Jörg Ströhmann (zweiter von links) möchte neuer Ortsvorsteher in Wallau werden.
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Jörg Ströhmann (zweiter von links) möchte neuer Ortsvorsteher in Wallau werden.

Kommunalwahl

Wallaus bisheriger Ortsvorsteher Herwart Goldbach schmeißt hin

  • vonManfred Becht
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Keine gute Stimmung nach dem Wahlsieg in der Union: Jörg Ströhmann will den Ortsbeirats-Vorsitz von seinem Parteifreund Goldbach übernehmen.

Wallau -Die CDU hat bei der Wahl zum Wallauer Ortsbeirat ihren Stimmenanteil von 26,9 auf 42,3 Prozent erhöht, ein Zuwachs also um 15,4 Prozentpunkte. Sie bekommt damit vier Sitze in dem Stadtteilparlament- in der abgelaufenen Wahlperiode waren es nur zwei. Viel kann an der CDU nicht mehr vorbeigehen in Wallau - es könnte alles in schönster Ordnung sein.

Ist es aber nicht. Zumindest nicht für Herwart Goldbach, den bisherigen Ortsvorsteher. Der ließ jetzt wissen, dass er dem neuen Gremium nicht mehr angehören werde. Eigentlich, berichtet er dieser Zeitung, habe er gar nicht mehr antreten wollen bei der Kommunalwahl. Das ist glaubwürdig, weil Goldbach Andeutungen in dieser Richtung schon vor zwei Jahren gemacht hatte. Auf Drängen der CDU habe er sich das dann noch einmal anders überlegt.

Doch jetzt laufe es in der Partei plötzlich darauf hinaus, dass er nicht mehr zum Ortsvorsteher gewählt werden solle. Goldbach ist bedient. Der Posten sei eine Menge Arbeit und eine Menge Stress. Er brauche das nicht unbedingt, und zu tun habe er ohnehin genug. Er werde also der Stadt mitteilen, dass er sein Mandat nicht annehmen werde.

Woher der Sinneswandel bei der CDU? Der CDU-Stadtverordnete Jörg Ströhmann weist auf das Wahlergebnis hin. Goldbach wurde bei der Kommunalwahl von den Wählern nach unten kumuliert, war als Spitzenkandidat angetreten, wurde aber von Anja Hauzel und ihm, Ströhmann selbst, überholt. Also sei er, Ströhmann, in der CDU darauf angesprochen worden, ob er nicht Ortsvorsteher werden könne. Und Ströhmann kann. "Ich bin nicht abgeneigt", sagt er.

"Ich wollte eigentlich gar nicht unbedingt in den Ortsbeirat", sagt Ströhmann. Als Mitglied des Stadtparlaments hat er mit der Politik schon genug zu tun. Aber wenn man kandidiere, solle man den Willen der Wähler schon achten. Also wird er wohl antreten, wenn sich der Ortsbeirat am 13. April zu seiner ersten Sitzung trifft.

An Goldbachs Stelle wird dann Majo Stoll als Nachrücker ein Mandat im Ortsbeirat bekommen. In den Ortsbeirat gewählt wurde auch die Christdemokratin Petra Schumann. Ganz klar, Ströhmann und Hauzel haben so viele Plätze wegen ihrer Bekanntheit im Ort zugelegt. Die Christdemokraten wollen sich am kommenden Donnerstag zu ihrer ersten Sitzung treffen. Dann werde man auch eine Marschroute für Gespräche mit anderen Parteien festlegen.

Denn gewählt ist Ströhmann noch nicht, die CDU hat vier von neun Sitzen und braucht noch Unterstützung. Dass immer die stärkste Fraktion den Ortsvorsteher stellt, von dieser Gewohnheit wurde in Wallau in der letzten Wahlperiode abgewichen. Damals gewann die WGW vier Sitze, aber die fünf Abgeordneten der anderen Fraktionen wählten Goldbach.

Der Rückzug der WGW hatte bereits vor der Wahl die spannende Frage aufgeworfen, wer in welchem Umfang davon profitieren würde. Beachtlich zugelegt haben auch die Freien Wähler - die FWG kletterte von 15,5 auf 26,6 Prozent und kann jetzt zwei Mandate besetzen. Oliver Vogt, seit Jahren für die FWG im Ortsbeirat, erhält jetzt Unterstützung von Stefan Ullrich.

Die Grünen sind ganz neu aufgestellt. Bei einem Zuwachs von 5,3 auf 7,3 Prozent bleibt es allerdings bei einem Sitz, neu im Ortsbeirat ist Michael Paulus. Nicht nur bei der CDU, sondern auch bei der SPD haben die Wähler die Personalplanungen durcheinandergebracht. Denn Spitzenkandidat Harald Piazzi blieb zwar auf dem ersten Platz, danach aber verdrängte Cornelia Koall von Platz drei aus Patrick Krestan. Die Sozialdemokraten verbesserten sich immerhin von 12,2 auf 17,5 Prozent. Die FDP erreichte 6,3 Prozent der Stimmen - was jedoch für die Liberalen nicht genug ist für einen Sitz im Ortsbeirat.

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