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Zugverbindung zum Flughafen Frankfurt südlich der A66: Bau zunächst verschoben

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Von: Manfred Becht

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So soll der Haltepunkt bei Wallau südlich der A66 aussehen. Parkhaus und Busbahnhof gehören dazu.
So soll der Haltepunkt bei Wallau südlich der A66 aussehen. Parkhaus und Busbahnhof gehören dazu. © Stadt Hofheim

Verbindung von Wiesbaden in Richtung Frankfurter Flughafen: Es gibt noch viele offene Fragen bei dem Millionenprojekt der Bahn. Die Infrastruktur wird immer teurer.

Wallau – Wann rollt der erste Zug auf der Wallauer Spange, wann können erstmals Fahrgäste am geplanten Haltepunkt in Wallau einsteigen? Hofheims Erster Stadtrat Wolfgang Exner (CDU) ist ausgesprochen vorsichtig, wenn es um Antworten auf diese Fragen geht. Das schon deshalb, weil es die Deutsche Bahn ist, die die Eisenbahnstrecke baut. Die Stadt Hofheim ist nur für die Infrastruktur rund herum zuständig - die Zufahrt, das Parkhaus und den Busbahnhof vor allem.

Die Bahn selbst habe den Betriebsbeginn von 2026 auf frühestens 2027 verschoben, so Exner jetzt im Wallauer Ortsbeirat. In der Regel finden solche Veränderungen zum Fahrplanwechsel statt, also im Dezember - das erste vollständige Betriebsjahr wäre also erst 2028. "Wir werden sehen, wie das Planungsverfahren läuft", deutete Exner an, dass es auch bei der Vorbereitung noch Unsicherheiten gibt.

Querverbindung zum Flughafen Frankfurt: Regionalzug wird in Wallau halten

Die Wallauer Spange soll eine Querverbindung zwischen den beiden Ästen der ICE-Strecke aus Köln nach Wiesbaden und Frankfurt bilden; dies steht auch im Zusammenhang mit der geplanten Schnellbahnstrecke Richtung Mannheim. Über diese Spange soll auch ein Regionalzug von Darmstadt über den Flughafen nach Wiesbaden fahren. Der wiederum soll auch in Wallau halten.

Die Bahn sei momentan mit den Plänen beschäftigt, die für das Genehmigungsverfahren gebraucht würden, so Exner. Keiner weiß, ob in diesem Planfeststellungsverfahren noch irgendwelche bisher unbekannten Hindernisse auftreten. Beim Bau selbst wiederum könnte es Probleme geben, wenn die derzeit am Bau auftretende Materialknappheit anhalte.

Das alles beeinflusst natürlich auch die Kosten. Wie hoch die sein werden, steht noch nicht fest. Die Bahn bezahlt natürlich die Strecke und den Haltepunkt. Die Infrastruktur rundum wird zu 40 Prozent von Hofheim bezahlt, zu 40 Prozent von Wiesbaden und zu 20 Prozent von Hochheim. Die drei Kommunen werden Zuschüsse vom Land Hessen bekommen - in welcher Höhe, das ist noch offen.

Zusatzwünsche der Kommunen für Infrastruktur der „Wallauer Spange“ zum Flughafen Frankfurt

Klar ist nur, dass die Infrastruktur immer teurer wird. Im Sommer 2020 zum Beispiel wurde sie auf sieben Millionen Euro beziffert. In der Antwort auf eine Anfrage der Linken in der Stadtverordnetenversammlung nennt der Magistrat eine Summe von 10,75 Millionen. In diesem Betrag sind aber die Ausgaben für einige zusätzliche Wünsche der drei Kommunen nicht enthalten. Es geht unter anderem um eine zugängliche Zugangsrampe und um eine Unterführung. Auf Anfrage dieser Zeitung bezifferte die Stadt die Gesamtkosten nunmehr auf 15,05 Millionen Euro. Die Preissteigerungen am Bau können diese Zahl leicht noch weiter in die Höhe treiben.

Die Baukosten sind das eine, die laufenden Betriebskosten das andere. Dazu konnte der Magistrat auf Anfrage der Linken noch keine Zahlen nennen; unbekannt ist bislang außerdem, welchen Anteil die Stadt übernehmen muss. Unklar ist auch, was der Busverkehr zu dem Haltepunkt kosten wird - die Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft und die ESWE in Wiesbaden entwickeln derzeit erste Ideen zu Linie und Fahrplänen.

Zugverbindung zum Flughafen Frankfurt: Stadt Hofheim unglücklich über Pläne

Ungeklärt ist überdies, ob es eine zusätzliche Verbindungsstraße von dem neuen Haltepunkt an die Landstraße zwischen Delkenheim und Nordenstadt geben wird. Die Verkehrsuntersuchung dazu laufe noch, lässt der Magistrat wissen. Diese Straßenverbindung wird von der Stadt Wiesbaden befürwortet, führt aber zu einem großen Teil über Hofheimer Gelände. Die Begeisterung in der Kreisstadt über diese Idee hält sich in Grenzen, auch weil dadurch wiederum landwirtschaftliche Fläche verloren ginge. Davon müssen die Landwirte für den Bau des Haltepunkts ohnehin schon mehr abgeben, als ihnen lieb ist. (Manfred Becht)

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