Der Christdemokrat Günter Westenberger (70) bleibt auch in den nächsten fünf Jahren Ortsvorsteher von Marxheim, Hofheims größtem Bezirk.
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Der Christdemokrat Günter Westenberger (70) bleibt auch in den nächsten fünf Jahren Ortsvorsteher von Marxheim, Hofheims größtem Bezirk.

Politik

Westenberger kennt jede Ecke in Marxheim

  • vonBarbara Schmidt
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Die Grüne Kandidatin Gabriele Colpe-Decker hatte das Nachsehen: Günter Westenberger (CDU) wurde mit großer Mehrheit zum Ortsvorsteher von Hofheims größtem Ortsbezirk gewählt.

Marxheim -Lange hat die CDU geredet und geworben - und offenbar schließlich überzeugt: Am Dienstagabend wählte der Ortsbeirat Marxheim mit der klaren Mehrheit von sieben zu vier Stimmen erneut den Christdemokraten Günter Westenberger zum Ortsvorsteher. Ausgemacht schien das vorher nicht, denn auch Grünen-Vertreterin Gabriele Colpe-Decker hatte sich Hoffnungen gemacht, mit der SPD auf eine Mehrheit für sich zu kommen.

Zwar ist die CDU nach Prozenten stärkste Fraktion in der neuen Stadtteilvertretung, doch erhielt sie für ihre 35,3 Prozent genauso vier Sitze wie die Öko-Partei für ihre 32,3 Prozent. Hatte vor fünf Jahren noch die Unterstützung der FWG für die Wahl eines CDU-Ortsvorstehers ausgereicht, war nach deren Abrutschen von zwei auf einen Sitz nun die SPD Zünglein an der Waage. Dass sie und die FWG in offener Wahl für Westenberger votierten, lässt sich durchaus als Fingerzeig auf eine weitere Zusammenarbeit mit der CDU auch im Stadtparlament deuten. "Das könnte wohl sein", bestätigte gestern Günter Westenberger.

Die Christdemokraten hatten sich noch eine Neuerung überlegt, die schnell wieder auf allen Seiten für frohe Gesichter sorgte. Denn statt mit der gerade erprobten Mehrheit ein SPD- oder FWG-Mitglied zum Stellvertreter zu wählen, schlug CDU-Fraktionschefin Dr, Kristin Seitz vor, dass es nicht einen, sondern drei Stellvertreter für Westenberger geben solle, aus jeder der übrigen Parteien einen. Drei Personen benannte sie auch gleich, nachdem sich alle mit diesem Vorgehen einverstanden zeigten: Neben der Grünen Colpe-Decker sollten Vincent Weber (SPD) und Silvia Stengel (FWG), die bereits Stellvertreter-Erfahrung hat, gewählt werden. Das geschah dann auch einstimmig.

Der am 6. März 70 Jahre alt gewordene Günter Westenberger steht für eine schnörkellose Sitzungsführung und gilt als einer, der im Ort jede Ecke bestens kennt. Dass er mit seinem Rad viel unterwegs ist und ihm nichts entgeht, weiß man längst auch im Rathaus. Als Ur-Marxheimer ist Westenberger zudem im Ort bestens vernetzt und jederzeit ansprechbar. "Die Leut' rufen auch am Sonntag an", bestätigt der alte und neue Ortsvorsteher, dass er für viele erste Ansprechperson ist.

Der Rentner, der im März 2018 erstmals zum Ortsvorsteher gewählt worden war, weil sein Vorgänger Armin Thaler wegen seines Umzugs in die Kernstadt das Amt abgeben musste, geht stets mit Akribie ans Werk. "Manchmal ist es etwas mühsam", erinnert er daran, dass es vom Antrag bis zur Umsetzung ab und an Geduld braucht, doch Westenberger sieht in seinem Amt ein großes Plus: "Man kann was bewegen". Auch wenn das zumeist nur im Kleinen sei, könne gerade das doch für den Bürger entscheidend sein. Große Themen wie das geplante Baugebiet "Römerwiesen" (Marxheim II) und die Verkehrsbelastung stehen aber auch auf der Agenda.

Sechs neue Mitglieder hat der elfköpfige Ortsbeirat. Für die CDU sind Sabine und Andreas Nix erstmals dabei, die SPD erfährt mit dem Studenten Vincent Weber eine deutliche Verjüngung der Fraktion, bei den Grünen sind mit Oliver Christ, Christina Hauck und Dr. Johannes Kaiser gleich drei Viertel der Fraktion noch ohne Ortsbeirats-Erfahrung. Westenberger begrüßte sie alle und vergaß auch nicht, den ausgeschiedenen Mitgliedern zu danken.

Rund 15 Zuhörer verfolgten die konstituierende Ortsbeiratssitzung im Bürgerhaus, darunter auch Stadtverordnetenvorsteher Andreas Hegeler. Bürgermeister Christian Vogt betonte, dass es wichtig und richtig sei, dass trotz des Ausnahmezustands, in dem das Land seit mehr als einem Jahr lebe, die demokratische Arbeit weitergehe. Die nächste Sitzung des Ortsbeirats ist bereits am 11. Mai.

Post-Partnerfiliale: Es geht in Marxheim nahtlos weiter

Die Poststelle in Marxheim und das immer heiße Thema Rheingaustraße beschäftigten den Ortsbeirat gleich in seiner ersten Sitzung. Die positive Nachricht, die auch in Diedenbergen sicher mit Erleichterung aufgenommen wird: Nach der Aufgabe der Poststelle im Hause Börner in der Ringstraße wird es nahtlos quasi um die Ecke weitergehen: Minea Linsner übernimmt die Führung der sogenannten "Partnerfiliale" der Deutschen Post. Das hatte Karin Börner in den vergangenen Tagen bereits ihre Kundschaft wissen lassen. Linsner hat in der Kreuzgartenstraße 13 a mit dem "Allerlei" ein Geschäft, in dem genau das zu finden ist, was der Name sagt. Zeitschriften, Schreibwaren, Tabak und viele andere Artikel sind hier erhältlich. Auch für einen Paketdienst war das Allerlei bisher schon Annahmestelle. Zum 1. Juli sollen hier nun auch die Postkunden den Service finden, den sie bis dahin noch bei Karin Börner geboten bekommen. Der Vorstand des Ortsbeirats will sich daher im Mai mit Vertretern der Verwaltung die Parkplatz-Situation vor Ort ansehen.

Die von Hessen-Mobil angekündigte Sanierung der Straßendecke zwischen dem Ortsausgang Marxheim und der Autobahnauffahrt hat die CDU zum Anlass für einen Antrag genommen. Die Stadt soll Hessen-Mobil bitten, den weißen Seitenstreifen, der am Ortseingang endet, bis zur Ahornstraße zu verlängern, da der Standstreifen als Radweg genutzt werde. Das wurde einstimmig beschlossen. Tobias Undeutsch (SPD) merkte an, dass es verwundere, dass gerade dieses Straßenstück erneuert werden solle. Wie viele andere Hofheimer schätzt er den Bedarf an anderen Stellen der B 519 als sehr viel dringlicher ein. babs

babs

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