Es gehe darum, gerade die Stammwähler zu mobilisieren, sagt Köppler. Einzelheiten sollen im Wahlkampfteam noch besprochen. „Wir kämpfen um jede Stimme“, steht für Köppler aber schon fest. Vogt legt Wert darauf, in allen Stadtteilen noch einmal Präsenz zu zeigen. Beide haben sich zwei Wochen frei genommen, um sich voll und ganz auf den Wahlkampf zu konzentrieren. „Urlaub stelle ich mir anders vor“, will Köppler dieses Wort aber nicht benutzen.

Zum Wahlkampf der beiden nächsten Wochen gehören für beide Kandidaten auch die Klassiker überhaupt – es werden Plakate gehängt und Infostände aufgebaut. „Aufmerksamkeitsaufheller“ werden Köpplers Wahlkampfhelfer noch anbringen, jene bunten Zettel also, die auf den Plakaten besonders ins Auge fallen. Ob die Plakate und Infostände überhaupt etwas bringen, dafür will keiner der Kandidaten die Hand ins Feuer legen. Aber sie sind sich einig, dass es auffallen würde, wenn sie auf solche Dinge verzichteten – und das Risiko wollen beide dann doch nicht eingehen. Inhaltlich neue Prioritäten kündigen beide nicht an.

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